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Rostock Taucher berichtet: So hat sich die Ostsee verändert
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Taucher berichtet: So hat sich die Ostsee verändert

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09:00 20.12.2019
Frank Dautert ist seit 14 Jahren Taucher. Die Ostsee bei Warnemünde kennt der Rostocker gut. Quelle: Martin Börner
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Rostock

Ein letzter Atemzug, dann setzt Frank Dautert seine Maske auf und taucht ab. Fast eine Stunde lang gleitet er schwerelos durchs Wasser – und erforscht die Tiefen der Ostsee vor Warnemünde. Hier kennt er sich aus, hier fühlt er sich wohl. Was ihn am Tauchen fasziniert und wie sich die Unterwasserwelt in der Region im Laufe der letzten zehn Jahre verändert hat, verrät er im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG.

Ein ganz besonderes Erlebnis

Seit mittlerweile 14 Jahren ist Dautert regelmäßig unterhalb der Meeresoberfläche unterwegs. Bereits in seiner Kindheit habe er einen Großteil seiner Freizeit im Wasser verbracht. Ob beim Schwimmen oder Schnorcheln – „mit dem Element habe ich mich immer schon sehr verbunden gefühlt“, berichtet der Rostocker.

An seinen ersten Tauchgang kann er sich heute noch gut erinnern. „Das war während eines Urlaubs in Ägypten“, erzählt er. Die bunten Fische und die atemberaubenden Korallenriffe verdrehten dem damals 47-Jährigen auf Anhieb den Kopf. „Das war ein ganz besonderes Erlebnis. So etwas sieht man nicht alle Tage.“

Die Ostsee hat sich verändert

Wenngleich sich Dautert schon früh für das Tauchen interessiert habe, sei er während dieses Trips erst so richtig auf den Geschmack gekommen. Und so kam es, dass er seinen Tauchschein machte und die Tiefe der Ostsee für sich entdeckte. „Als ich mit dem Sport angefangen habe, gab es hier in der Gegend eine Hülle und Fülle verschiedenster Fischarten.“ Heute sei davon nicht mehr viel übrig.

Am Grund der Ostsee gibt es für Taucher vieles zu entdecken. Von atemberaubenden Landschaften über zahlreiche Meeresbewohner. Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Die Artenvielfalt sei in den vergangenen zehn Jahren drastisch zurückgegangen. „Das finde ich schade. Früher bin ich oft mit der Kamera rausgeschwommen, um die Tiere abzulichten“, berichtet er. Mittlerweile überlegt er zwei Mal, ob er seine Fotoausrüstung mitnimmt. „Fische bekomme ich nicht immer vor die Linse. Dafür ist die Landschaft jedes Mal wieder schön.“ Besonders vor Nienhagen und Börgerende habe er tolle Motive entdeckt. „Die Bodenbeschaffenheit dort ist toll“, so der Rostocker. Fährt man ein wenig weiter raus, kann man sogar ein paar alte Wracks entdecken.

Ein Hobby für jede Jahreszeit

Mit seiner Ausrüstung kann Dautert mehr als 60 Minuten unter Wasser bleiben. So lange reicht die Pressluft in seiner Zwölf-Liter-Flasche. Egal ob im Sommer oder im Winter – mit seinem Trockenanzug kann er das ganze Jahr in die Ostsee abtauchen. „Wichtig ist, dass man nicht alleine rausfährt. Man braucht immer einen Partner“, erklärt der 61-Jährige. Aus diesem Grund sei er vor knapp zwölf Jahren dem Tauchsportclub Warnemünde (TSCW) beigetreten.

Mindestens ein Tauchgang pro Woche

Mindestens einmal pro Woche schnappt er sich seine Kollegen und wagt sich in die Tiefe. Je nach Wind und Wasserströmung fahren sie mit dem Boot raus oder gehen von Land aus ins kühle Nass – das Wetter werde stets im Auge behalten. „Erst ab Windstärke vier wird überlegt, ob ein Tauchgang durchgezogen wird oder nicht. Ansonsten gibt es keine Ausreden“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Mit Walen um die Wette schwimmen

Mehrmals im Jahr schließen sich die Mitglieder des Tauchclubs zusammen und bereisen die Meere der Welt. Während die meisten seiner Vereinsfreunde am liebsten die Unterwasserlandschaften in den südlich gelegenen Regionen erkunden, präferiert Dautert kalte Gewässer. Vor allem in Skandinavien und Island fühle er sich wohl.

„Während man im Roten Meer immer klare Sicht hat, ist es im Nordatlantik immer spannend. Man weiß nie, welche Herausforderungen auf einen warten.“ Ein Moment, an den Dautert gerne zurückdenkt, sei ein Aufeinandertreffen mit einem der größten Tiere dieser Welt. „Als ich vor der Küste Islands abgetaucht bin, sind über mir plötzlich Wale geschwommen. Das war unglaublich. So etwas kann man hier in der Gegend einfach nicht erleben. Dennoch hat jedes Gewässer seinen ganz eigenen Reiz.“

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