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Rostock Kochshow begeistert Patienten in Klinik
Mecklenburg Rostock Kochshow begeistert Patienten in Klinik
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20:58 15.03.2019
Carsten Loll (links) kocht für Patienten des Teterower DRK-Krankenhauses. Quelle: Thomas Ziegert
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Teterow/Rostock

Am Freitag, 15. März, fand im DRK Krankenhaus in Teterow eine Live-Kochshow mit dem Küchenchef und Inhaber von CarLo 615 in Rostock, Carsten Loll, statt. Hintergrund war, den Patienten und Gästen aufzuzeigen, wie man mit einfachen Mitteln gesund kochen kann. Wie wichtig eine gesunde Ernährung ist und wie diese Krankheitsverläufe beeinflussen kann, darüber sprachen wir mit Dr. Alexander Riad, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II, Abteilung Kardiologie und Pulmologie und Ärztlicher Direktor der DRK-Klinik:

Warum haben Sie zu dieser Kochshow eingeladen?

Dr. Alexander Riad: Gesunde Ernährung hat sich als Prävention für Herz-Kreislauferkrankungen bestätigt.

Was haben Sie sich einem solchen Abend versprochen?

Ich finde das super, man sollte das eigentlich viel öfter machen. Ich finde, es müsste sogar von der Krankenkasse bezahlt werden. Die Medizin macht Patienten gesund, aber mindestens genauso wichtig ist, wenn nicht sogar wichtiger, dass Patienten erst gar nicht krank werden. Ernährung ist nicht alles, aber sie ist ein wesentlicher Baustein, wenn man z.B. an Zuckerkrankheit denkt, Herzinfarkt oder Arteriosklerose, verkalkende Gefäße. Da ist man mit einer gesunden Ernährung im Vorfeld einfach sehr gut beraten.

Ihr Eindruck – in welchem Maße ist es bei den Menschen schon angekommen, welchen Stellenwert gesunde Ernährung hat?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, das ist ein bisschen zweischneidig. Auf der einen Seite sehen wir, dass Menschen bereit sind, sehr viel Geld für Produkte auszugeben, die das Leben gesünder machen wie z. B. Vitaminpräparate, Brausetabletten oder Diäten. Auf der anderen Seite glaube ich, weiß man ziemlich wenig in der Bevölkerung, was eigentlich gesundes Essen ist und worauf man achten muss. Das mache ich daran fest, dass Fertignahrung mit den vielen Zusatzstoffen immer noch konsumiert wird.

Wie halten Sie es bei sich im Krankenhaus mit der Versorgung der Patienten? Wird auf gesundes Essen geachtet?

Absolut! Es soll gesund sein und es soll schmecken. Beides zusammen versuchen wir hier. Es ist nicht selbstverständlich, wenn ich sage, dass wir eine eigene Küche haben, mit eigenen Köchen, die tatsächlich frisch jeden Tag das Essen zubereiten. Wir haben das nicht ausgegliedert. Das gibt es ja häufig in anderen großen Einrichtungen. Dort lässt man Essen woanders kochen. Dann schweißt man es ein, schickt es quer durch die Republik und schüttet das dann wieder in den Topf. Das machen wir nicht. Wir bemühen uns hier vor Ort sowohl gesund als auch lecker zu kochen.

Der Abend war mit Sicherheit für Patienten und Gäste sehr interessant. Welche Resonanz haben Sie erfahren?

Es hat sehr gut geschmeckt. Ich glaube, es war ein ordentlicher Aha-Effekt. Einerseits ist es sehr positiv aufgenommen worden, andererseits denke ich, kann es nur ein Denkanstoß sein. Herr Loll konnte sehr gut zeigen, dass gesund essen nicht unbedingt viel Arbeit machen muss und sehr gut schmecken kann.

Was ist Ihnen von der Kochshow persönlich im Gedächtnis geblieben?

Der Dinkel. Das kannte ich jetzt so in der Form noch nicht und ich habe es probiert – ich habe den ersten Teller bekommen – und ich fand es sehr gut.

Haben Sie Resonanz auf die Show von Patienten erfahren?

Die waren sehr positiv eingestellt und haben es als Bereicherung empfunden. Für den Laien ist es ja so, Ernährung ist zwar wichtig, aber es gibt viele Bereiche, mit denen man sich beschäftigen muss. Und wenn jemand acht oder zehn Stunden arbeitet oder Kinder hat, dann ist es natürlich auch begrenzt. Man kann sich nicht so viel mit Ernährung auseinander setzen wie man das vielleicht gern würde. Von Seiten der Industrie hat man es ja häufig, dass einem Produkte verkauft werden, die nicht gesund sind. Es ist somit für den normalen Verbraucher schwer, die gesunden von den ungesunden zu trennen. Da finde ich, sind solche Veranstaltungen wichtig, um ein Grundwissen zur gesunden Ernährung mitzubekommen. Das kennt man ja selbst. Ich habe vier Kinder. Und als ich Gläser in einer Drogeriekette gekauft habe, die überall grüne Stempel hatten wies meine Frau darauf hin, dass da 20 Prozent Zucker drin sind. Man glaubt es nicht, dass es so ist.

Wie wichtig ist eine gesunde Ernährung vor allem für Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung?

Das ist sehr gut belegt in großen Studien. Gesunde Ernährung ist ein ganz wesentlicher Baustein zur Verhinderung kardiovaskulärer Erkrankungen. Und wenn man diese nicht hat, lohnt es sich die Ernährung umzustellen, damit man länger gut lebt.

Was passiert denn eigentlich im Körper, wenn ich mich auf gesunde Ernährung umgestellt habe?

Wenn Gefäße erst einmal erkrankt sind, bekommt man sie durch gesunde Ernährung sicherlich nicht wieder ganz gesund. Ein verkalktes Gefäß bleibt auch verkalkt, wenn man sich gesund ernährt. Aber der Prozess kann aufgehalten werden. Das Problem ist nur, ein verkalktes Gefäß kann irgendwann eng werden und aufplatzen – und dann haben wir einen Herzinfarkt. Wenn man schon so eine Krankheit hat, geht es darum, diese im optimalen Fall durch gesunde Ernährung zum Stillstand zu bringen.

Ihr Fazit des Kochshow-Abends...?

Ja, gesund und lecker!

Ihre persönlichen Schlussfolgerungen?

Ich ernähre mich eigentlich schon sehr bewusst mit regionalen- und Bioprodukten, ohne Fertiggerichte. Insofern habe ich den Dinkel mitgenommen. Der ist noch nicht bei uns auf der Speisekarte.

Kerstin Rathje-Wesselow

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