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Rostock Tagesmutter unter Verdacht: Das berichten die Zeugen
Mecklenburg Rostock Tagesmutter unter Verdacht: Das berichten die Zeugen
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17:47 28.06.2019
In Rostock steht eine Tagesmutter unter Verdacht, ein Kind geschlagen zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe, die Zeugen bleiben aber bei ihrer Darstellung. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Rostock

Die gute Nachricht vorweg: Dem kleinen Jungen, der am Mittwoch von seiner Tagesmutter in Rostock geschlagen worden sein soll, geht es gut. Nachdem ein Notarzt zunächst keine äußeren Verletzungen feststellen konnte, gab auch die Uni-Klinik nach einer Untersuchung Entwarnung. Das erfuhr die OZ aus der Familie des Kindes. Die Ermittlungen in dem Fall gehen indes weiter – und auch Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) gerät dabei in der Kritik. Er hat offenbar voreilig ein „Berufsverbot“ für die Beschuldigte gegenüber der OZ verkündet.

Zeugin: „Warum sollten wir lügen?“

Der Doberaner Anwalt Christian Matheja wies am Freitag die Vorwürfe gegen die Tagesmutter – seine Mandantin – zurück. „Unstrittig ist, dass die Polizei von Zeugen gerufen wurde“, sagte er der OZ. Dass ein Notarzt zum Einsatz kam, sei aber Routine: „Wenn der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, muss das sogar so sein.“ Dörte Lembke, Sprecherin der Rostocker Polizei, wird konkreter: „Der Notarzt konnte keine äußeren Verletzungen feststellen.“ Er habe den Eltern aber empfohlen, einen Kinderarzt oder die Kinder-Ambulanz der Uni-Klinik aufzusuchen, um auf Nummer sicher zu gehen. So stellt es auch der Anwalt der Beschuldigten dar.

Wenn es um die Geschehnisse selbst geht – also um die Frage, ob die Tagesmutter das Kind geschlagen hat oder nicht – gibt es unterschiedliche Darstellungen. Zwei Zeuginnen, die die im Raum stehende Kindeswohlgefährdung angezeigt hatten, meldeten sich am Freitag auch bei der OZ. „Die Frau hat zur Mittagszeit mit vier Kindern am Mühlenteich in Evershagen gespielt. Wir saßen etwa 20, vielleicht 30 Meter weg auf einer Bank“, erzählt eine der jungen Frauen. „Uns war die Tagesmutter aufgefallen, weil sie den kleinen Jungen angeschrien, am Arm gepackt und geschüttelt hatte. Was sie gesagt hat, konnten wir nicht verstehen“, so die Rostockerin weiter. Die Tagesmutter habe den Jungen daraufhin in eine Karre gelegt. Wenig später – nachdem sie mit den anderen Kindern am Teich gespielt hatte und ein kleines Mädchen ebenfalls in die Doppelkarre legen wollte – sei sie den Jungen erneut angegangen: „Er wollte offenbar aufstehen, da hat sie Schwung geholt und ihm mit der flachen Hand gegen die Stirn geschlagen.“ Dass die Tagesmutter das abstreitet, kommentiert die Zeugin mit den Worten: „Warum sollten wir lügen?“

Amt rudert vorerst zurück

Scharfe Kritik vom Anwalt der Tagesmutter muss sich indes Sozialsenator Steffen Bockhahn gefallen lassen. Er hatte am Donnerstag der OZ gesagt, dass die Hansestadt der Tagesmutter sofort verboten habe, Kinder zu betreuen. 24 Stunden später rudert die Stadt nun zurück: Zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes hätten noch am Donnerstag unangekündigt die Tagesmutter besucht. „Das ist ein Standardprozedere bei solch schwerwiegenden Vorwürfen. Danach – gegen 21 Uhr – haben wir aber entschieden, die Beschäftigungserlaubnis vorerst doch nicht zu entziehen. Die Hürden – unter anderem die im Grundgesetz verankerte Berufsfreiheit – waren zunächst zu hoch. Die Kommunikation ist nicht gut gelaufen“, räumt Bockhahn ein. Bis Mittwoch hat die Tagesmutter nun Zeit, sich zum Vorfall zu äußern. Danach werde die Stadt entscheiden, ob sie weiter Kinder betreuen darf. „Wir setzen unsere Maßnahmen bis dahin nicht um.“ Der Anwalt der Beschuldigten bezeichnete Bockhahns offenbar voreilige Äußerungen als „unverantwortlich“.

Andreas Meyer

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