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Rostock Retter üben Einsatz nach Hubschrauberunfall
Mecklenburg Rostock Retter üben Einsatz nach Hubschrauberunfall
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15:36 10.11.2019
Im Szenario war ein Hubschrauber nach einem missglückten Landeanflug abgestürzt. Feuerwehrleute und Gerettete mussten dekontaminiert werden. Quelle: Ove Arscholl
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Laage

Hubschrauberabsturz am Flughafen Rostock-Laage mit sechs Verletzten. Alles nur fiktiv, das Szenario einer Übung. Rund 130 Einsatzkräfte trainieren am 9. November 2019 einen solchen Ernstfall. Erstmals haben Bundeswehr, der zivile Airportbetreiber und freiwillige Feuerwehren einen kombinierten Rettungseinsatz nach einem möglichen Helikopterunglück geprobt.

Das Besondere an diesem Unfall: Die Rotorblätter des Hubschraubers bestehen aus Carbon, Kohlefasern, wie sie auch in Flugzeugen und vielen anderen Fahrzeugen heutzutage verarbeitet werden. Im Brandfall können sich diese „fiesen Fasern“, wie sie auch bezeichnet werden, eingeatmet schnell im Körper verbreiten. „Deshalb müssen die Rettungskräfte unbedingt Atemschutz tragen“, betont Kreisbrandmeister Mayk Tessin, „und beim Verlassen der unmittelbaren Gefahrenzone dekontaminiert werden.“

Erstangriff durch Bundeswehr-Feuerwehren

Nach dem Startschuss rücken zunächst die Feuerwehren der Bundeswehr an, die mit Spezialfahrzeugen und ihren Einsatzkräften den Erstangriff durchführen. Löschen des brennenden Hubschraubers, der bei dieser Übung durch ein Schleppfahrzeug des Flughafens Laage „gedoubelt“ wird. Anschließend werden eine unter Schock stehende Person und zwei Verletzte aus dem Hubschrauber gerettet. Erstretter und Verletzte müssen durch die von der Bundeswehr aufgebaute Not-Dekontamination. Abspritzen, Wäschewechsel, Übergabe der Verletzten.

Dekontaminationseinheit unter besonderer Beobachtung

Im weiteren Zusammenspiel müssen nun die freiwilligen Feuerwehren aus Kritzkow, Laage und Güstrow nach drei Vermissten suchen, die unter Schock vom Hubschrauber weg ins Gelände geflüchtet sind. In brennenden Gebäuden werden die gut geschminkten Azubis des Flughafens Laage mit Kopfverletzungen und Frakturen gefunden und gerettet. „Die Einsatzziele haben wir erreicht und das freut mich insbesondere, weil wir das so zum ersten Mal gemacht haben“, erklärt Tessin am Ende der Übung. Die Arbeit der erst seit einem Jahr bestehenden Dekontaminationseinheit aus Gnoien, die zum Gefahrgutzug Ost des Landkreises Rostock gehört, wurde dabei besonders intensiv beobachtet.„Die junge Einheit hat ihre Fähigkeiten bewiesen. Sie hat die gestellten Aufgaben gut gelöst. In den Abläufen gibt es noch Verbesserungspotenzial, aber das ist völlig normal“, zeigt sich der Kreisbrandmeister zufrieden.

Checker aller teilnehmenden Bereiche werfen ein kritisches Auge auf die Abläufe, notieren Fehler und Schwachpunkte. „Keiner hat sich um das brennende Haus nahe der Absturzstelle gekümmert“, bemerkt Volker Rochlitz, Brandschutzbeauftragter des Flughafens Laage und Beobachter der Übung. Er kritisiert, dass die Kräfte zu sehr mit dem Aufbau ihrer Einheiten beschäftigt gewesen wären und zur Suche der vermissten Personen zu wenig Leute ausgerückt seien.

Galerie: So lief die Übung ab

Szenario eines Hubschrauberabsturzes: 130 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Rostock trainieren den möglichen Ernstfall.

Gutes Miteinander von zivilen und militärischen Kräften

Bei der Zuordnung von Kommunikationskanälen und der sicheren Feststellung verletzter und entsprechend zu versorgender Personen müsse noch nachgebessert werden, stellen auch Vertreter der Bundeswehr-Feuerwehr und der militärischen Flugsicherheit fest. Grundsätzlich aber loben sie die gute Zusammenarbeit aller beteiligten zivilen und militärischen Einheiten.

Der Verkehrsleiter des zivilen Teils des Flughafens Rostock-Laage, Robert Seibt, verweist darauf, dass genau solche Verbesserungsmöglichkeiten unmittelbar nach Übungsende unter den Rettungskräften erörtert wurden. „Aus meiner Sicht haben Übung und Zusammenarbeit sehr gut funktioniert“, sagt Seibt. Der Landkreis Rostock übt alle drei Jahre die Bewältigung von Notfällen am Flughafen Rostock-Laage. Der Standort ist bundesweit einmalig, da der zivile Airport-Betreiber den Standort der Luftwaffe mitbenutzt.

Von Doris Deutsch

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