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Rostock Stefanie Zernikow übernimmt das Steuer der Rostocker Seemannsmission
Mecklenburg Rostock Stefanie Zernikow übernimmt das Steuer der Rostocker Seemannsmission
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18:00 25.11.2019
Stefanie Zernikow ist gelernte Speditionskauffrau, auf dem zweiten Bildungsweg hat sie Theologie studiert. Und seit der Jugendzeit hatte sie den Wunsch, in einer Gemeinde zu arbeiten. Nun ist sie Seemannsdiakonin. Stefanie Zernikow übernimmt im kommenden Jahr die Leitung der Rostocker Seemannsmission Quelle: Frank Behling / Kieler Nachrichten
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Rostock

Eine Frau übernimmt das Ruder in der Rostocker Seemannsmission: Stefanie Zernikow heuert zum ersten Januar in der Hansestadt an. Die bisherige Leiterin der Kieler Seemannsmission wird den langjährigen Chef Folkert J. Janssen, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht, ablösen.

Die 36-Jährige freut sich auf die neue Herausforderung. „Rostock bietet viele Möglichkeiten und spannende Aufgaben – immerhin ist dort der größte deutsche Ostseehafen“, erklärt sie. „Außerdem leisten die Rostocker eine großartige Clubarbeit.“ Sie habe sich sehr gefreut, als sie gefragt wurde, musste aber dennoch erst einmal über das Angebot nachdenken. „Das ist natürlich ein großer Schritt. Mir liegen die Arbeit und die Mitarbeiter in Kiel ja auch am Herzen“, sagt die verheiratete Frau. „Ich habe die Entscheidung mit meinem Mann getroffen. Immerhin muss er auch umziehen.“

Schöne Altstadt und gutes Verkehrsnetz

Zernikow freut sich nicht nur auf den großen Hafen. „Die Rostocker Altstadt ist etwas Besonderes. Mir gefällt, dass sie so gut erhalten ist“, sagt sie und fügt lachend hinzu: „Und ich freue mich auf das große und gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz. Das habe ich in Kiel nicht.“ Ihre zukünftigen Kollegen aus Rostock kennt die neue Chefin bereits – die Kieler arbeiten viel zusammen und haben sich schon oft zu Meetings in einer der Hansestädte getroffen.

Theologie auf zweitem Bildungsweg

Im Alter von zwölf Jahren hat Zernikow über einen Freund die Kirchengemeinde kennengelernt. „Ich bin dann dort hängengeblieben und gläubig geworden“, erinnert sie sich. „Aber meine Eltern wollten, dass ich etwas Vernünftiges lerne.“ Sie entschied sich für eine Lehre zur Speditionskauffrau und engagierte sich weiterhin ehrenamtlich für die Gemeinde. „Ich habe gemerkt, dass mein Weg ein anderer ist und habe auf dem zweiten Bildungsweg Theologie studiert.“ Nach der Lehre arbeitete Zernikow bei einer Hamburger Reederei und ist dort auch erstmals mit einer Seemannsmission in Kontakt gekommen. „Ich habe schon immer gern mit Menschen zusammengearbeitet und finde es wichtig, Seeleuten eine Stimme zu geben und für sie da zu sein.“ Die Seemannsmission biete Menschen, die über mehrere Monate auf See sind, ein Zuhause und die Möglichkeit, einfach mal von Bord zu gehen, den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen und Kontakt zur Außenwelt zu haben.

Neue Kollegen freuen sich

An ihrem neuen Arbeitsplatz am Überseehafen freut man sich schon auf die Verstärkung. Für ihre Tätigkeit bringe Stefanie Zernikow beste Voraussetzungen mit. „Wir freuen uns, dass wir mit Frau Zernikow eine profilierte Gemeindepädagogin für die Leitung des sozial-diakonischen Dienstes der deutschen Seemannsmission Rostock e.V. gewinnen konnten“, sagt Arno Pöker. „Sie hat darüber hinaus eigene Speditions- und Seefahrtserfahrungen.“ Der erste Vorsitzender des Vereins Deutsche Seemannsmission Rostock betont, wie wichtig diese Anlaufstelle für Seeleute ist. „Die Arbeit ist durch eine Sieben-Tage-Woche geprägt“, sagt er. Privatsphäre gebe es kaum, da Wohn- und Arbeitsplatz sich kaum voneinander trennen lassen. Hinzu käme, dass auf den Schiffen, Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten, Religionen und Mentalitäten aufeinandertreffen.

Seelsorge gehört zu Hauptaufgaben

Die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden der gemeinnützigen Seemannsmission leisten daher seelsorglichen Beistand in allen Lebenslagen, helfen bei der Kontaktaufnahme nach Hause und bei Heuerproblemen. Ebenso organisieren sie Ausflüge, gestalten Gottesdienste und Andachten. Als Ansprechpartner für die Seeleute kommen sie an Bord und versuchen bei Problemen zu helfen. „Das sind ganz unterschiedliche Probleme“, sagt Zernikow. „Mal geht es um einen Streit mit der Ehefrau, der nicht geklärt werden konnte, da die Internetverbindung unterbrochen wurde. Mal sind es Probleme mit Hierarchien an Bord oder Krankheiten.“

Auch mit traumatisierten Seeleuten hat die Diakonin zu tun – etwa nach einem Piratenangriff oder weil ihnen das Leid der Flüchtlinge nahe geht, die versuchen, über das Meer nach Europa zu kommen. „Natürlich berührt mich das“, sagt die Kielerin. „Aber man muss versuchen, professionellen Abstand zu halten.“

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Von Katharina Ahlers

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