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Rostock Südländer machen MV die Windkraft streitig
Mecklenburg Rostock Südländer machen MV die Windkraft streitig
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20:08 11.11.2015
Windräder bei Nienhagen (Landkreis Rostock). Süd- und mitteldeutsche Bundesländer machen MV den Windkraftausbau streitig. Sie fordern eine regionale Quote.
Windräder bei Nienhagen (Landkreis Rostock). Süd- und mitteldeutsche Bundesländer machen MV den Windkraftausbau streitig. Sie fordern eine regionale Quote. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Aufruhr in der Windkraftbranche: Sechs überwiegend südliche Bundesländer wollen Mecklenburg-Vorpommern bei der Entwicklung der Windkraft beschneiden. Hessen, Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und das Saarland arbeiten im Bundesrat an einer Initiative: Rund 40 Prozent der neuen Windräder sollen künftig dort gebaut werden – auch wenn die Windverhältnisse deutlich schlechter sind.

Der Norden stemmt sich gegen eine Quoten-Regelung, wie sie jetzt von den Südländern angestrebt wird. „Das macht uns Sorgen“, sagt Energieminister Christian Pegel (SPD) in Schwerin. Käme eine solche Regelung, wäre dies ein kompletter Sytemwechsel, so Pegel. Bislang stelle ein Anlagenbauer einen Antrag dort, wo er unter guten Bedingungen auf hohe Energie- und damit Gelderträge hofft. In Mecklenburg-Vorpommern sind dazu Eignungsgebiete ausgewiesen. Mit einer Quote würden Bundesländer gleichgeschaltet. Heißt: Windkraftanlagen entstehen nicht, wo der Wind bläst, sondern dort, wo die Bundespolitik sie hinsteuert.

Wettbewerbsverzerrung wäre dies für Andreas Jesse vom Bundesverband für Windenergie MV. Er hat am Dienstag eine Gegeninitiative unterzeichnet, die MV mit Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg startet. „Eine Quote wäre für den Norden kontraproduktiv“, so Jesse. Er spricht von „massiver politischer Einflussnahme“ aus dem Süden.

Da der Bundesgesetzgeber die Megawattzahl für Windkraft künftig deckeln will, würde eine Quote bedeuten: Der Norden kann weniger bauen, als er gern möchte. Knapp 25 500 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 39,8 Gigawatt stehen derzeit bundesweit. Physik scheint die Südländer nicht zu stören: Für die Rentabilität von Windrädern seien vor allem „Windverhältnisse und Windgeschwindigkeiten eines Standortes“ ausschlagebend, stellt dagegen die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft fest. Die Bedingungen seien im Norden „deutlich besser“.



Pubantz, Frank