Studentenwohnheim und Mensa in Rostock bald fertig: Was kostet ein Zimmer?
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Rostock Neues Studentenwohnheim und Mensa in Rostock bald fertig: Was kostet ein Zimmer?
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Studentenwohnheim und Mensa in Rostock bald fertig: Was kostet ein Zimmer?

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17:49 30.11.2021
Studentenwerk-Chef Kai Hörig (v. l.), Projektsteuerer Benno Proske und Bauleiter Bernd Brümmer stehen vor der neu gebauten künftigen Mensa mit benachbartem Studentenwohnheim in der Ulmenstraße.
Studentenwerk-Chef Kai Hörig (v. l.), Projektsteuerer Benno Proske und Bauleiter Bernd Brümmer stehen vor der neu gebauten künftigen Mensa mit benachbartem Studentenwohnheim in der Ulmenstraße. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Sonnenstrahlen scheinen durch die Fenster des neuen Studentenwohnheims in der Ulmenstraße 45 in Rostock. Auf der Baustelle herrscht reger Betrieb. Derzeit wird das Gebäude abgerüstet. In der neuen Mensa, die in dem Komplex ebenfalls entsteht, wird gerade der Estrich in der Küche verlegt. „Wir liegen gut im Zeit- und Kostenplan“, sagt Kai Hörig, Geschäftsführer des Studierendenwerks Rostock-Wismar.

Zum Wintersemester 2022 soll die Eröffnungsfeier für Mensa und Wohnheim stattfinden. Vermutlich werde beides aber schon eher nutzbar sein, wie Hörig erklärt. Aktuell befindet sich die Interims-Mensa im Haus 5 auf dem Ulmencampus, im kommenden September werde sie dann geschlossen und die neue Mensa in Betrieb genommen.

Von außen kann sich das Gebäude schon sehen lassen. Das kräftige Rot des neuen Baus der Mensa sticht förmlich hervor. Innen ist noch der Rohbau zu sehen. Im unteren Bereich werden sich später Ausgabe, Kasse und der Küchenbereich befinden. „Es wird auch eine Kochstation mit Front-Cooking geben“, sagt Hörig.

Mensa-App geplant

Das Studierendenwerk hat viele Pläne für die Zukunft. So ist eines der Ziele, klimafreundlicher zu werden. „Wir wollen eine Mensa-App entwickeln. Da können die Studierenden das Essen mitgestalten, die Essenspläne sehen und vielleicht wird es auch eine Bezahlmöglichkeit darin geben.“ Auch der eigene ökologische Fußabdruck vom Essen solle auf der App ersichtlich sein. Das alles sei allerdings erst noch in der Planung.

Der Essensbereich der Mensa besteht aus zwei Sälen. Dorthin gelangen die Studierenden über eine Rolltreppe. „Wir sind die erste Mensa, die so etwas hat“, sagt der Geschäftsführer. 400 Sitzplätze sollen in den neuen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Damit ist sie die zweitgrößte Mensa in Rostock nach jener in der Südstadt mit um die 560 Plätzen. Auch für Veranstaltungen sollen die Säle künftig genutzt werden können, wie Hörig mitteilt. „Wir wollen versuchen, die Mensa bis in den Abend zu öffnen, und auch eine Cafeteria wird im oberen Stockwerk entstehen“, erklärt der Geschäftsführer.

2er- und 3er-WGs im Wohnheim

Direkt neben der Mensa schließt sich das neue Wohnheim an. Dort befinden sich hauptsächlich Zweier- und Dreierwohngemeinschaften. Es gibt aber auch Apartments und Zimmer für Rollstuhlfahrende. In den WGs teilen sich die Studierenden neben dem gemeinsamen Flur, Bad und Küche. Die Zimmer haben jeweils eine Größe von 13 bis 15 Quadratmetern. Auf jeder der insgesamt vier Etagen befindet sich ein Waschmaschinen- und ein Putzraum. Zudem gibt es zwei große Gemeinschaftsräume im Gebäude. Zum einen eine Küche, in der es auch einen Backofen und eine Mikrowelle geben wird und einen Sportraum.

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„Die Wohnheimzimmer werden durchschnittlich 325 Euro warm kosten“, sagt Hörig. Teurer dürfe es auch nicht werden, da sich das Studierendenwerk am BAföG-Satz orientiere. Es ist genau die Summe, die beim BAföG als Wohngeldzuschuss gezahlt wird.

Das sechs Millionen Euro teure Bauprojekt bekomme 25 Prozent Zuschuss vom Land, wie der Geschäftsführer des Studierendenwerks mitteilt. Das reiche aber nicht. „Wir bräuchten eigentlich das Doppelte“, sagt Hörig. Für das Studierendenwerk ist es fünf nach zwölf, wie der Geschäftsführer sich ausdrückt. „Wir sind drastisch unterfinanziert.“ Hörig hofft jetzt auf weitere Fördermittel vom Land. Wenn das nicht passiere, seien einzelne Einrichtungen in Gefahr.

In dem neuen Studierendenwohnheim entstehen 70 Plätze. Die Wohnungsnot sei aber damit noch lange nicht gelöst. Jährlich müssten dem Studierendenwerk zufolge etwa 1000 Anträge auf Wohnheimzimmer abgelehnt werden. Aus diesem Grund werden auch an anderen Standorten weitere Wohnheimzimmer geplant. So sollen unter anderem in der Max-Planck-Straße in der Rostocker Südstadt zusätzliche 278 Plätze entstehen, wie Hörig sagt. Dort wird jedoch noch immer auf die Baugenehmigung und auf die Fördermittelbewilligung gewartet.

Von Gina Henning