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Rostock Textilhandel zwischen Wachsen und Weichen
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00:00 03.02.2017
In Warnemünde gibt es schon ein kreatives Angebot.Dietmar Vogel, Handels- und Gewerbeverein
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Warnemünde

Die Landschaft der Händler im Seebad Warnemünde bleibt in Bewegung. Eröffnungen und Schließungen wechseln sich ab.

Die Warnemünder Geschäftswelt bleibt in Bewegung / Parkplatzsituation erschwert Händlern das Leben

Gestern räumte Matthias Ludwig seine neuen Geschäftsräume Am Leuchtturm ein. Der 45-jährige eröffnet damit sein zweites Geschäft in Warnemünde. „L 8“ nennt er es und anbieten wird er hochwertige Textilien bis Größe 68 für Herren und bis 48 für Damen. Das ist ein spezielles Angebot, „und vor allem ist das Geschäft vom Inhaber geführt“, sagt Ludwig. Darauf und auf Service setzt er, um sich einen Platz am Warnemünder Markt zu erobern. Mittlerweile ist es das zweite Textilgeschäft, das der gebürtige Leipziger gegründet hat. „Für Warnemünde bin ich sehr optimistisch“, sagt Ludwig. „Es zieht immer mehr Menschen an die östliche Ostseeküste, wir haben eine vierspurige Straße bis ans Meer, Kongresse und Tagungen ziehen viele Besucher an – und auch im Winter haben die Hotels gute Belegungszahlen.“ Beste Aussichten also für das Geschäft, das heute offiziell eröffnet wird.

Einen Katzensprung weiter, sieht es anders aus: „Mode für Mollige“ in der Alexandrinenstraße macht dicht. Diane Asmus gibt ihr Geschäft, das sie vor über zwölf Jahren gegründet hat, auf. „Die Kaufkultur hat sich geändert“, sagt die Geschäftsfrau. „Mittlerweile muss man immer mehr Rabatte gewähren“, die Geiz-ist-geil-Mentalität greife um sich. Aber auch die örtlichen Bedingungen haben Diane Asmus das Geschäftsleben schwer gemacht: „Da ist die Parkplatzsituation, die Leute wissen nicht, wie sie hierher kommen sollen. Einen Shuttle-Service von den Parkplätzen außerhalb gibt es nicht.“ Weil nun die Kunden wegbleiben, will sie rechtzeitig aufgeben. Bislang hat sich Diane Asmus noch nicht um einen Nachfolger für ihr Unternehmen gekümmert. Sie fragt sich, „ob man das einem zumuten kann“. In Warnemünde sieht die Kauffrau ohnedies die besten Plätze durch Kettengeschäfte besetzt.

Dietmar Vogel, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, sieht den Handel auch in Bewegung: „Vor allem an den weniger attraktiven Standorten ist das der Fall.“ Für die Unternehmen gehe es dabei oft mit einem Minus aus. Für „Anbieter von richtig guten Marken“ dagegen sieht Vogel in Warnemünde durchaus große Chancen. Der kleinteilige, kreative und inhabergeführte Handel biete bessere Einkaufsmöglichkeiten als in der Rostocker Innenstadt.

Aber die reichen den Rostockern offenbar. „Sie interessieren sich nicht mehr für unseren Einzelhandel“, sagte Burkhard Rohde, Vorsitzender des Handelsverbandes Ostseeküste und selbst Textilhändler.

„50 Prozent der Parkplätze sind hier von der Stadt vernichtet worden. Richtig sichere Standorte in Warnemünde sind Am Strom und an der Strandpromenade“, so Rohde. „An verschiedenen anderen Plätzen müssen sich die Händler in einem hohen Maß selbst ausbeuten.“ Gerade auch, weil es kaum noch die Möglichkeit gäbe, sonntags zu öffnen. Rohde selbst baut vor. Er hat ein Geschäft in Wustrow eröffnet, ein weiteres in einem Hotelneubau in Graal-Müritz. „Ich fürchte nämlich, dass großflächiger Handel nach Warnemünde kommt“, sagt er.

Michael Schißler

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