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Rostock Sturmflut-Warnung für deutsche Ostseeküste
Mecklenburg Rostock Sturmflut-Warnung für deutsche Ostseeküste
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16:20 05.01.2017
Auf der Ostsee vor Warnemünde kämpfte sich im November 2016 eine Fähre aus Trelleborg (Schweden) durch die sturmgepeitschte See. Damals sorgte das Orkantief „Britta“ für eine Sturmflut von bis zu 1,50 Meter über dem mittleren Wasserstand. Experten erwarten für die Nacht von Mittwoch zu Donnerstag eine ähnliche Flut. Quelle: wü/hg
Rostock/Hiddensee

Der deutschen Ostseeküste droht in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag eine Sturmflut. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie werden Wasserstände von 1,20 bis 1,50 Meter über Normal erwartet. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass es zu Wasserständen über 1,50 Meter kommen könne, sagte Ines Perlet vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Dienstag. Dies würde einer schweren Sturmflut entsprechen. Ursache sei der derzeit generell hohe Füllungsgrad der Ostsee von etwa 30 bis 40 Zentimeter über Normal.

In den vergangenen Tagen sei bei einer anhaltenden Südwest-/ Westwetterlage sehr viel Wasser aus der Nordsee bis in die zentrale Ostsee gedrückt worden, sagte Perlet. Das von Skandinavien über die zentrale Ostsee nach Russland ziehende Tief „Axel“ schiebe von der zentralen Ostsee den Wasserberg an die südliche Ostseeküste. Der Sturm selbst halte sich mit Windstärken um 7, maximal 8 in Grenzen.

„Einige werden sich wundern, warum es deshalb bei moderaten Windstärken hohe Wasserstände geben wird“, sagte Jürgen Holfort vom BSH. Bei einem hohen Füllungsgrad der Ostsee - wie aktuell - reiche selbst ein kleinerer Sturm aus, um eine größere Sturmflut zu bewirken.

Die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt bereiten sich nach Angaben des Umweltministeriums mit Hochwassermeldedienst und Bereitschaftsdienst auf die Sturmflut vor. Auch am Donnerstag werde mit hohen Wasserständen gerechnet, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Auswirkungen der Sturmflut würden demnach erst am Freitag vollständig sichtbar sein.

Nach Angaben des Umweltministeriums werden die vorhergesagten Wasserstände zur Überflutung von Stränden und Dünenabtragungen führen. Die Küstenschutzanlagen vor bebauten Gebieten seien jedoch überall in einem Zustand, der derartigen Belastungen standhalte, sagte eine Ministeriumssprecherin. In Küstenabschnitten, die nicht durch das Land gesichert werden, könne es zu Schäden kommen, wie zum Beispiel zu Steilufer- und Dünenabbrüchen sowie lokalen Überflutungen.

Ähnlich schwere Sturmfluten hatten die deutsche Ostseeküste nach Angaben des BSH am 21. Februar 2002 und am 1. November 2006 erreicht. Damals stieg das Wasser beispielsweise in Warnemünde auf 1,58 Meter (2002) und 1,62 Meter (2006) über Normal. In Koserow auf der Insel Usedom wurden Höchststände von 1,71 Meter (2002) und 1,54 Meter (2006) über Normal erreicht. Die Sturmflut von 2002 hatte beispielsweise Seebrücken auf Usedom und Rügen beschädigt und an Küstenschutzanlagen Schäden in Millionenhöhe verursacht.

Wieviel Wasser bis Donnerstag tatsächlich an die südliche Ostseeküste gedrückt wird, werde davon abhängig sein, wie schnell das Tief von Skandinavien über die zentrale Ostsee nach Russland ziehe, sagte Perlet. Die Vorhersagen würden regelmäßig aktualisiert.

Das Tief wird nordöstlich über Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Der Wind mit Sturmböen drehe dabei von Südwest über Nordwest auf Nordnordost, sagte der Meteorologe Stefan Kreibohm des Wetterdienstes Meteomedia. Diese Drehung des Windes führe zum sogenannten „Badewanneneffekt“. Das Wasser werde erst von den Küsten weggedrückt und schwappe mit dem Drehen des Windes wieder in voller Wucht an die Küsten zurück.

Besonders betroffen sein werden nach Angaben des BSH die Buchten wie der Greifswalder Bodden, die Wismarbucht, Warnemünde oder auch die Flensburger Förde, weil dort das Wasser nicht ablaufen könne.

Martina Rathke

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