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Rostock Rostock riegelt die Innenstadt ab
Mecklenburg Rostock Rostock riegelt die Innenstadt ab
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13:02 14.11.2018
Poller sollen auf dem Neuen Markt verhindern, dass Autos verbotenerweise über die Straßenbahnschienen auf den Platz fahren. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Die Bilder des Schreckens gingen um die gesamte Welt: Erst rast ein Attentäter mit einem Lieferwagen am französischen Nationalfeiertag durch die Menschenmengen auf der Promenade von Nizza, wenige Monate später tötet dann ebenfalls ein Islamist Besucher des Weihnachtsmarktes auf dem Berliner Breitscheidplatz. Tatwaffe auch bei diesem Anschlag: ein Lastwagen. „Diese Taten haben uns alle über völlig neue Bedrohungsszenarien nachdenken lassen. Auch in Rostock“, sagt Michael Ebert, Chef der Polizeiinspektion in der Hansestadt. Die Konsequenz aus diesen Überlegungen: Rostock riegelt die Innenstadt ab. 180 Poller sollen die Passanten und Besucher von Großveranstaltungen schützen.

Ein sicherer Bereich

Rund um die Breite Straße, den Neuen Markt und die Kröpeliner Straße investiert die Hansestadt zusammen mit dem Land Hunderttausende Euro. „Die Polizei hat uns empfohlen, diese sensiblen Bereiche zu einem geschützten Raum zu machen“, so Ordnungs- und Sicherheitssenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Seit einigen Jahren praktiziere Rostock diese Sicherheitstaktik bei der Hanse Sail: „Der Stadthafen ist aber deutlich leichter abzusperren als die Innenstadt. Zum Stadthafen gibt es nur drei, vier Zufahrten. Dort können wir mit mobilen Sperren arbeiten. In der City geht das nicht.“ Deshalb habe sich Rostock die Metropole London zum Vorbild genommen: Die britische Hauptstadt war schon mehrfach Ziel von Anschlägen, hat danach alle sensiblen Bereiche mit neuen, festen Sperren abgeriegelt. „Wir haben uns für versenkbare Poller entschieden. Die sind ansprechender als Betonklötze“, so Müller-von Wrycz Rekowski.

Poller in der Rostocker Innenstadt Quelle: Hansestadt Rostock / Open-Street-Map (ODbL) und LkKfS-MV

Einen großen Teil der Poller gibt es bereits – zum Beispielan der Eselfötherstraße oder der Zufahrt von der Langen Straße in die Breite Straße. An der Ecke zwischen Schwaanscher Straße und Universitätsplatz, am Neuen Markt und auch der Buchbinderstraße rüstet die Stadt aber auf. „Hier kann kein Auto mehr durchkommen – und auch kein Lastwagen“, erklärt der Senator. Die Sicherheitspoller mit dem Namen „Truckstopper“ sind so massiv und so tief in der Erde verankert, dass sie selbst einen Lastwagen bei mehr als 60 Stundenkilometern auf dem Tacho „ausbremsen“ und stoppen. „Die Poller können von uns gesteuert werden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst kommen immer durch. Auch für den Lieferverkehr gibt es eine Regelung“, sagt Müller. In Zukunft sollen die Poller auch aus der „Ferne“, der Leitstelle des Brandschutz- und Rettungsamtes, ferngesteuert werden.

Poller auch für Warnemünde

Am Neuen Markt wird die gesamte Seite zum Rathaus und zum Steintor abgeriegelt. Allein hier lässt die Stadt 59 neue Sperren einbauen. Details zu den Sperren verrät Müller-von Wrycz Rekowski nicht. Aus Sicherheitsgründen. „Allein in diesem Jahr investieren wir fast 400 000 Euro in die Sicherheit der Weihnachts- und Ostermarkt-Besucher, der Passanten und Anwohner.“ 160 000 Euro gibt das Innenministerium in Schwerin dazu. Anfang 2019 werden dann die Poller am Uni-Platz installiert, auch für den Bereich rund um das Kröpeliner Tor gibt es entsprechende Pläne. Und: „Wir bauen auch in Warnemünde, im Bereich der See- und der Georginenstraße. Wir müssen auch die Hanse Sail und die Warnemünder Woche schützen“, verrät der Senator. Dass die Sperren trotz allem nicht unbedingt hübsch sind – ja, das räumt das Rathaus ein. „Aber Polizisten mit Maschinenpistolen laden noch weniger zu einem Bummel über den Weihnachtsmarkt ein. Wir wollen den Menschen aber ein sicheres Gefühl geben.“

Ebert: Keine konkrete Gefahr

Knapp zwei Wochen vor dem Beginn des Weihnachtsmarktes beruhigt Polizeichef Michael Ebert aber: „Für ganz Deutschland gehen die Behörden nach wie vor von einer hohen abstrakten Gefahr aus. Aber es gibt keinerlei konkrete Bedrohungslagen für Rostock. Alles ist gut“, so Ebert. Dennoch hält er die neuen Poller und die SicherheitszoneInnenstadt“ für absolut richtig: „Wir müssen alles tun, um die Menschen zu schützen. Und das tun wir – mit der Stadt zusammen. Die Rostocker und ihre Gäste sollen unbesorgt auf Feste und Großveranstaltungen gehen oder einfach nur Shoppen können.“

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Andreas Meyer

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