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Rostock Rostocker Studentin in Not: „Wer hat mein Auto zerstört?“
Mecklenburg Rostock Rostocker Studentin in Not: „Wer hat mein Auto zerstört?“
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08:59 30.05.2019
Julia Klinder hofft, durch Zeugen diejenigen zu erwischen, die ihr erstes eigenes Auto so zugerichtet haben. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Rostock

 Es war ihr erstes eigenes Auto, ein Geschenk zum 18. Geburtstag. Rund 30 000 Kilometer ist Julia Klinder mit dem silbernen VW Polo gefahren, war damit in Österreich und auf Festivals. „Es sind ganz viele tolle Erinnerungen mit diesem Auto verbunden“, erzählt die 22-Jährige. Doch seit Sonntag ist der Wagen zerstört. Beide Außenspiegel sind abgetreten und der Tankdeckel fehlt. Das Dach ist eingedellt, die Frontscheibe zersplittert, auch Scheinwerfer und Blinker wurden demoliert.

Die Schäden sind aber keine Folgen eines Unfalls, sondern Vandalismus. Das zeigen die unzähligen und vielfarbigen Graffiti-Schriftzüge, die nicht die gesamte Karosserie und alle Scheiben, sondern auch die Reifen zieren. Dazu viele Hansa-Aufkleber. „Das Einzige, was wirklich von mir stammt, ist der ,Abi 2016’ Aufkleber am Heck“, erklärt Julia. Auch die Nummernschilder wurden geklaut. Eines hat die junge Frau durch Hinweise aber schon zurück – es war zwischen Dobi und Margaretenplatz gefunden worden.

Unzählige Graffiti, Aufkleber, demolierte Scheiben und Spiegel. Wer hat etwas gesehen oder kann Hinweise auf die Vandalen geben?

Unwissend im Halteverbot gestanden

„Ich könnte immer noch jeden Tag heulen, wenn ich das sehe“, sagt die junge Frau, die 2017 aus der Nähe von Hamburg zum Studium nach Rostock kam und im Sommer vor einem Jahr in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt gezogen ist. „Das Auto stand immer irgendwo in der KTV und nie ist etwas passiert“, blickt Julia zurück.

Am Donnerstag vor einer Woche stellte sie ihren Wagen in der Niklotstraße ab, auf Höhe der Hausnummer 6. „Was ich nicht mitbekommen habe, ist, dass dann aufgrund des KTV-Festes offenbar ein Halteverbot aufgestellt wurde“, sagt sie. Als Julia am Sonnabend gegen 22 Uhr nach einem Ausflug mit Freunden zu ihrem Auto kommt, ist das noch unversehrt. „Ich hab die vielen Menschen gesehen, aber hatte keine Chance, umzuparken. Alle Plätze waren voll und die Straße abgesperrt“, erklärt die Wahl-Rostockerin, die im vierten Semester Grundschullehramt studiert.

Video zeigt Tänzer auf dem Autodach

Das böse Erwachen kam dann am Sonntagmorgen. „Als ich kurz vor zehn runterkam, war das Auto so zugerichtet“, sagt Julia, die bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat und auch über die sozialen Medien im Internet nach Hinweisgebern sucht. „Alle Bilder oder Videos, auf denen das Auto zu sehen ist, können helfen“, so die Studentin.

Einige Hinweise hätte sie schon erhalten. Unter anderem darauf, dass auf dem Autodach getanzt wurde, was die Dellen erklären könnte. „Die schlimmsten Schäden müssen nach ein Uhr nachts gekommen sein. Es gab vor Ort einen Straßenrave und mein Auto stand wohl direkt am Mischpult.“

Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Polizeisprecherin Yvonne Hanske bestätigt den Eingang der Anzeige. „Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung dauern noch an“, sagt sie. Die fast exzessive Art, mit der das Fahrzeug als einziges in dieser Nacht beschädigt wurde, sei aber „schon eher ungewöhnlich“, so Hanske.

Kein Hinweis auf persönlichen Racheakt

Einen persönlichen Racheakt gegen ihre Person schließt Julia allerdings aus. „Ich wurde aber schon mehrfach angesprochen, weil man bei einem Schriftzug auf der Beifahrerseite vermuten könnte, dass es Julia heißt“, sagt die Geschädigte. Sie hofft, dass einige der Kritzeleien Hinweise auf mögliche Täter geben, da in der Graffiti-Szene durch sogenannte Tags die Namen der Sprayer identifizierbar sind. „Profk ist zum Beispiel mehrfach zu lesen, auch , I love trains’ und ,Honig Kano’“, nennt Julia Beispiele.

Wie hoch der entstandene Schaden ist, weiß die Studentin noch nicht, weil der Gutachter noch nicht vor Ort war. „Geschätzt sollen es etwa 2500 Euro sein. Die ist das Auto gar nicht mehr wert. Aber fahrtüchtig ist es grundsätzlich noch.“ In den kommenden Tagen soll das Fahrzeug erst einmal gereinigt werden.

Das Vertrauen in ihr Viertel hat Julia Klinder durch den Vorfall aber nicht verloren. „Ich habe direkt danach auch schon große Solidarität erlebt. Mir wurde von Nachbarn angeboten, für mich und die Reparatur zu sammeln“, freut sich die Studentin, die künftig noch genauer schauen willen, wo sie ihr Auto abstellt.

Claudia Labude-Gericke

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