Studierende aus MV fordern nächstes Online-Semester: Was Martin sagt
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Rostock Hochschulen bald der nächste Hotspot? Studierende aus MV fordern nächstes Online-Semester
Mecklenburg Rostock

Studierende aus MV fordern nächstes Online-Semester: Was Martin sagt

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12:00 02.04.2021
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) reagiert auf Vorwürfe der Studierendenschaften und kündigt an, die Regelstudienzeit vermutlich erneut zu verlängern.
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) reagiert auf Vorwürfe der Studierendenschaften und kündigt an, die Regelstudienzeit vermutlich erneut zu verlängern. Quelle: dpa
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Rostock/Schwerin

Studierendenvertreter aus Mecklenburg-Vorpommern warnen vor einer Öffnungsdebatte für die Hochschulen im Land. „Wir fordern, dass die Lehre für das gesamte Sommersemester ausschließlich online abgehalten wird, sofern es sich nicht um Veranstaltungen handelt, welche zwingend in Präsenz stattfinden müssen“, heißt es in einem offenen Brief an Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und Mitglieder der Landesregierung und des Landtags.

„Trotz einer erneuten Infektionswelle mit stark steigenden Infektionszahlen sowie mehreren deutlich ansteckenderen Mutationen des Virus, welche sich derzeit weltweit verbreiten, möchte das Bildungsministerium nun über Öffnungsstrategien für das Sommersemester diskutieren“, heißt es weiter. „Unserer Meinung nach ist eine Öffnungsdebatte in der jetzigen Situation jedoch fehl am Platz.“ Die Präsenzlehre wäre ein weiterer „Hotspot“, der das Infektionsgeschehen befördern würde, so die Studierenden unter anderem.

Ministerium: Nehmen die Argumente ernst

Mit unterschrieben haben den offenen Brief die Vorsitzenden der Studierendenausschüsse der Universitäten Rostock und Greifswald sowie die der Hochschulen Wismar und Neubrandenburg und der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Nach OZ-Anfrage reagiert Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) so: „Die Argumente, die die Studierenden anbringen, nehmen wir sehr ernst. Aufgrund der hohen Infektionszahlen stehen derzeit leider keine weiteren Öffnungsschritte an den Hochschulen an. Dennoch halte ich es für wichtig, im Gespräch zu bleiben, Perspektiven zu beraten für die Zeit, wenn sich die Situation verbessert.“ Der Gesundheitsschutz habe nach wie vor oberste Priorität.

40 Millionen Euro für Digitalisierung der Hochschulen in Pandemie

Im vergangenen Jahr haben die Hochschulen laut Bildungsministerin Martin sehr viel unternommen, um ein Studium in Distanz zu ermöglichen. „Die Hochschulen haben Herausragendes geleistet und schnell auf digitale Lehre umgestellt“, so die Ministerin unter anderem. Das erfordere große Flexibilität von den Hochschulleitungen.

Um die Digitalisierung besser zu meistern, erhalten die Hochschulen 40 Millionen Euro zusätzlich aus dem MV-Schutzfonds. Die Mittel sind für Studium und Lehre und für die Hochschulverwaltungen vorgesehen. Damit werden weitere Investitionen in die Digitalisierung möglich.

Regelstudienzeit könnte erneut verlängert werden

„Außerdem haben wir bereits zweimal die Regelstudienzeit verlängert, damit Studierende, die Bafög beziehen und wegen der Corona-Krise ihr Studium verlängern müssen, keine Nachteile haben“, so Martin. Derzeit werde eine ähnliche Regelung für das Sommersemester vorbereitet, um vorbereitet zu sein, wenn sich herausstelle, dass es wieder weitestgehend digital abgehalten werden muss. „Danach sieht es derzeit leider aus“, sagt Bettina Martin.

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Außerdem sei eine Regelung im Landeshochschulgesetz vorbereitet worden, die zumindest das Online-Prüfungsgeschehen auf eine rechtssichere Basis stellt. „Wir haben dieses Vorhaben im Vorfeld mit den Studierendenschaften, Rektorinnen und Rektoren diskutiert und arbeiten derzeit an der notwendigen Gesetzesänderung“, reagiert die Ministerin auf den Vorwurf der Studierendenschaften, bei digitalen Prüfungen sei keine Rechtssicherheit gegeben.

Von Michaela Krohn