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Rostock Studenten aus dem gesamten Ostseeraum forschen in Warnemünde
Mecklenburg Rostock Studenten aus dem gesamten Ostseeraum forschen in Warnemünde
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19:35 27.03.2019
19 Studenten aus sieben Ländern schauen sich die Labore des IOW an. Anna Wittenborn, Doktorandin im Bereich Geologie leitet die Führung. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

Wie hat sich das Klima global und speziell an der Ostsee seit der letzten Eiszeit vor rund 10 000 Jahren verändert? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen aktuell 19 Studenten am Warnemünder Leibniz-Institut für Ostseeforschung. Dort findet erstmalig eine sogenannte Winter School zum Thema „Analyse der Klimavariabilität“ statt. Eine Woche lang besuchen die Doktoranden und Masterstudenten Vorlesungen, Übungen und Diskussionsseminare in denen sie sich austauschen und ihr Wissen vertiefen können.

Studenten aus sieben Ländern zu Besuch

Ob aus Estland, Polen, Russland oder der Ukraine, die Teilnehmer stammen aus dem gesamten Ostseeraum. Mit einer Ausnahme: Miriam Sterl. Die 21-Jährige kommt aus den Niederlanden und studiert in Utrecht Physik und Mathematik. Obwohl sie an der Nordsee aufgewachsen ist, interessiert sich die junge Frau sehr für die Besonderheiten der Ostsee. „Die Meere sind so unterschiedlich. Es ist spannend, beide miteinander zu vergleichen“, meint die Teilnehmerin. Auf die Winter School aufmerksam geworden ist sie durch ihren Vater, der am niederländischen Institut für Meteorologie arbeitet. „Mir hat der Aufruf sofort gefallen. Das ist mal etwas ganz anderes als Uni“, findet die Studentin.

Ziel der siebentägigen Veranstaltung sei es, in einem kleinen Rahmen mit intensiver Betreuung möglichst viel Wissen aus dem Bereich der regionalen Klimaforschung zu vermitteln, wie Prof. Dr. Markus Meier, Leiter der Abteilung Physikalische Ozeanographie und Messtechnik am IOW bestätigt. Er betreut die Winter School und hat die Inhalte zusammengestellt. Der Schwerpunkt liege dabei auf der statistischen Auswertung von Datensätzen. „Wir gehen bis zur letzten Eiszeit zurück und führen eine Analyse der Klimavariabilität durch“, erklärt der Universitätsprofessor. Dadurch sei es möglich, Langzeittrends zu erkennen.

Auswirkungen des Klimawandels erforschen

„Ich finde es sehr interessant, wie sich die Ostsee im Laufe der Zeit durch Klimaschwankungen verändert“, berichtet Hannah Schartmann. Die 24-jährige Kölnerin studiert seit dem Herbst 2016 Meeresbiologie an der Universität Rostock. Weil ihr Studium inhaltlich sehr biologisch ausgerichtet und das Angebot statistischer Seminare kaum vorhanden war, sieht sie in der Winter School eine Möglichkeit, für ihre Masterarbeit nützliche Analysemethoden zu erlernen. „Ich habe gemerkt, dass ich Statistik dringend brauche, um meine wissenschaftliche Arbeit richtig planen und durchführen zu können. Oder auch, um Ergebnisse vernünftig auszuwerten“, sagt sie. „Da hier mit den Grundlagen angefangen wird und keine Vorkenntnisse verlangt wurden, kann ich allem gut folgen.“

Natalja Čerkasova schätzt vor allem die enge Zusammenarbeit mit den anderen Kursteilnehmern. „Ich lerne hier nicht nur von den Dozenten, sondern auch von den anderen Studenten, die alle aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen.“ Die Litauerin selbst promoviert im Bereich Ökologie und Umweltwissenschaften. „Wir diskutieren viel, und es macht mir eine Menge Spaß. Sich zu dem Thema belesen, kann jeder, doch das hier ist eine ganz besondere Erfahrung“, meint die 32-Jährige.

Fortsetzung soll folgen

„Es freut mich, wenn das, was man vermitteln möchte, Freude bereitet. Wir haben wieder einmal eine tolle Truppe hier, die unglaublich motiviert ist“, merkt Markus Meier an. Er ist sichtlich zufrieden mit der Teilnahme der Studenten und kann sich vorstellen, auch in Zukunft die Winter School anzubieten. „Es wird sich zeigen, wie das Angebot ankommt. Aber bislang haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen“, so der Professor. Auch die Anzahl der Bewerber spreche für sich. „Es haben sich dreimal so viele Interessenten gemeldet, wie Plätze zur Verfügung standen.“

Susanne Gidzinski

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