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Rostock Thomas Anders kommt nach Rostock: Modern-Talking-Hits und Deutsch-Pop
Mecklenburg Rostock Thomas Anders kommt nach Rostock: Modern-Talking-Hits und Deutsch-Pop
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07:36 22.12.2018
Thomas Anders tritt am 12. Mai 2019 in der Rostocker Stadthalle auf. Quelle: Ben Wolf
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Südstadt

Thomas Anders kommt nach Rostock. Der frühere Sänger des Pop-Duos Modern Talking geht 2019 auf Solo-Tournee und hat gerade ein neues Album veröffentlicht. Es ist sein zweites Album in deutscher Sprache. Im Interview spricht er über sein neues Programm, sein Verhältnis zu Dieter Bohlen und seinen allerersten öffentlichen Auftritt.

Freuen Sie sich schon auf Rostock?

Thomas Anders: Ich war dieses Jahr sogar schon im Sommer da. Rostock ist immer eine Reise wert!

Wieso? Was verbinden Sie mit der Hansestadt?

Ich mag einfach die Ostsee und finde die Gegend sehr schön. Im vergangenen Jahr war ich auch mal oben in Stralsund und fand das unheimlich beschaulich. Da habe ich zu meiner Frau gesagt, dass wir hier auch mal ein paar Tage verbringen könnten. Wir wohnen allerdings in Koblenz und das ist ein ganz schöner Ritt, wenn man mal nach Rügen will. Aber wie gesagt – ich war öfter schon in Rostock und finde die Stadt sehr schön.

Wie sieht denn ihr neues Programm aus?

Neu! Natürlich mit vielen deutschen Liedern. Das gab es ja vorher noch nicht. Die Show wird eine tolle Mischung aus den neuen deutschsprachigen Songs und natürlich auch Modern-Talking-Hits. Auch Titel von ganz früher, denn ich habe ja im nächsten Jahr auch 50-jähriges Bühnenjubiläum. Da kommt schon allerhand Material zusammen.

Was war denn das Erste, was Sie mal auf einer Bühne gesungen haben?

„Heidschibumbeidschi“.

Was war das für eine Bühne?

Ein Stuhl. Ich war sechs Jahre alt und es war ein Stuhl in einer Gaststätte in meinem Heimatort. Es war bei einer Weihnachtsfeier und dann hieß es: „Jetzt sing doch mal was!“ Ich sang auch mehrere Titel – aber ich kann mich nur noch an „Heidschibumbeidschi“ erinnern.

Und ab da zählen Sie ihr Bühnenjubiläum?

Ja, ab wann zählt man denn sonst? Es war immerhin das erste Mal vor Publikum. Es waren zwar nur 60 oder 70 Personen, aber für einen Sechsjährigen ist das ja schon was Besonderes.

Wie ist das mit den Modern-Talking-Hits? Machen die noch Spaß? Oder ist das Pflichtprogramm?

Nein, die machen immer Spaß. Ich singe ja jetzt nicht die Versionen, wie wir sie 1985 oder 1986 gesungen haben. Ich bin weltweit mit diesen Hits unterwegs und so alle drei Jahre werden die Songs auch neu arrangiert. Sie werden neu aufgebaut und man geht auch mit dem Zeitgeist und aktuellen Sounds. Und darum ist es im Grunde zwar der gleiche Song, aber immer in einem ganz neuen Soundgewand. Und wenn man dann auf der Bühne steht und sieht, wie das Publikum immer wieder mitfeiert und auch wirklich glücklich dabei ist, macht das natürlich doppelt Spaß.

Haben Sie noch Kontakt zu Dieter Bohlen?

Ganz selten. Privat gar nicht. Aber es gibt natürlich immer wieder berufliche Schnittmengen, wo man eben Kontakt miteinander hat. Aber das passiert auf einer ganz relaxten Ebene. Es gibt immer wieder neue Verträge zu besprechen, die natürlich Modern Talking betreffen. Jeder hat sein Leben und seine Erfolge. Und die gemeinsame Karriere verbindet uns eben, denn Modern Talking ist noch immer ein Unternehmen, dessen Produkte gestreamt, verkauft oder heruntergeladen werden. Daher müssen auch unsere Verträge immer wieder erneuert werden.

Jetzt haben Sie ein zweites Album auf deutsch gesungen – sind Sie jetzt Schlagersänger?

