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Rostock CDU fordert neuen Standort für Landesmuseum
Mecklenburg Rostock CDU fordert neuen Standort für Landesmuseum
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05:30 19.03.2019
Am Primelberg liegt Rostocks Ursprung – und dort könnte nun auch das neue Landesmuseum entstehen: Jens Lühmann legt einen Holzspant eines Schiffs frei.
Am Primelberg liegt Rostocks Ursprung – und dort könnte nun auch das neue Landesmuseum entstehen: Jens Lühmann legt einen Holzspant eines Schiffs frei. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Bekommt Rostock nun „sein“ neues Wahrzeichen am Stadthafen – oder nicht? Vier Wochen nachdem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) überraschend einen Planungsstopp angeordnet hat, geht die Hängepartie um das Archäologische Landesmuseum weiter. „Kein neuer Stand“, heißt es unisono aus dem Finanz- und auch aus dem Bildungsministerium des Landes. Aus Reihen der CDU kommt nun der Vorschlag, über einen komplett neuen Standort nachzudenken. Einen Bauplatz, der „billiger“ sein könnte: Peter Stein, Rostocks CDU-Bundestagsabgeordneter, würde das Museum statt am Stadthafen lieber am Primelberg bauen. Dort, wo Rostock seine Ursprünge hat.

100 Millionen Euro sind MV zu viel

Hintergrund der Debatten: Ursprünglich wollte das Land „nur“ 20 Millionen Euro für das neue Archäologie-Museum in der Hansestadt ausgeben. Die Ur- und Frühgeschichte Mecklenburgs und Vorpommerns sollte in der Societät Maritim an der August-Bebel-Straße in Szene gesetzt werden. Doch bereits nach wenigen Wochen planten Stadt und Land um: Das Museum sollte nun doch an der Warnow gebaut werden – und als „Höhepunkt“ für die Bundesgartenschau 2025 eröffnet werden. Problem nur: Laut aktuellen Schätzungen stiegen die geplanten Baukosten auf rund 100 Millionen Euro. Und: Statt 15 Mitarbeitern sahen die Planungen der Ministerien nun bis zu 50 Festangestellte vor. Das aber war sowohl Vize-Regierungschef Lorenz Caffier (CDU) als auch Schwesig zu viel. Die Ministerpräsidentin stoppte die aktuellen Planungen – und forderte von den Ministerien neue Konzepte. Günstiger soll es werden.

Aus den beiden Ministerien heißt es nun, die Gesprächen dazu würden noch andauern. Noch sei kein Konzept fertig. Aus Schwerin heißt es aber auch, die Hansestadt Rostock habe zugesagt, sich finanziell an dem „Vorzeigeprojekt“ zu beteiligen. Bis zu 30 Millionen Euro aus der Stadtkasse habe Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) in Aussicht gestellt – unter der Bedingung, dass sich das Land dann stärker an den Kosten für einen Theater-Neubau beteiligt. Ein „Nullsummen-Spiel“ für die Hansestadt soll es am Ende werden. Den Planern läuft aber indes die Zeit weg. Ursprünglich sollten bereits vor gut vier Wochen ausgewählte Architekturbüros damit beauftragt werden, mit den Detailplanungen für das Museum zu beginnen.

Stein für neuen Standort

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Stein hält 100 Millionen Euro für ein Museum am Stadthafen für „absurd“. Er macht sich deshalb dafür stark, die Planungen komplett neu aufzurollen – und einen anderen Standort zu untersuchen: „Niemanden dürfte es überraschen, dass Bauvorhaben gehobenen Standards in exklusiver Wasserlage etwas teurer werden können“, so Stein. Die seien nämlich kompliziert und kostenintensiv. „Aber wenn wir uns nun mit dem Land streiten, gefährden wir das Museum und auch die Bundesgartenschau 2025.“

Stein will deshalb die (Fluss-)Seiten wechseln – und macht sich für einen Museumsbau in Dierkow stark. Genauer gesagt, am Primelberg. Dort – in einer Niederung am Fluss – liegen die Ursprünge Rostocks. Erst im vergangenen Jahr entdeckten Archäologen des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung aus Wilhelmshaven Siedlungsreste und Schiffsteile, die deutlich älter als 800 Jahre sind: Schon vor 1250 Jahren könnte es eine Art Ur-Rostock an der Stelle gegeben haben. Und: Das frühe Rostock war nach Ansicht der Fachleute möglicherweise einst so bedeutend wie das legendäre Haithabu.

„Mit den archäologischen Funden der Siedlungs- und Hafenanlagen am Dierkower Ufer bieten sich hervorragende Chancen und Synergien mit dem geplanten Museumsprojekt an“, sagt Stein. „Es ist kein Geheimnis, dass ich den Standort im Stadthafen von Beginn an für äußerst ambitioniert gehalten habe.“ Im Klartext: Auf dem Ostufer der Warnow könnte das Museum zum einen günstiger gebaut werden und außerdem könnten dort Besucher auch erleben, wie Grabungen ablaufen. Authentische Geschichtsbildung. „Ein lebendiges Landesmuseum.“ Am Stadthafen könnte ein kleines Info-Zentrum entstehen, über die geplante Fußgängerbrücke könnten die Besucher dann in wenigen Minuten das Museum in Dierkow erreichen. „Und wir würden damit auch etwas den Osten der Stadt tun, die Stadtteile dort aufwerten.“

Andreas Meyer

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