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Sport Rostock Zwillinge kämpfen beim 48.  Traditionsturnier gegeneinander
Mecklenburg Rostock Sport Rostock Zwillinge kämpfen beim 48.  Traditionsturnier gegeneinander
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15:58 16.04.2019
Die Zwillinge Fabian (r.) und Florian Wiesemann vom PSV Rostock lieferten sich ein enges Duell.
Die Zwillinge Fabian (r.) und Florian Wiesemann vom PSV Rostock lieferten sich ein enges Duell. Quelle: Marten Vorwerk
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Rostock

Fabian Wiesemann steht seinem Zwillingsbruder Florian gegenüber. Beide blicken sich tief in die Augen. Dann beginnt mit dem Pfiff des Schiedsrichters der Kampf der beiden 15-Jährigen beim 48.  Warnemünder Traditionsturnier der Ringer. Sie starten in der Klasse Freistil bis 55 Kilogramm. Es entwickelt sich ein ausgeglichener Fight der beiden A-Jugendlichen des PSV Rostock in der Turnhalle am Warnemünder Sportkomplex.

Das kommt nicht unerwartet, denn die Wiesemanns sind seit zehn Jahren Trainingspartner und kennen sich sehr gut. Keinem der Brüder gelingt es, den Gegner mit beiden Schultern auf die Matte zu befördern und den Kampf vorzeitig zu entscheiden. Am Ende setzt sich Fabian Wiesemann durch und gewinnt durch einen 3:1-Punktsieg. Er entscheidet mehr kleinere Wertungen für sich als Florian.

Der Sieger bleibt bescheiden, empfindet keine überschwängliche Freude. Auch mit dem Wissen, dass beim Turnier noch zwei weitere Kämpfe in seiner Altersklasse für ihn ausstehen. „Normalerweise kämpfen wir nicht im freien, sondern im griechisch-römischen Stil, bei dem die Beine nicht benutzt werden dürfen. Das war auch zu erkennen“, haderte Fabian Wiesemann etwas mit der Qualität des Kampfes. Der ein paar Minuten ältere Florian meinte: „Wir kennen uns sehr gut und sind es gewohnt, gegeneinander zu ringen.“

Die Brüder begannen vor zehn Jahren mit der Traditionssportart. „Unser ehemaliger Trainer hat uns damals beim Bewegungssport entdeckt und gefragt, ob wir nicht mal das Ringen ausprobieren wollen. Seitdem sind wir dabei“, erinnerte sich Florian Wiesemann. Er unterlag in zwei weiteren Kämpfen seiner Klasse und wurde in der Endabrechnung bei diesem Turnier Vierter.

Besser lief es für Fabian, der nach dem Sieg gegen seinen Bruder auch den Polen Szymon Ligocki bezwingen konnte. Gegen Michal Szuster von der polnischen Nachwuchs-Nationalmannschaft, der Gold holte, unterlag er zuvor und holte somit die Silbermedaille.

Die „Wiesemänner“ schwärmen von ihrer Lieblingssportart. „Du brauchst neben einer guten kämpferischen Einstellung auch Körperkraft und vor allem Ausdauer“, sagt Florian. „Wir trainieren viermal die Woche und sind topfit“, ergänzt Fabian. Er holte vor gut einem Jahr bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Pirmasens die Bronzemedaille im griechisch-römischen Stil.

Beim Warnemünder Traditionsturnier waren 123  Athleten aus Deutschland, Schweden und Polen aktiv. Stefan Pentschew, Mitorganisator und Abteilungschef der Ringer beim SV Warnemünde, sagte: „Die Anzahl der Teilnehmer ist eher durchschnittlich. Das liegt unter anderem am engen Wettkampfkalender.“ Dennoch freute er sich, erstmals die polnische Nachwuchs-Nationalmannschaft begrüßen zu dürfen und viele „bekannte Gesichter wiederzusehen“.

Cluburgestein Hans Wittkowski, der in den 1970-er Jahren zu den ersten Teilnehmern des Turniers zählte, fühlte sich aufgrund der vielen Ringer im Männerbereich an die Anfänge erinnert. „Es war früher ein reiner Männerwettkampf. Die Jugend kam erst später dazu. Super, dass insgesamt 76 Männer dabei sind“, lobte der 66-Jährige.

Insgesamt holten die Teilnehmer aus der Hansestadt dreimal Edelmetall. Antony Nitzschner (A-Jugend bis 48 kg) war dabei der einzige Goldmedaillengewinner. Alle Ergebnisse:www.liga-db.de

Marten Vorwerk