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Rostock Tessin will offiziell Blumenstadt werden
Mecklenburg Rostock Tessin will offiziell Blumenstadt werden
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15:55 25.01.2019
Neujahrsempfang mit rund 300 Gästen in Tessin. Quelle: Doris Deutsch
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Tessin

Dekorative Frühblüher-Gestecke auf den Tischen zum Neujahrsempfang im Volksparksaal in Tessin. Dazu der Leitspruch des Jahres „Wo Blumen blühen, lächelt die Welt“ von Ralph Waldo Emerson. Dezente Hinweise auf ein Vorhaben der Stadt: Tessin will zum 700. Stadtgeburtstag 2021 offiziell den NamenszusatzBlumenstadt“ tragen. Das verkündet Bürgermeisterin Susanne Dräger vor 300 Gästen. Im Internet wirbt das idyllische Recknitz-Städtchen bereits als Blumenstadt, doch nun soll der Zusatz auch auf die Ortsschilder. Mit ersten Pflanzungen werde 2019 begonnen. „Und dann wollen wir gemeinsam unsere Ideen sprudeln lassen, damit Tessin das ganze Jahr blüht“, sagt Dräger.

Grünes Licht gibt es in diesem Jahr endlich für den Schulerweiterungsbau auf dem Campus der Regionalen Schule „Anne Frank“, auf dem seit diesem Schuljahr auch die Grundschüler unterrrichtet werden. Bei der Zusammenlegung beider Schulen habe der Landkreis die Stadt Tessin „auf eine lange Geduldsprobe gestellt“, wie Dräger berichtet. Doch nun hat das gemeinsame Schuljahr im August 2018 ganz ruhig begonnen und endlich starte auch der Erweiterungsbau, für den 4,8 Millionen Euro vorgesehen sind. „Zwei Millionen Euro Fördermittel sind zugesagt“, sagt Dräger.

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Den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tessin, die im vergangenen Jahr 38 und in diesem Jahr bereits zwei Einsätze hatten, verspricht die Rathauschefin, dass in diesem Jahr „die Weichen für einen neuen Feuerwehrstandort“ gestellt werden. „Wir werden ein Grundstück erwerben und haben da auch schon etwas im Auge“, erklärt Dräger. Das freut Wehrführer Lars Freitag: „Am jetzigen Standort sind die Anforderungen an ein modernes Gerätehaus nicht gegeben“, sagt Freitag. Die Fahrzeughalle sei zu klein, die Tore zu schmal. „Wir leben da bisher mit Kompromisslösungen“, erläutert der Feuerwehrmann. Kreisbrandmeister Mayk Tessin ergänzt, dass die Tessiner Wehr unter jetzigen Bedingungen nicht zukunftsfähig sei. „Anforderungen der Unfallkasse können hier beispielsweise nicht erfüllt werden“, betont Tessin, der froh ist, dass die Stadt nun „Flagge für die Feuerwehr“ zeigen will, wie es Dräger ausgedrückt hat.

„Vergessen und erinnern“ war das Thema von Bürgervorsteher Klaus Scherer in seiner Ansprache auf dem Empfang. Dabei erinnerte er an den Schriftsteller Hans-Georg Lietz, der seine letzten Lebensjahre in Tessin verbrachte und der Stadt in seinem Roman „Das letzte Haus am Platz“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Es lohne sich, noch einmal von zerbröckelten Fassaden zu lesen, die angesichts der Entwicklung der sanierten Kleinstadt heute längst vergessen seien, erklärt Scherer.

An Bundes- und Landespolitik richtete Stadtoberhaupt Dräger den Appell, für eine ausreichende Finanzausstattung der Kommunen zu sorgen. Sie hoffe, dass nach Geschwisterkind-Entlastung und Wegfall der Straßenausbaubeiträge „der Durst nach weiteren Gebührenentlastungen nicht steige“, damit Kommunen weiter leistungsfähig bleiben können. Der Breitbandausbau, „ein Problem, das wir sehr heiß diskutiert haben“, so Dräger, solle noch in diesem Jahr in Tessin beginnen.

Für die musikalischen Leckerbissen des Abends sorgten der Chor der Regionalschule Tessin und der Posaunenchor der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinden Tessin, Vilz und Thelkow. Dabei wurden die Gäste selbst aktiv und stimmten in das Tessinlied ein: „Wir sind Tessin, die Stadt zum Leben“ –Texte lagen auf den Tischen. Bei Schnittchen, Bier und Wein nutzten Stadtvertreter und Bürgermeister, Vertreter aus Wirtschaft und Ehrenamt anschließend den Abend zu guten Gesprächen.

Doris Deutsch