Ach, eigentlich mag ich diese Schlager-Grenze gar nicht. Es ist natürlich deutschsprachige Musik. Ich habe im Grunde auch nichts gegen Schlager, diese Musik wird eben von vielen Menschen in so eine Schublade gesteckt und dagegen habe ich etwas. Es ist Popmusik mit deutschen Texten. Dass man dafür überhaupt eine Beschreibung finden muss, ist doch komisch. Wenn man sich die Produktion anhört, ist es ganz klar Pop und hat nichts mit dem klassischen Schlager, wie man ihn vielleicht vor 20 Jahren noch interpretierte, zu tun. Wenn sie „Cheri Cheri Lady“ nehmen und einen deutschen Text dazu machen – ist es dann Schlager? Jeder hat da persönlich eine emotionale Grenze – und das macht die Definition so schwierig.

Auf dem Album „Ewig mit Dir“ singt Thomas Anders ein Duett mit Florian Silbereisen. Die Geschichte ist, wie schon bei „Die da“ von den Fantastischen 4 die, dass sich zwei Männer treffen und auf die selbe Frau warten, die dann schließlich mit einem Dritten ankommt. Im dazugehörigen Musikvideo sitzen Anders und Silbereisen in der Kneipe und singen sich gegenseitig an – ein Hauch von Selbstironie scheint mitzuschwingen. Der lachende Dritte wird am Ende von Matthias Reim gemimt.

Wie kam es zu dem Duett mit Florian Silbereisen?

Ganz unkompliziert. Der Song war da, ich habe ihn eingesungen und dann haben wir überlegt, wen wir da jetzt fragen können. Und irgendwann kamen wir auf Florian, weil ich ihn durch verschiedene Fernsehsendungen kenne. Wir haben uns immer gut verstanden und er ist ja auch ein ganz lustiger Kandidat. Ich habe ihn einfach gefragt. Hätte er nein gesagt, hätte ich mir was anderes überlegen müssen. Aber er hat ja gesagt. Ganz unspektakulär.

Das Video ist aber nicht ganz ernst gemeint, oder? Wie kam denn Matthias Reim noch ins Boot?

Das ist todernst gemeint! (lacht) Ach, ich glaube, es fehlt oft an so was. So spinnerte Ideen putzen wir oft immer gleich runter. Ich glaube, man sollte viel mehr laufen lassen. Das Storybook für das Video stand schon. Und dann saßen wir zusammen und haben überlegt – okay, jetzt streiten wir uns da um diese Frau, aber wer ist denn jetzt der Dritte? Da brauchen wir ein Gesicht, damit die Geschichte rund wird. Wir haben überlegt, wen wir da nehmen könnten, und kamen relativ schnell auf Matthias Reim. Irgendwie fanden wir, der passt. Matthias ist jemand, den ich seit 30 Jahren kenne, bei dem man nicht erst einen Kontakt aufbauen muss. Da tippt man die Nummer ins Telefon und fragt: „Hast Du Bock?“ Und die Antwort war, „ja klar, wann denn?“ Die einzige Bedingung für Matze war, dass er nicht so früh aufstehen muss. (lacht)

Mit wem würden Sie gern noch ein Duett singen?

Ach, da gibt es viele, wo man denkt, es wäre mal großartig, einfach mal gemeinsam einen Song zu interpretieren. Aber die Öffentlichkeit nimmt so was oft zu wichtig. Es geht doch einfach nur darum, dass man mal gemeinsam Spaß hat – das merkt man auch bei Florian und mir, hoffe ich. Der Song war nun mal als Duett geschrieben und dann muss man sich jemanden suchen. Ich werde nun oft gefragt, ob da nun noch mehr mit Florian kommt? Nee. Warum denn? Es ist nur der Song. Ich mache doch jetzt kein neues Duo mit Florian Silbereisen. Aber es gibt großartige Künstler, mit denen man sich immer mal vorstellt, dass es toll wäre, ein Duett aufzunehmen. Da kann man mit Michael Bublé anfangen, über Rod Stewart bis hin zu Udo Lindenberg. Vollkommen egal – wenn es gut gemacht ist und Charme hat – warum nicht?

Als sie selbst angefangen haben zu singen – wer waren da Ihre Vorbilder? Was haben Sie für Musik gehört?

