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Rostock Spiel, Spaß und Tierschutz
Mecklenburg Rostock Spiel, Spaß und Tierschutz
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20:03 12.05.2019
Beim Wettbewerb um die „Schönste Hundeschnauze“ traten Vierbeiner verschiedenster Rassen an.
Beim Wettbewerb um die „Schönste Hundeschnauze“ traten Vierbeiner verschiedenster Rassen an. Quelle: Manuela Wilk
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Schlage

Mit einem bunten Programm lockte das Tierheim Rostock-Schlage am Sonnabend viele Besucher an. Neben Musik, Vorführungen des Hundevereins Schwaan und einem tierischen Wettbewerb ging es den Mitarbeitern um ernste Themen. „Wir wollen den Tieren eine Stimme geben und auf ihr Leid aufmerksam machen“, sagt Angelika Streubel, Vorsitzende des Rostocker Tierschutzvereins. Derzeit betreut die Einrichtung im Landkreis Rostock mehr als 250 Tiere – Hunde, Katzen und Kaninchen gehören ebenso dazu wie Vögel, Schlangen, Schildkröten oder Wildtiere. Das Tierheim, das 2016 aus den Einrichtungen in Rostock und Schlage entstand, ist das größte in Mecklenburg-Vorpommern. Und weil es immer etwas zu tun gibt auf dem Gelände, hat die Hansestadt Rostock auch 25 000 Euro für Sanierungsarbeiten bereitgestellt. Diese freudige Nachricht überbrachte Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski zu Beginn des Festes.

„Es ist wichtig, dass man den Leuten zeigt, welche Arbeit hier geleistet wird – dass man die Aufmerksamkeit auf die Tierschutztiere lenkt“, sagt auch Hundetrainerin Viktoria Mehlig. Vielen sei nicht bewusst, dass im Tierheim nicht nur Hunde und Katzen betreut würden.

Besucher wollen Tierschutz unterstützen

Petra Bomberg aus Sabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) lobt die Arbeit des Tierheims. „Ich komme gern zu den Festen und unterstütze den Tierschutz. Das ist für mich selbstverständlich“, sagt die Besucherin. Bomberg hatte selbst schon mehrere Hunde aus dem Tierschutz. Mit Otto, einem Staffordshire-Terrier-Mix, gehört sie auch zum Hundesportverein Schwaan, der an diesem Tag ebenfalls seine Arbeit vorstellt.

Die Mitglieder zeigen Übungen, bei denen es um Gehorsam, Unterordnung und die Akzeptanz anderer Hunde geht. „Wir gehen auch in Altenheime, sind beim Brückenfest und anderen Events dabei“, erklärt Petra Bomberg.

Fest ist gut organisiert

Zum Verein gehören auch Martin Schröder und seine Rhodesian Ridgeback-Dame Rajaa. Die beiden ließen es sich nicht nehmen und traten beim Wettbewerb „Schönste Hundeschnauze“ mit an. Und siehe da – sie konnten eine Preisrunde für sich entscheiden. „Damit hab ich nicht gerechnet“, sagt er und lacht. Die ganze Atmosphäre in Schlage gefalle ihm. „Auch die Organisation ist gelungen“, lobt Schröder.

Hunde aller Rassen vertreten

Besonders schön findet Hundetrainerin Viktoria Mehlig, dass bei dem Wettbewerb eine große Vielzahl an Hunden vertreten ist: „Es sind ganz verschiedene Rassen und auch Mischlinge. Das freut mich sehr.“

Bei einer zweiten Runde des tierischen Wettbewerbs stellt sich die acht Jahre alte Amely aus Rostock mit dem Miniatur-Bullterrier „Krümel“ dem Urteil der Jury. Mutter Jenny Schiwek verfolgt das Geschehen: „Sie macht das gut“, lobt sie. Die Familie ist regelmäßig bei den Tierheimfesten zu Gast. „Wir wollen etwas für die Tiere tun und auch zeigen, dass man mit Kindern Hunde jeder Rasse halten kann – es kommt eben auf die Erziehung der Tiere an“, ist sie überzeugt.

Beim Fest in Schlage wurde den Besuchern viel geboten

Hundesport, Tierschutz und Unterhaltung wurden geboten

Gastvereine und Unternehmen zufrieden

Zwischendrin sorgen die jungen Musiker der Rostocker Rock&Pop-Schule für Unterhaltung. Zwei Bands sind vor Ort. Die Jugendlichen ernten viel Applaus für ihre Auftritte.

Auch die Betreiber von Dogscooter aus Rostock waren zufrieden. „Viele haben Interesse und wollen sie die Scooter anschauen“, erzählt Christin Burmeister. Geplant war, dass sie und Inhaber Toni Neugebauer den Sport mit ihrem Hund vorführen. Doch dem Vierbeiner wurde der Stress im Tierheim zu viel. „Das ist schade, aber nicht zu ändern“, meint Burmeister. Die Unternehmer und Hundefreunde nehmen es gelassen.

Der Alltag lässt die Mitarbeiter nicht los

Obwohl sich Angelika Streubel über die gute Resonanz an diesem Wochenende freut und auch von Erfolgen der Arbeit berichten kann, denkt sie schon an den nächsten Notfall. „Uns beschäftigt gerade ein Animal Hoarding-Fall aus Rostock“, sagt sie. Hierbei sammeln oder horten Menschen Tiere – es ist eine Krankheit. Und in diesem Fall geht es um Katzen. Doch daran versucht sie an diesem Tag nicht zu denken.

Manuela Wilk