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Rostock Rostocks Studenten gehen auf die Straße
Mecklenburg Rostock Rostocks Studenten gehen auf die Straße
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16:32 13.05.2019
Banner zur Studentischen Vollversammlung und zur Bildungsdemonstration auf dem Ulmencampus. Quelle: Anh Tran
Rostock

Die Uni und das Studierendenwerk sind unterfinanziert, die Semesterbeiträge steigen und das Studium ist unflexibel – der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und der Studierendenrat (StuRa) haben viel an der Hochschulpolitik in MV zu beklagen. Deshalb rufen die Gremien am Mittwoch zur Studentischen Vollversammlung und zur Bildungsdemonstration auf.

„Unser Ziel ist es, so viele Studierende wie möglich zusammenzubringen und eine breite Öffentlichkeit zu schaffen“, erklärt StuRa-Präsident Tom Ridder. Ab 9 Uhr diskutieren Studierende im Audimax auf dem Ulmencampus über aktuelle Missstände. Um 14.30 Uhr versammeln sie sich auf dem Universitätsplatz in der Innenstadt und tragen ihre Forderungen auf die Straße. Auch Stadt- und Uni-Vertreter sprechen zu den Themen.

Steigende Beiträge und Studiengebühren

Anlass: Kritik an der Finanzierung des universitären Lebens. Es ginge vor allem um Geldmangel beim Studierendenwerk, das beispielsweise für Mensen oder Wohnheime zuständig ist. Die unzureichende Unterstützung von Stadt und Land würde zukünftig für steigende Preise sorgen, sagt AStA-Vorsitzender Marcus Neick.

So ist für kommendes Wintersemester eine Erhöhung der Semesterbeiträge um fünf Euro und im Jahr darauf um weitere sechs Euro geplant. Anna Sandmann, Referentin für Hochschulpolitik beim AStA meint: „Das wird auf die Studierenden abgewälzt und die müssen darunter leiden, weil das Land die Uni nicht genug unterstützt“ Auch der Preis für das Semesterticket steige weiterhin. 2014 kostete es noch 82 Euro. Bis 2021 sei schon mit 130 Euro zu rechnen.

Alternativen zur Preiserhöhungen gebe es kaum, meint Marcus Neick. „Wenn wir das Semesterticket nicht mehr selbst finanzieren und das Land uns nicht unterstützt, dann existiert es vielleicht bald nicht mehr.“ Auch die Erhöhung des Semesterbeitrages sei leider nötig. Ansonsten könne die Uni einige Mensastandorte nicht mehr erhalten oder genügend Wohnheime bauen. Deutliche Preissteigerungen beim Mensaessen seien ebenfalls die Folge. „Das wäre offensichtlich keine Option. Aber es ist auch keine Option, dass die Studierenden mehr zahlen“, sagt Neick. Deshalb müsse das Studierendenwerk mehr Geld vom Land bekommen.

Unflexibles und familienunfreundliches Studium

Weitere Kritik gibt es am unflexiblen Studienablauf. Eine Universität müsse laut Gesetz dafür sorgen, dass die Einhaltung von Regelstudienzeiten möglich ist. „Das heißt aber nicht, dass man Menschen unter psychologischen Druck setzen muss, wenn sie eine Prüfung nicht bestanden haben“, sagt StuRa-Präsident Tom Ridder. Das sorge für sich anhäufende Prüfungen in den folgenden Semestern und entsprechenden Stress.

Auch die Vereinbarkeit von Arbeit und Studium sei nicht gewährleistet. „Die Studienzeiten können häufig nicht eingehalten werden, wenn man nebenbei arbeitet“, sagt Marcus Neick. Ein Studierender habe selten die Möglichkeit, Studium und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. „Das ist ein Problem, weil Studieren durch hohe Mieten und steigende Beiträge inzwischen so teuer ist, dass man eigentlich arbeiten muss.“

Das sei vor allem für studierende Eltern schwierig, findet Anna Sandmann. „Es wäre um einiges einfacher, wenn Mütter nicht gleichzeitig ein Kind zu Hause hätten, nebenbei arbeiten müssen und in zwei Wochen noch den Drittversuch einer Prüfung schreiben müssen.“ Erleichterung würde eine Uni-Kita bringen, die zwar seit Jahren geplant sei, bisher aber nicht umgesetzt wurde, erklärt Sandmann.

Demonstrieren für „Gute Lehre“

Die Uni Rostock unterstütze die Studierenden – insbesondere bei der Forderung nach besser ausgebildetem Lehrpersonal und mehr wissenschaftlichen Mitarbeitern. Dozenten sollten demnach an didaktischen Weiterbildungen teilnehmen, um Lehrinhalte besser zu vermitteln. „Die Einheit von Forschung und Lehre sollte nicht einseitig zugunsten der Forschung ausfallen“, sagt Tom Ridder.

Wolfgang Muno, Lehrstuhlinhaber für Vergleichende Regierungslehre am Institut für Politikwissenschaften stimmt zu: „Dem Anwachsen der Studierendenzahlen bundesweit stehen keine gestiegenen personellen Ressourcen gegenüber. Insbesondere im Mittelbau fehlen Stellen, die die Lehrsituation verbessern könnten.“ Er ergänzt: „Eine gute Lehre braucht auch didaktische Kenntnisse und Grundlagen – gute Lehrerinnen und Lehrer werden nicht geboren, sondern gemacht!“

Auch Thema: Gleichstellung, Barrierefreiheit und Chancengleichheit sowie bezahlbarer studentischer Wohnraum. Bei der Bildungsdemonstration werden unter anderem Sozialsenator Steffen Bockhahn und Uni-Rektor Wolfgang Schareck sprechen.

Anh Tran

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