Damals war Heintje ganz groß. Das war ja der Star der End-Sechziger. Also, ich bin Jahrgang ‚63. Als ich sechs war, passte es auch einfach von der Stimmlage. Und Vicky Leandros fand ich auch immer ganz großartig. Also, im Grunde so die Hitparadenkünstler, die damals im ZDF bei Dieter Thomas Heck aufgetreten sind. Das war immer so der Traum, einmal in dieser Sendung aufzutreten.

Hatten Sie von irgendwem ein Poster an der Wand?

Nein. Ich hatte so eine Fototapete, wie sie in vielen Kinderzimmern hing. Man konnte wählen zwischen dem grünen deutschen Wald oder so Palmen mit Südseestrand. Ich hatte die Südsee.

Wie steht Ihr Sohn zu ihrer Musik? Hört er sich das an?

Nee. Also, er ist ab und zu mal bei Konzerten dabei, aber nein. Er akzeptiert das, aber es ist nicht seine Musik. Das ist wahrscheinlich vollkommen normal. Er steht vielmehr auf so amerikanischen Rap und Hiphop. Aber das ist ganz interessant: An seiner Schule kam vor kurzem „Brother Louie“ in irgendeiner anderen Version hoch. Das finden dann die Kiddies schon wieder cool.

Wenn Sie sich selbst im Radio hören – was machen Sie? Mitsingen? Ausschalten? Lauter machen?

Na, ich schalte nicht weg. Meist höre ich bis zum Ende, weil ich wissen will, was für ein Kommentar noch dazu kommt. (lacht)

Gibt es Lieder, die Sie lieber nicht gesungen hätten?

Eigentlich nicht. Es gibt Titel, die mag man im Laufe der Zeit mehr und andere weniger. Aber es gibt keinen, für den ich mich schämen würde. Auch nicht bei Modern Talking. Es gibt allerdings ein paar Sachen, an die ich mich gar nicht mehr erinnern kann. Manchmal gehe ich durch unsere Diskographie, wenn ich ein neues Programm zusammen stelle. Dann suche ich nach Stücken von irgendwelchen Alben, um sie vielleicht in ein Medley zu integrieren. Ich schaue dann oft auf die verschiedenen Online-Musik-Plattformen und entdecke manchmal Titel, bei denen ich denke, wie ging der nochmal? Und dann muss ich mir den erstmal anhören, damit es mir wieder einfällt.

Zum Beispiel?

Na, es gibt Songs, die bei den Fans aus verschiedenen Ländern ganz hoch angesehen sind, obwohl es sie nie als Single gab. Zum Beispiel „Heaven will know“. Ich kann gar nicht mehr sagen, auf welchem Album der war. Aber den hören sich offenbar ganz viele Leute noch an. Und dann gibt es „Just we two (Mona Lisa)“, vom dritten Album. Da war ich vor zehn Jahren mal in Spanien bei einer Show, wo dann hinterher der Promoter zu mir kam und sagte, die Fans wären total enttäuscht, weil ich „Just we two“ nicht gesungen hätte. Und ich sagte, wieso sollte ich den singen? Aber offenbar ist der damals in Spanien erschienen und war dort Nummer Eins. Das wusste ich gar nicht. Das habe ich da nur durch Zufall erfahren. Inzwischen habe ich ihn ins Programm eingebunden und erzähle die Geschichte gern auf der Bühne.

Welches war die erste Platte, die Sie sich je selbst gekauft haben?

Das war „Soley Soley“ von Middle of the Road.

Und welche zuletzt?

Das akutelle Album vom Michael Bublé – „Love“.

Und wie sieht bei Ihnen Weihnachten aus?

Ganz klassisch. Mit Familie und Gänsebraten. Wir sind in diesem Jahr eine größere Runde, meine Schwester kommt mit Kindern, mein Vater auch. Und dann noch Freunde und Schwiegereltern. Es gibt Weihnachtsgans mit Rotkohl und Klößen.

Wer kocht?

Na, ich bin schon ein leidenschaftlicher Koch, aber ich habe Hilfe. Wir werden drei Gänse haben, aber eine lasse ich woanders machen, denn es passen nur zwei in meinen Ofen. Aber Rotkohl und Klöße, das mache ich schon alles selbst.

Ove Arscholl

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