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Rostock OB-Wahlforum: Das waren die besten Argumente der Kandidaten
Mecklenburg Rostock OB-Wahlforum: Das waren die besten Argumente der Kandidaten
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10:40 08.06.2019
OB-Duell: Claus Ruhe Madsen (r.) traf auf Steffen Bockhahn (l.). Chefredakteur Andreas Ebel (m.) moderierte. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Schlagfertigkeit contra politische Erfahrung: Beim Wahlforum der OSTSEE-ZEITUNG zur Rostocker Oberbürgermeisterwahl haben am Freitagabend beide Kandidaten ihre Stärken ausgespielt. Wahrend der parteilose Möbelunternehmer Claus Ruhe Madsen mit Originalität und unternehmerischer Expertise punktete, spielte der Linken-Kandidat und Sozialsenator Steffen Bockhahn seine über die Jahre erworbene Fachkenntnis in der Verwaltung aus.

Die Debatte im voll besetzten Großen Saal des OZ-Medienhauses wurde live im Internet übertragen. Die Zuschauer konnten online abstimmen, wessen Argumente sie überzeugender fanden: 62 Prozent entschieden sich für Madsen und 32 Prozent für Bockhahn. (Bei der Umfrage handelt es sich um ein Stimmungsbild. Sie ist nicht repräsentativ.)

Bilder vom OZ-Duell Bockhahn gegen Madsen:

Stichwahl in Rostock: Bilder vom OZ-Duell Bockhahn gegen Madsen

Die Diskussion verlief weitgehend fair, nur selten stichelten die Kandidaten gegen ihren Gegner bei der Stichwahl am 16. Juni. Bockhahn betonte etwa, dass er schon 40 Jahre in Rostock lebe: „Ich kenne die Stadt aus dem Effeff, ich weiß, was die Leute hier bewegt.“ Madsen dagegen ist Däne. Er wäre, sollte er die Wahl gewinnen, sogar der erste ausländische Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Bei einer anderen Frage konterte er jedoch: Er komme aus Kopenhagen und sei damit näher an Rostock geboren als 98 Prozent aller Deutschen.

Der Livestream des OB-Duells zum nochmal anschauen

Hämisches Raunen als es um die geplante Moschee geht

Als Bockhahn zur geplanten Moschee am Holbeinplatz erklärte, dass die Polizei dem Standort zugestimmt habe, regte sich im Publikum hörbar Widerspruch. Als der Senator dann darum bat, ausreden zu dürfen, ging ein hämisches Raunen durch den Saal – zumindest aus den Reihen der zahlreich vertretenen und teilweise durch T-Shirts oder Anstecker erkennbaren Madsen-Anhänger. Eine Reaktion, die Bockhahn sichtlich verärgerte.

Auf die Frage von OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, warum sich die Wähler für den jeweiligen Kandidaten entscheiden sollten, antwortete Bockhahn, er werde sich für eine Stadt einsetzen, in der sich alle Menschen wohlfühlen. „Ich will die soziale Infrastruktur der Stadt auf Spur bringen. Als Sozialsenator habe ich dazu nur begrenzte Möglichkeiten, daher will ich Oberbürgermeister werden.“

OB-Wahlforum: Alle Fragen und Antworten im Protokoll

Madsen: Einen Betriebsrat braucht kein Mensch

Madsen meinte: „Ich habe in zahlreichen Gesprächen festgestellt, dass die einfachen Themen die Menschen bewegen, wie Hundekot und Müll auf der Straße oder kaputte Gehwege – und nicht etwa Großprojekte.“ Er sehe es daher als seine Pflicht an, sich um die kleinen Sorgen der Rostocker zu kümmern, „danach können wir mit den großen anfangen.“

Etwa 1,5 Stunden lang stellte Andreas Ebel zuvor von Lesern eingereichte Fragen. Die Leute interessierten sich vor allem für die Themen Umwelt, Wohnen und Verkehr. Am Ende gab er beiden Bewerbern Gelegenheit für ein Schlusswort. Bockhahn sagte darin. „Wir müssen in Bildung investieren und uns erst dann um die anderen Dinge kümmern – denn das ist das Allerwichtigste.“ Madsen dagegen nutzte die Gelegenheit, auf die vor einigen Wochen aufgekommenen Vorwürfe einzugehen, er zahle in seinem Möbelhaus Dumpinglöhne: „Ich zahle vier Prozent über Tariflohn und ich kenne sogar alle Kinder meiner Mitarbeiter.“ Er arbeite mit seinen Leuten auf Augenhöhe, ein Betriebsrat sei deswegen nicht nötig.

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Axel Büssem

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