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Sport Rostock Nach lebensgefährlicher Milz-Erkrankung: Empor-Handballer Breitenfeldt kehrt zurück
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Nach lebensgefährlicher Milz-Erkrankung: Empor-Handballer Breitenfeldt kehrt zurück

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19:45 20.01.2020
Er ist zurück: Empor-Torjäger Robin Breitenfeldt hat seine schwere Krankheit überwunden. Quelle: Sebastian Heger
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Rostock

Robin Breitenfeldt ist ein Vollblut-Handballer. Der 22-Jährige liebt das rassige, temposcharfe und torreiche Spiel. Till Wiechers, Trainer des HC Empor Rostock, beschreibt den Torjäger als „Krieger, der immer gewinnen will“.

Den wichtigsten Erfolg seines Lebens feierte Breitenfeldt außerhalb des Feldes. Im vergangenen Herbst stand nicht nur die Karriere des Rückraumspielers, sondern seine Gesundheit auf dem Spiel. Die Milz war extrem angeschwollen. Bei einem Sturz „wäre sie wahrscheinlich gerissen, was ziemlich schnell zum Tod geführt hätte“, weiß Breitenfeldt.

Angeschwollene Milz hätte reißen können

Die Mediziner rieten dem Mann, der sich nach einer schweren Verletzung im Aufbautraining befand, zu einer Entfernung des Organs. Der geliebte Sport geriet zur Nebensache. „Da ging es nur noch darum, das zu überstehen – ohne ein Leben lang auf Medikamente angewiesen zu sein“, sagt Breitenfeldt.

Empors Mannschaftsärztin Dr. Sabine Niendorf vermittelte den Spieler an einen Spezialisten nach Berlin. Zwei Tage vor der geplanten Operation machte sich der 1,83 Meter große Rechtshänder auf den Weg in die Hauptstadt. Der Arzt fand die Ursache, riet vom Eingriff ab und schlug eine medikamentöse Behandlung vor. Breitenfeldt fiel ein Stein vom Herzen. Erleichtert rief er bei seinen Eltern in Flensburg an und sagte den OP-Termin ab.

Medikamente hinterließen Spuren

Heute kann er über die schwere Erkrankung reden. „Damals hatte ich ganz bewusst versucht, das Thema aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, aber es war ja nicht zu übersehen“, sagt Breitenfeldt. Die Einnahme von Kortison und anderen Medikamenten hinterließ Spuren. „Ich war ziemlich aufgequollen durch das ganze Kortison.“

Er ist zurück: Empor-Torjäger Robin Breitenfeldt (M.), hier im Derby am 31. Oktober 2018 bei den Mecklenburger Stieren. Quelle: Dietmar Albrecht

Die Behandlung schlug an. Es ging schnell wieder aufwärts. „Die Werte sind besser. Man muss sich keine Sorgen machen, dass es wiederkommt“, berichtet der Rückraumspieler, der sich endlich wieder auf Handball konzentrieren kann. „Dafür bin ich sehr dankbar.“

Erstes Spiel nach 15 Monaten Pause

Am Mittwochabend im Derby bei den Mecklenburger Stieren (19.30 Uhr, Sport- und Kongresshalle) könnte er erstmals wieder für den Rostocker Drittligisten auf Torejagd gehen. „Ich bin gesund geschrieben. Von daher wüsste ich nicht, warum ich nicht die Chance bekommen sollte“, meint Breitenfeldt. Für ihn wäre es das erste Spiel nach fast 15-monatiger Verletzungspause – und das ausgerechnet an jenem Ort, wo er am 31. Oktober 2018 eine schwere Verletzung erlitt.

Robin Breitenfeldt hatte sofort gespürt, dass etwas kaputt war. Er ließ sich kurz behandeln, spielte bis zum Ende und war mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer. Einen Tag später folgte die niederschmetternde Diagnose: Knorpelschaden im rechten Knie. Breitenfeldt musste sich zwei Operationen unterziehen, hielt während der Reha aber immer Kontakt zur Mannschaft. Er schaute beim Training vorbei, plauderte mit Teamkollegen, schnappte sich einen Ball und warf ihn ins Tor. Einfach so – für ein gutes Gefühl in der schweren Zeit.

Zusätzliche Schichten im Kraftraum

Auch Trainer Wiechers machte ihm Mut. Der Coach ernannte den Pechvogel zum „offense coordinator“, zum Verantwortlichen für die Offensive. Robin analysierte die Abwehrformationen der Gegner und erarbeitete erfolgversprechende Angriffszüge. „Man hat das Spiel aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und Dinge gesehen, die man auf dem Spielfeld überhaupt nicht sieht“, meint Breitenfeldt rückblickend.

Für seine Rückkehr aufs Handballfeld legte er zwischen Weihnachten und Neujahr mehrere Schichten im Kraftraum ein und spulte auf dem Laufband etliche Kilometer herunter. Anfang des Jahres konnte er endlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Damit war die Leidenszeit endlich vorbei. Jetzt brennt Breitenfeldt auf sein Comeback.

„Wir wollen unbedingt gewinnen“

„Wir gehen als Favorit in das Spiel“, sagt der Rostocker, der eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann absolviert. Breitenfeldt erwartet eine schwere Aufgabe: „Für die Schweriner ist es das Spiel, mit dem sie die Saison noch halbwegs retten können. Für sie geht es um alles. Sie werden kämpfen bis aufs Blut.“

Empor indes darf sich im Fernduell mit Spitzenreiter Dessau-Roßlauer HV keine Blöße geben. „Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen und werden alles reinhauen“, verspricht Robin Breitenfeldt. Er würde nur allzugern mit gutem Beispiel vorangehen.

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Von Stefan Ehlers

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