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Rostock Stadthafen: Parken ohne Schlaglöcher
Mecklenburg Rostock Stadthafen: Parken ohne Schlaglöcher
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00:00 29.08.2017
André Brendel (l.) und Olaf Baukus erneuern die Randsteine für den Parpklatz im Stadthafen. Gestern begannen sie die Arbeiten. Quelle: Foto: Thomas Niebuhr
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Stadthafen

Begonnen hatten die Pflasterarbeiten auf dem Parkplatz schon im vergangenen Jahr, doch dann ruhte das Geschehen im Stadthafen. Nach einer Beschwerde des Bauverbandes Mecklenburg-Vorpommern lenkte das kommunale Wohnungsunternehmen Wiro schließlich ein und schrieb den Auftrag neu aus. Seit gestern wird nun wieder gearbeitet und im Dezember soll der Parkplatz dann komplett fertig sein.

Wiro saniert Fläche / Bauarbeiten ruhten monatelang nach rechtlichen Problemen

„Auftragnehmer ist jetzt eine Teterower Straßen- und Tiefbaufirma“, sagt Sabine Steinhaus, Geschäftsführerin Parkhaus Gesellschaft Rostock GmbH (PGR), eine 100-prozentige Tochter des kommunalen Wohnungsunternehmens Wiro. Sogar eine Mitgliedsfirma im Bauverband des Landes habe den Zuschlag bekommen, freut sich Präsident Rainer Bauer. „Die Gesetze sind eindeutig“, begrüßt er das Einlenken der Wiro.

Die hatte die Pflasterarbeiten aus seiner Sicht in unzulässiger Weise an ein Garten- und Landschaftsbauunternehmen vergeben, woraufhin sich die Tiefbaufirmen an den Verband gewandt hatten. „Da war eine Grenze überschritten, um eine preiswertere Variante zu bekommen“, so Rainer Bauer. Es gehe bei dem Auftrag ausschließlich um Pflasterarbeiten und nicht um die Gestaltung mit Bäumen, Sträuchern oder Bänken, weshalb die günstigere Landschaftsfirma nicht hätte beauftragt werden dürfen. Tiefbauer würden nach höheren Tarifen bezahlt.

Die Wiro stoppte nach der Beschwerde umgehend die Reparaturen am Parkplatz, um die Einschätzung des Bauverbandes extern juristisch zu prüfen. Obwohl das Vergabeverfahren nach Beurteilung der Rechtsanwälte aus Wiro-Sicht formal korrekt und ordnungsgemäß durchgeführt wurde, musste es aus pragmatischen Gründen neu ausgeschrieben werden, teilt die Wiro mit. „Um Planungs- und Rechtssicherheit zu erhalten, und um endlich voranzukommen“, wie Sabine Steinhaus erklärt. Die PGR bewirtschaftet den Parkplatz „Stadthafen“ im Auftrag der Hansestadt Rostock, der die Flächen gehören.

Bis Anfang Dezember sollen 639 neue Stellflächen, 27 davon für Wohnmobile, entstehen. Dafür wird der dort bisher unbefestigte Sandboden großflächig gepflastert und zusätzlich in östlicher Richtung um eine Fläche von rund 4750 Quadratmeter erweitert, teilt die PGR mit, die in der Innenstadt mehr als 2200 Stellplätze in Parkhäusern und auf anderen Flächen verwaltet. Je nach Bauablauf könne es in den kommenden Monaten zu einer teilweisen aber auch kompletten Sperrung des Parkplatzes kommen. „Monatskarten sind deshalb zurzeit nur in begrenztem Umfang erhältlich“, teilt Sabine Steinhaus mit.

Alternativ bietet die Gesellschaft Parkplätze „Am Kabutzenhof“ an. Viele Autofahrer weichen auf der Suche nach einem Innenstadt-Parkplatz in den Stadthafen aus, nach längeren Regenfällen war der aufgeweichte Platz mit Pfützen und Schlaglöchern oft kaum nutzbar.

Bau-Präsident Rainer Bauer geht davon aus, dass nun im Stadthafen vernünftige Arbeit abgeliefert wird. Grundsätzlich habe er ein Problem damit, dass in der Regel nur das günstigste Angebot bei Vergaben gewählt werde und nicht auf Qualität geachtet würde. „Viele Fachfirmen sind damit beschäftigt, Pfusch zu beseitigen.“, beschreibt er eine der Folgen. In seinem eigenen Rostocker Unternehmen macht Bauer allein 70 Prozent seines Jahresumsatzes mit der Beseitigung von Baumängeln aus den vergangenen 15 Jahren, berichtet er. „Das Geld könnte besser für Neubauten eingesetzt werden.“ Es wäre gut, wenn schon bei der Auftragsvergabe auf Qualität gesetzt würde.

Monatskarte kostet 36 Euro

6 Euro kostet ab dem 1. Oktober das Tagesticket für Autofahrer auf der neu gestalteten Fläche im Stadthafen. Ein Euro ist dann für eine Stunde Parken zu bezahlen und für die Monatsverträge sind 36 Euro fällig. Für Wohnmobile wird pro Stunde ebenfalls ein Euro berechnet, das Tagesticket für den Stadthafen kostet zwölf Euro.

639 neue Stellflächen, 27 davon für Wohnmobile, entstehen. Betreiber des Parkplatzes „Am Stadthafen“ ist die Parkhaus Gesellschaft Rostock GmbH, Eigentümerin des Grundstücks ist die Hansestadt Rostock. Die PGR ist eine Tochter der kommunalen Wohnungsgesellschaft Wiro. Die PGR bewirtschaftet außerdem öffentliche Parkhäuser und Tiefgaragen mit etwa 2200 Stellplätzen im Innenstadtbereich. Dazu gehören das Parkhaus auf der Holzhalbinsel, die Wiro-Häuser „Am Gericht“ in der August-Bebel-Straße, „Universitätsklinikum“ in der Schillingallee und die Garagen „City“ in der Langen Straße und an den „Hafenterrassen“.

Thomas Niebuhr

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