Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Neuer Direktor verspricht Spaß bei der Arbeit
Mecklenburg Rostock Neuer Direktor verspricht Spaß bei der Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:35 08.01.2019
Der bisherige ärztliche Direktor, Hans-Christof Schober (r.), übergibt den symbolischen Klinikschlüssel an seinen Nachfolger Jan Patrick Roesner (l.). Quelle: OVE ARSCHOLL
Anzeige
Südstadt

Es ist ein Abschied ohne Tränen: Denn Prof. Dr. Hans-Christof Schober gibt nur die Funktion des ärztlichen Direktors der Südstadt-Klinik ab, als Chefarzt für Innere Medizin bleibt der 63-Jährige dem kommunalen Krankenhaus aber noch erhalten. Symbolisch hat Schober am Dienstag Staffelstab und Schlüssel an Nachfolger Prof. Dr. Jan Roesner übergeben. „Viel Glück, Erfolg und Freude bei der Arbeit“, wünschte der scheidende Leiter. Und sollte es einmal Fragen geben – er helfe gern.

Sechs Jahre lang stand Schober an der Spitze des Hauses. Nun ist der Sachse freiwillig zurückgetreten, weil die Südstadt-Klinik vor großen Veränderungen steht. Für 80 Millionen Euro sollen bis 2025 drei neue Bettenhäuser, eine neue Küche und eine moderne Notaufnahme entstehen (die OZ berichtete). „Ich selbst werde mit dem, was wir hier bauen, nichts mehr zu tun haben“, begründet Schober seine Entscheidung. „Wenn der Bau startet, bin ich in Rente.“ Und deshalb sei es sinnvoller, dass die Mitarbeiter, die darin später arbeiten, auch entscheiden, wie die Erweiterungsbauten aussehen.

Senator lobt Art der Führung

Rostocks stellvertretender Oberbürgermeister und Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) zollt Schober dafür Respekt: „Es klingt so normal, ist aber außergewöhnlich. Wir erleben ja eher, dass Menschen Probleme damit haben, sich von ihren Ämtern und Funktionen zu trennen.“ Die Entscheidung des Arztes sei bezeichnend für dessen Art und Weise, den medizinischen Bereich zu leiten. „Ausgleichend, fair und freundlich“, beschreibt Müller-von Wrycz Rekowski den Stil. Dies habe seiner Ansicht nach maßgeblich zur positiven Entwicklung des Krankenhauses in den vergangenen Jahren beigetragen.

Der Vize-OB ist überzeugt, dass Roesner die Arbeit nun in ähnlicher Form weiterführen wird. „Ich kann mir keine bessere Wahl vorstellen“, sagt Müller-von Wrycz Rekowski. Roesner ist seit 2014 Chefarzt in der Südstadt und für die Notfallaufnahme zuständig. Er hat zuvor schon in den USA, England und der Slowakei gearbeitet. Der gebürtige Nordrhein-Westfale genieße das Vertrauen aller Mitarbeiter, betont Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath. Der 46-Jährige sei einstimmig von den anderen neun Chefärzten des Klinikums vorgeschlagen und dann von der Bürgerschaft bestellt worden.

Zwei große Herausforderungen

Roesner bestätigt: „Ich werde die Leitung in der bewährten Art meines Vorgängers weiterführen.“ Er könne gut zu hören. „Das ist wichtig, um Probleme und Belange im Klinikum zu erkennen und auch zu lösen.“ Das Krankenhaus zeichne ein positives Miteinander aus. „Das merke ich schon bei der Begrüßung, wenn ich zur Arbeit komme“, so der 46-Jährige. Dieses Klima müsse unbedingt erhalten werden – gerade, um auch in Zukunft attraktiv zu sein. „Nicht der Euro auf dem Gehaltscheck ist entscheidend, sondern fühlen sich Mitarbeiter wohl.“ Er wolle ein stabiles Team aufbauen und erhalten.

Der neue ärtzliche Direktor sieht generell zwei Herausforderungen: „Wir wollen die jedes Jahr steigende Zahl an Patienten weiter gut versorgen und unterbringen können.“ Die Bauvorhaben müssten daher dringend umgesetzt werden – was bei laufenden Betrieb kein einfacher Prozess sei, so Roesner. Gleichzeitig müsse intensiver um Personal geworben werden. „Es gilt, junge Leute für die medizinischen Berufe zu interessieren und ihnen am Klinikum Südstadt sehr gut Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten mit der Aussicht auf weitere Beschäftigung.“

In der Intensivmedizin sei es zum Beispiel schon heute schwierig, qualifizierte Schwestern zu finden, sagt Roesner. Aktuell komme das Klinikum ohne Leiharbeiter aus – das sei bei anderen Krankenhäusern gerade in Ballungsgebieten, wie in Hessen oder Nordrhein-Westfalen, nicht mehr der Fall. „Die Häuser dort rekrutieren teilweise ein Viertel ihres Personals aus Leiharbeitern.“ Dabei gehe jedoch die Identifikation mit der Klinik verloren.

1350 Beschäftigte

Seit 1965 sorgt das Klinikum Südstadt Rostock im Großraum Rostock und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns für eine fachgerechte medizinische Betreuung. Mit etwa 1350 Beschäftigten und mehr als 500 Betten betreut das Klinikum jährlich rund 30 000 stationäre und teilstationäre sowie mehr als 53 000 ambulante Patienten.

Die Südstadt-Klinik führt pro Jahr rund zwei Millionen Euro Gewinn an die Stadtkasse ab. Damit soll jedoch Schluss sein, wenn die Bauprojekte für insgesamt 80 Millionen Euro angeschoben werden. Aus dem Stadthaushalt seien dafür keine Mittel notwendig, heißt es.

André Wornowski

22 Fälle sind der Rostocker Polizei seit dem Wochenende gemeldet worden. Die Täter sind im gesamten Stadtgebiet aktiv.

08.01.2019
Nach tödlichem Rätselspiel in Polen - Rostocker Escape-Räume mit Fluchtgarantie

Aus gewolltem Nervenkitzel wurde tödlicher Ernst: Nachdem in Polen fünf Teenager-Mädchen beim Spiel in einem Escape-Room starben, fragen sich auch in Rostock viele, wie sicher die Rätsel-Räume sind.

08.01.2019

Am Dienstagvormittag standen Bankkunden in der Hansestadt vor leeren Automaten. Vier Tage nach Ende des Warnstreiks der Geldtransporter-Fahrer sind in Rostock die Folgen zu spüren.

08.01.2019