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Rostock Tiefe Einschnitte am Volkstheater
Mecklenburg Rostock Tiefe Einschnitte am Volkstheater
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09:07 26.02.2015
Jan-Ole Ziegeler (r.) und Malte Rüther von der Initiative Rettet das Volkstheater besuchen die Sitzung der Rostocker Bürgerschaft und warten auf die Entscheidung. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Das traditionsreiche Rostocker Volkstheater wird nach 120-jähriger Geschichte erhebliche Einschnitte erfahren. Die Bürgerschaft der Hansestadt beschloss nach hitziger Debatte die Umwandlung des Vier-Sparten-Hauses in ein so genanntes 2+2-Spartenmodell. Während Schauspiel und Orchester eigenständig bleiben, soll das Haus künftig bei Musik- und Tanztheater mit anderen Theatern in MV kooperieren. Personalabbau ist vorgesehen. Im Gegenzug sichert das Land eine weitere Co-Finanzierung des Hauses zu. So ist es mit Kulturminister Mathias Brodkorb (SPD) abgestimmt. Die Landesregierung muss allerdings noch zustimmen.

In der Bürgerschaft gab es im Vorfeld eine kontroverse Diskussion. Linke und Rostocker Bund kritisierten erneut, dass Oberbürgermeister Roland Methling und Minister den jetzt vorliegenden Kompromiss ohne ihre Fraktionen ausgehandelt hatten. Beide Fraktionen sprechen von „verstecktem Spartenabbau". Mit Stimmen von CDU, SPD, Grünen und UFR/FDP wurde die Sparvariante des Volkstheaters jetzt besiegelt.26 Mitglieder der Bürgerschaft stimmten für das 2+2-Spartenmodell, 21 dagegen und zwei enthielten sich.Bis zum Sommer soll ein Konzept zur Umsetzung vorliegen.

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Linke und Rostocker Bund kritisieren auch, dass die Rostocker Bürger nicht zur Zukunft des Theaters befragt wurden. Im Vorfeld gab es drei Demos gegen die Kürzungspläne. Im Gespräch ist nun ein Bürgerentscheid, der das Votum der Stadtvertreter kippen soll.



Thomas Niebuhr