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Rostock Stiftung und eigenes Schiff: So will Rostock die alten Großsegler retten
Mecklenburg Rostock Stiftung und eigenes Schiff: So will Rostock die alten Großsegler retten
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18:30 11.08.2019
Die „Mir“ (links) läuft am Sonnabend hellerleuchtet in Warnemünde ein. Auch die „Amerigo Vespucci“ erstrahlt in den italienischen Landesfarben. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Vier Tage Party, Spaß und schöne Schiffe: Mit dem Auslaufen der Segler aus 14 Nationen ist am Sonntag die 29. Rostocker Hanse Sail in Rostock zu Ende gegangen. „Und es war wirklich die schönste Sail aller Zeiten“, schwärmt der Fest des größten Volksfestes in MV, Holger Bellgardt. „Sie war friedlich, international und so maritim wie lange nicht mehr.“ An Land und auf See gab es kaum Zwischenfälle – trotz der erneut mehr als einer Million Besucher. Begeistert waren auch die Crews und Kapitäne der mehr als 170 Traditionsschiffe: Mehr als 20 000 Menschen gingen bei ihnen an Bord, brachten dringend benötigte Einnahme für die alte Schiffe. Nach der Sail drohen nun aber wieder rauer Zeiten für die historischen Segler und Schiffe.

Sicherheitsvorkehrungen werden teuer

Vergangenes Jahr konnte kurz vor der Sail zwar noch das Aus für viele Traditionsschiffe abgewendet werden, doch das Thema ist nach wie vor nicht vom Tisch: Die EU und die Bundesregierung fordern schärfe Sicherheitsvorkehrungen auch an Bord alter Schiffe. „Der Bund stellt zwar einen Fonds mit 20 Millionen Euro für Umbauten zur Verfügung. Das Geld reicht aber nicht, um alle rund 100 Traditionsschiffe in Deutschland nachzurüsten“, sagt Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt. Vielen drohe weiterhin das Aus. „Die ehrenamtliche Vereine, die in viele dieser Schiffe betreiben, haben das Geld nicht.“

Rostock will nun Vorreiter sein – und eine Stiftung für das maritime Erbe in Deutschland gründen: „In diese Stiftung sollen auch private Spender und Unternehmen einzahlen. Die Schiffe brauchen mehr Unterstützung.“ Am Rande der Sail sprachen Bellgardt und Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) die Sorgen auch bei Bundespräsident und Sail-Schirmherr Frank-Walter Steinmeier an. „Keine Stadt der Welt kümmert sich so intensiv um das maritime Erbe wie Rostock“, sagt Methling. Die Hansestadt wolle mit gutem Beispiel vorangehen und sich an der Stiftung beteiligen.

OB träumt von Rostocker Segel-Schiff

Methling scheidet zwar Anfang September aus seinem Amt aus, übergibt an Nachfolger Claus Ruhe Madsen. Doch für die historischen Schiffe wolle er sich weiter engagieren. Denn auch in Rostock brauchen viele Schiffe Hilfe: „Da wäre zum Beispiel der Dampfeisbrecher ,Stephan Jantzen’, den wir als Stadt erhalten müssen. Er ist neben der ,Santa Barbara Anna’ das einzige große Traditionsschiff in Rostock.“ Und auch für die „Undine“ müsse die Hansestadt mehr Geld ausgeben. Methling will den ältesten noch erhaltenen Seebäderdampfer an Land holen und zurück auf die ehemalige Helling der alten Neptun-Werft bringen. „Dort wurde das Schiff gebaut, dorthin soll es zurückkehren“, so der OB. Der Rumpf des 1910 erbauten Schiffes liegt seit Jahren an der Silohalbinsel. „Unsere Idee ist es, die ,Undine’ an Land zu holen und zum neuen Technik- und Wirtschaftsmuseum der Stadt zu machen.“

Methling denkt aber bereits über noch ein Projekt nach: „Rostock braucht ein eigenes Flaggschiff!“, fordert er. Lübeck habe den Nachbau einer Kraweel aus der Hansezeit, die „Lisa von Lübeck“, Bremerhaven seit 2011 die „Alexander von Humboldt II“. „Die Pläne für diese prachtvolle Bark wurden einst vom Sail-Büro erarbeitet.“ Gebaut und finanziert wurde 15-Millionen-Euro-Neubau aber in Bremerhaven. „Ein solches Schiff wäre als Werbeträger für Rostock unbezahlbar.“

Von Andreas Meyer

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