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Rostock Stäbelow streitet um Werbetafeln für Flohmarkt
Mecklenburg Rostock Stäbelow streitet um Werbetafeln für Flohmarkt
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18:01 29.11.2019
Claudia Timm in ihrer Flohmarkthalle in Stäbelow Quelle: Doris Deutsch
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Stäbelow

Trödeln unterm Dach. Wetterunabhängig sein, das gefällt Händlern wie Kunden. Deshalb kaufte Claudia Timm vor zwei Jahren die Halle eines früheren Veranstaltungsdienstes im Gewerbegebiet in Stäbelow. Die 37-Jährige war zwölf Jahre lang Zeitsoldatin, Krankenschwester bei der Bundeswehr. Danach habe sie den Beruf der Konditorin in der „Schokoladerie de Prie“ erlernt und nun Hobby und Beruf vereint.

„Ich war selbst viel auf Trödelmärkten unterwegs“, erzählt die 37-Jährige. Doch immer seien die Händler auf gutes Wetter angewiesen. „Man muss sich schon früh hinstellen, um einen guten Platz zu kriegen, dann Tische schleppen, das hat mich gestört.“ Und so kam die junge Frau auf die Idee, eine Flohmarkthalle einzurichten, in der sie Händler und Besucher auch gleich mit selbst gebackenen Torten versorgt.

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Das Konzept in Stäbelow kommt gut an

Im November 2017 fand der erste Flohmarkt in Stäbelow statt. Seitdem wird hier an jedem Wochenende getrödelt. Inzwischen hat die Existenzgründerin einen festen Händlerstamm. Im Schnitt kommen etwa 25 Anbieter aus Schwerin, Gnoien, Neubrandenburg und aus der Region, um Haushaltswaren, Textilien, Schmuck und Antiquitäten zu verkaufen. „Stammhändler können ihre Waren auch die Woche über in der Halle lassen und zahlen nichts dafür“, sagt Timm.

Das Konzept kommt offensichtlich an. „Weil wir Trödler vorwiegend der älteren Generation angehören, hatte uns die junge Frau vorgeschlagen, die Waren auf den Tischen liegen zu lassen“, berichtet Sigrid Ignaszewski, froh darüber, „dass das lästige Schleppen wegfällt“.

Etwa 500 Besucher finden nach Angaben von Timm regelmäßig den Weg zum Flohmarkt. Kein leichtes Unterfangen im Gewerbegebiet. Bisher hatte die Hallenchefin die Kunden mit Werbeschildern zum Markt gelotst. Doch genau diese Hinweistafeln sind nun Gegenstand eines Streits mit der Gemeinde und dem Amt Warnow-West.

Schilder hatten keine Genehmigung

Seit fast zwei Jahren habe sie jede Woche Freitagabend Werbeschilder und Wegweiser an der Hauptstraße in Stäbelow und Kritzmow platziert. „Und am Sonntagnachmittag wieder abgebaut“, sagt Timm. Das sei ihr nun verboten worden. Die Aufsteller seien im öffentlichen Verkehrsraum ohne erforderliche Genehmigung betrieben worden, noch dazu an Verkehrsschildern und Straßenbäumen befestigt, heißt es in einem Schreiben des Amtes.

Für die Sondernutzung müsse die Erlaubnis des zuständigen Straßenbaulastträgers, also der Gemeinden, eingeholt werden. Die haben im Amtsbereich einen Werbepächter, die Rostocker Stadtreklame, eingesetzt. Bei Werbeinteresse solle sie sich an diesen Partner wenden und die offiziellen Werbeplätze nutzen, rät das Amt Warnow-West.

„Die Gesetzmäßigkeiten müssen akzeptiert werden“

Stäbelows Bürgermeister Hans-Werner Bull kennt den Sachverhalt und spricht von „einem Kommunikationsproblem“. „Grundsätzlich ist die Gemeinde über jedes Gewerbe froh, vor allem wenn unsere Bürger davon profitieren“, sagt Bull. Es hätte durch das Amt Warnow-West, den Dienstleister der Gemeinden, mehrere schriftliche Hinweise gegeben, wie zu verfahren sei, an wen sich die Inhaberin des Flohmarktes wenden könne. „Die Gesetzmäßigkeiten müssen akzeptiert werden“, stellt Bull klar.

Händlerin Sigrid Ignaszewski hofft auf eine Einigung. „Wo ein Wille ist, da führt auch ein Weg zum Ziel für alle Seiten“, heißt es in ihrem Schreiben an die OSTSEE-ZEITUNG. Ein Trödelmarkt benötige fünf Jahre, um sich zu etablieren, und sie hoffe, dass das in Stäbelow gelingt. Claudia Timm lädt an den nächsten Wochenenden bis Heiligabend zu Adventsflohmärkten.

Im Januar alles für einen Euro und eine Kofferversteigerung

Am ersten Januarwochenende hat sie einen Ein-Euro-Markt geplant. „Da kostet alles einen Euro, das kommt bei den Kunden gut an“, hat sie beobachtet. Für den 29. Februar hat sich Timm eine Kofferversteigerung ausgedacht. „Die Händler suchen schon Koffer, die sie füllen wollen. Und dann werden die Wundertüten für Erwachsene versteigert“, kündigt sie an.

Von Mai bis Anfang Oktober fällt der Flohmarkt an jedem ersten Sonnabend im Monat aus. „Dann ist Linedance-Party“, erklärt Timm, die seit 17 Jahren diesem Hobby frönt und zu diesem Event Tanzgruppen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in Stäbelow begrüßen kann. „Dann wird die Halle ausgeräumt, umdekoriert und bestuhlt.“ Ab dem ersten Ton werde getanzt.

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Von Doris Deutsch

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