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Rostock Streit um Lärm am Alten Strom: Fronten sind gelockert
Mecklenburg Rostock Streit um Lärm am Alten Strom: Fronten sind gelockert
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19:35 12.02.2019
Am Alten Strom in Warnemünde ist wieder Ruhe eingekehrt. Anwohner und Gastronomen haben einen Kompromiss geschlossen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Klapperndes Geschirr, lautstarke Unterhaltungen und Musik bis in die späten Abendstunden hinein: In den vergangenen Jahren klagten Anwohner am Alten Strom über massive Lärmbelästigungen, verursacht durch die ansässige Außengastronomie. Um die Situation zu entschärfen, hat die Stadt zwischen den Fronten vermittelt und gemeinsam mit allen Beteiligten einen Kompromiss erarbeitet. Wie sich die Situation seitdem entwickelt hat und welche Maßnahmen getroffen wurden, hat das Gewerbeamt am Dienstagabend in der Ortsbeiratssitzung erläutert.

Veranstaltungsverbot vermeiden

„Uns war es in erster Linie wichtig, eine Lösung zu finden, die alle Interessen berücksichtigt“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU). Eine Situation, wie vor wenigen Jahren in Boltenhagen, sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Dort habe das Gericht ein Veranstaltungsverbot im Kurpark erwirkt. Geklagt hatte ein Bürger, der sich durch die regelmäßigen Konzerte gestört fühlte. Am Ende hat er Recht bekommen und jegliche Veranstaltungen mussten abgesagt werden. „So weit wollen wir es hier nicht kommen lassen, denn auch wenn eine gerichtliche Entscheidung gefällt wird, es gibt in solch einem Fall immer Verlierer“, sagt Prechtel mit ernstem Ton.

Um die Situation wieder etwas aufzulockern, musste also ein Mittelweg gefunden werden, der die Bedenken der Bürger und die der Gastronomen vereint. „Der Alte Strom lädt nun einmal zum Verweilen ein“, meint Andreas Bechmann, Abteilungsleiter Gewerbeangelegenheiten. Die hohe Zahl an Urlaubern und Tagesgästen verlange nach einem attraktiven gastronomischen Angebot mit entsprechenden Außeneinrichtungen – ebenfalls am Abend. Die Geräuschkulisse müsse allerdings auf ein erträgliches Maß beschränkt sein. „Wir wollen auch unsere Touristen nicht zu stark einschränken“, so Bechmann weiter.

Lärmschutz-Vereinbarung getroffen

„Zusammen mit Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski haben wir überlegt, wie wir die Situation befriedigen können. Gemeinsam mit allen Beteiligten verabredeten wir uns schließlich zu einem Klärungsgespräch“, sagt der Abteilungsleiter. Nachdem alle Seiten angehört wurden, einigte man sich auf eine Vereinbarung. Diese besagt, dass die Lokale ihren Außenbereich freitags und sonnabends spätestens bis 23.30 Uhr und sonntags bis donnerstags bis spätestens 22.30 Uhr schließen sollen. Außerdem sollen die Gastwirte ihre Kunden dazu auffordern, sich rücksichtsvoll und ruhig zu verhalten.

Die Anwohner wiederum erkennen mit der Unterschrift des Dokuments die besondere örtliche Situation am Alten Strom an. Bechmann betont dabei: „Die Vereinbarung hat keinen Rechtscharakter und wurde von allen Anwesenden freiwillig unterzeichnet.“ Zusätzlich wurde ein Beschwerdetelefon eingerichtet, wie Bechmann berichtet. „Bürger können damit direkt Kontakt mit einem Ansprechpartner aufnehmen und ihr Anliegen unverzüglich mitteilen.“

Gewerbeamt zieht ein Fazit

In regelmäßigen Abständen haben das Gewerbe- und Umweltamt Kontrollen durchgeführt, um zu prüfen, ob sich die einzelnen Beteiligten an die Abmachung halten. Eine Auswertung ergab nun, dass die Beschwerden deutlich abgenommen haben. „Das Mecker-Telefon wurde so gut wie gar nicht in Anspruch genommen“, berichtet Bechmann. Auch die stichprobenartigen Überprüfungen zeigen eine positive Entwicklung. „Natürlich gibt es hin und wieder Ausreißer. Aber das ist hier nicht mehr die Regel.“ Besonders erfreulich: Es werde miteinander kommuniziert. Vor drei Jahren sei daran nicht zu denken gewesen. Die Fronten seien so stark verhärtet gewesen, dass kaum ein anständiges Gespräch zustande kam.

„Wir werden niemals den idealen Zustand erreichen“, meint Bechmann. Es sei schließlich schwierig, alle Wünsche gleichermaßen zu befriedigen. Die enge Zusammenarbeit mit den Anwohnern, den Lokalbetreibern und dem Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski habe sich bezahlt gemacht. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, sagt Bechmann erleichtert. „Die Leute wollen keinen Streit oder Ärger provozieren, sondern gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“ Das gegenseitige Verständnis sei da und das wäre die Hauptsache.

Susanne Gidzinski

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