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Sport Rostock Neuzugang Naab macht entscheidenden Punkt
Mecklenburg Rostock Sport Rostock Neuzugang Naab macht entscheidenden Punkt
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21:26 20.05.2019
Christopher Naab spielt eine Vorhand. Der 42 Jahre alte Wahl-Wismarer heuerte vor Saisonbeginn beim TC Blau-Weiß Rostock an.
Christopher Naab spielt eine Vorhand. Der 42 Jahre alte Wahl-Wismarer heuerte vor Saisonbeginn beim TC Blau-Weiß Rostock an. Quelle: FOTO: Stefan Ehlers
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Rostock

Matchball für den TC Blau-Weiß Rostock. Florian Ebert schlägt auf. Thomas Dethloff retourniert, doch Christopher Naab ist zur Stelle. Der 42-Jährige versenkt den Volley unerreichbar für die Gegner zum 10:8. Jubelnd ballt er die linke Faust.

Das Doppel Ebert/Naab hat im Heimspiel der Tennis-Oberliga gegen den TC Kühlungsborn den entscheidenden Punkt zum 5:4 geholt. „Das war ein absolut glück­licher Sieg. Die Kühlungsborner Jungs hätten es genauso verdient gehabt“, meint Naab.

Ironie des Schicksals: Der Rechtshänder, der durch den altersbedingten Wechsel seiner bisherigen Mannschaft, den Herren 40 des TC Weiß-Rot Wismar, ­ohne Truppe dastand, hatte vor Saisonbeginn zunächst beim TCK angefragt. Eine Reaktion blieb aus. Der aus Baden stammende Naab startete bei Blau-Weiß Rostock einen weiteren Versuch – und wurde mit offenen Armen empfangen.

„Dass ich mit meinen fast 43 Jahren in einer so jungen Truppe spielen darf, ist echt toll“, sagt der zweifache Familienvater, den es 2013 mit seiner Familie aus Amerika zurück nach Deutschland zog. Die Wahl fiel auf Wismar, Heimatstadt seiner Ehefrau Gesine. Sportlich ist Tischtennis seine zweite Leidenschaft. Mit dem Post SV Wismar feierte er den Aufstieg in die Verbandsliga.

Nun also Tennis beim TC Blau-Weiß. Naab fühlt sich bei den Ros­tockern wohl. „Das ist eine bodenständige Truppe“, meint der in einer Software-Firma tätige Naab.

Mit Jan Stabenow, mit 48 Lenzen der älteste deutsche Spieler mit der Leistungsklasse 1, hatte er sich vor dem Match eingespielt. „Das ist ein cooler Typ“, meint Naab, der sein Einzel gegen Thomas Dethloff knapp verloren hatte.

Vor den Doppeln stand es 3:3. „Der Druck war immens“, meinte Florian Ebert. Der Grund: Die beiden anderen Doppel waren bereits beendet, als der 26 Jahre alte Medizinstudent und Christopher Naab gegen Thomas Dethloff und Henry Stelzer in den Match-Tie-Break gingen. „Alle schauten zu. Jeder Punkt wurde gefeiert. Umso glücklicher sind wir, dass wir es geschafft haben“, meinte der aus Kaufbeuren stammende Ebert erleichtert. „Wir haben nicht die Nerven verloren und hatten zum Schluss einen Tick mehr Glück“, resümierte Christopher Naab.

Angesichts der Tat­sache, dass er ausgerechnet gegen den TCK den entscheidenden Ball verwandelte, musste Naab schmunzeln. „Solche Geschichten schreibt der Sport.“

Stefan Ehlers

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