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Rostock Süßer Empfang: Rostocks Unternehmen gratulieren Uni
Mecklenburg Rostock Süßer Empfang: Rostocks Unternehmen gratulieren Uni
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19:30 29.03.2019
Uni-Rektor Wolfgang Schareck (v. l.), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen halten das Uni-Hauptgebäude in der Hand – bestehend aus 4,5 Kilogramm Schokolade und Marzipan. Quelle: fotos: OVE ARSCHOLL
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Südstadt

Rostock ist Hamburg weit voraus: Während die Hansestädter an der Elbe vor etwas mehr als 100 Jahren noch darüber stritten, ob es wirklich sinnvoll ist, eine Universität zu gründen, hat die Hansestadt an der Warnow das schon vor genau 600 Jahren vollzogen. Laut Rostocks Uni-Rektor Wolfgang Schareck dachten die Hamburger damals: Wir haben den Handel, wozu brauchen wir die Gelehrten? In Rostock ist hingegen längst klar: „Wissen schaft Wirtschaft.“ So lautete am Freitag auch das Motto des Jahresempfanges der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK) in der Stadthalle.

Vor rund 700 Gästen hebt IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen die Kaufkraft der knapp 14 000 Studenten hervor: „Würde man zu jedem den derzeitigen Bafög-Höchstsatz von 735 Euro rechnen, macht das eine monatliche Gesamt-Kaufkraft von 10,29 Millionen Euro. Geld, das mehrheitlich wohl in der Region ausgegeben wird für Mieten, Strom, Müllentsorgung und natürlich auch im Handel und für das leibliche Wohl in den Restaurants und Kneipen der Stadt“, rechnet Madsen vor. Und: „Da sind die Lehrenden nicht mal berücksichtigt.“

Auch sorgt die Wissenschaft für Innovationen und sogenannte Start-Up-Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und die Gründer-Szene beleben, so Madsen weiter. Im Foyer der Stadthalle präsentieren gut 20 Aussteller den Gästen des Jahresempfanges ihre Produkte. „Mich beeindrucken die Ausgründungen der Universität, die sich der Medizintechnik widmen“, sagt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Durch neue Formen der Behandlung und neue Medizinprodukte gelinge es den Unternehmen, das Leben der Menschen trotz Krankheit wieder lebenswert zu machen. „Das bringt wirtschaftlichen Erfolg und ist gleichzeitig eine gute Sache“, so Schwesig. Bei manch anderem Produkt aus der Wirtschaft frage sie sich hingegen: „Wozu braucht das die Menschheit?“

Jens Tränckner, Professor für Wasserwirtschaft, und Uta Hermes, Gensoric GmbH Quelle: OVE ARSCHOLL

Uta Hermes arbeitet beim Rostocker Start-Up Gensoric, das Energiespeicher auf Methanol-Basis entwickelt. Mit dieser Innovation gewann das Unternehmen bereits den Climate CoLab-Wettbewerb des Massachusetts Institute of Technology in Boston. Hermes ist das erste Mal beim IHK-Empfang dabei. „Es ist super interessant, hier verschiedene Leute aus verschiedene Bereichen zu treffen.“ Oder alten Bekannten zu begegnen: Mit Jens Tränckner, Rostocker Professor für Wasserwirtschaft, hat sie früher zusammen studiert. „Wir sind völlig unterschiedliche Wege gegangen“, sagt Hermes.

Aus verschiedenen Bereichen kommen auch Zoodirektor Udo Nagel und Basketball-Manager Jens Hakanowitz von den Rostock Seawolves. Dennoch versuchen beide, ins „Geschäft“ zu kommen. „Wir wollen ein paar ,Wölfe’ ins Zoo-Gehege bekommen“, scherzt Hakanowitz. Nagel lacht.

Zoo-Chef Udo Nagel (l.) und Seawolves-Team-Manager Jens Hakanowitz Quelle: OVE ARSCHOLL

Positiv gestimmt sind die 36 000 Unternehmen der IHK zwischen Rostock und Rügen: Laut einer Umfrage blicken 90 Prozent optimistisch in die Zukunft und wollen weiter investieren. Als größtes Risiko sehen sie jedoch, weiter Fachkräfte und Auszubildende zu finden. Madsen betont, dass neben dem Studium auch die duale Ausbildung gefördert werden müsse: „Wollen wir Kinder für eine Ausbildung gewinnen, müssen wir ihnen auch was bieten. Eine Berufsschule darf daher nicht ein Berufsmuseum sein, sondern muss mit neuester Technologie ausgestattet werden.“

Uni-Rektor Wolfgang Schareck pflichtet Madsen bei: „Wir sollten allen ermöglichen, zu studieren. Wir sollten aber auch zeigen, das es andere Wege gibt, Erfolg zu haben.“ Schareck prophezeit einen Wandel der Gesellschaft: „Die künstliche, maschinelle Intelligenz wird die Form der Arbeit verändern.“ Es würden dann zum Beispiel weniger Ärzte gebraucht, weil Computer die Diagnosen stellen, dafür aber mehr Pflegekräfte, so der Rektor.

Bundestagsabgeordnete Claudia Müller (Grüne) zollt Schareck Respekt: „Es ist schon bemerkenswert, dass ein Uni-Rektor nicht nur auf sich schaut, sondern auch die duale Ausbildung so hervorhebt.“

Die IHK zu Rostock

Für rund 36 000 Unternehmen vertritt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock die Interessen der gewerblichen Wirtschaft ihres Bezirks in der Hansestadt Rostock sowie in den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Rügen. Dabei berät sie Unternehmen, bündelt deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung und bildet Menschen aus und weiter.

André Wornowski

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