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Rostock Rostocks Herausforderungen im Tourismus
Mecklenburg Rostock Rostocks Herausforderungen im Tourismus
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13:42 18.01.2019
Frank Marten vom Tourismusverein Rostock weiß, dass die Entwicklung der Stadt eng mit der Entwicklung des Tourismus zusammenhängt. Quelle: Johanna Hegermann
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Rostock

 Der Tourismus in Rostock und Warnemünde boomt und wenn es nach den Touristikern geht, soll das so bleiben. Das bedeutet jedoch, dass man sich noch mehr auf die Qualität und nicht nur auf den nächsten Rekord konzentrieren muss, meint Frank Martens vom Tourismusverein Rostock. Er hat mit der OSTSEE-ZEITUNG über Chancen und Herausforderungen für die Region gesprochen.

OZ: Wie steht es aktuell um den Tourismus in Rostock und Warnemünde?

Frank Martens: Momentan ist der Deutschland-Tourismus ganz weit oben und Rostock-Warnemünde unter den Top Ten. Das liegt an der Lage, aber auch an der Infrastruktur. Wir haben hier Strand, Stadt, Kultur, Shopping und Hafen. Damit sind wir relativ einzigartig an der Ostsee.

OZ: Was muss in Rostock geschehen, um diesen Trend beizubehalten?

Martens: Rostock muss einen Leitfaden entwickeln, wo die Stadt hin will. Theater, Iga-Park-Entwicklung: Das sollte man auch touristisch betrachten. Dafür brauchen wir ein Konzept, das nachhaltig attraktiv ist. Was die Stadt plant, wird den Tourismus weiter befördern. Aber Luft nach oben gibt es immer.

OZ: Was bedeutet eine Großveranstaltung wie die Bundesgartenschau für Rostock?

Martens: Die Buga stellt uns noch vor ganz andere Herausforderungen und ist für Rostock eine gewaltige Chance. Hier dürfen wir nicht den gleichen Fehler, wie bei der Iga machen und uns nur auf die Veranstaltung konzentrieren. Wir sollten die Buga als wichtigen Zwischenschritt ansehen, um den Stadthafen insgesamt weiterzuentwickeln, auch touristisch. Stadtentwicklung und Tourismusmarketing ist immer auch Standortmarketing. Und wenn die Stadt attraktiv ist, finden sich schneller Mitarbeiter. Es ist auch ein Schritt, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

OZ: Fühlen Sie sich von der Tourismuszentrale gut vertreten?

Martens: Da Matthias Fromm sowohl der Tourismuszentrale als auch Rostock Marketing vorsteht, haben wir mit unserem Sitz im Fachbeirat einen guten Einfluss auf die Themen in Warnemünde. Aber die Tourismuszentrale ist an Zwänge gebunden, die die Stadt ihr auferlegt. Zwar gibt es eine deutliche Verbesserung zu früher. Hier hat der Oberbürgermeister Roland Methling viel für den Tourismus in der Stadt getan. Aber bei Themen wie dem fehlenden B-Plan für den Strand oder das Toilettenkonzept glänzt die Bürgerschaft nicht mit touristischer Kompetenz. Über die Grenzen der Parteien hinweg müssen schneller Entscheidungen getroffen werden. Nicht jahrelang diskutieren, sondern Augen zu und durch.

OZ: Was gibt es für aktuelle Herausforderungen?

Martens: Wir sind als Destination im ständigen Wettbewerb. Der Tourismus entwickelt sich. Man muss immer wieder etwas Neues bieten und konsequent sein. Zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit. Wir werden auf Dauer nicht nur mit dem Verzicht auf Plastikstrohhalme und -geschirr glänzen, aber es sind kleine Schritte in die richtige Richtung.

OZ: Welche Ideen gibt es noch für die Zukunft?

Martens: Wir müssen uns im Tourismus-Marketing breiter aufstellen und all unsere Facetten zeigen. So könnten wir durch den Umbau der Stadthalle den Konferenztourismus für Rostock fördern. Dazu müssen wir betrachten, wie die Stadt erreichbar ist, unsere Kommunikation mit der Deutschen Bahn verbessern und gucken, was mit dem Flughafen Laage passiert.

Im Freizeitbereich müssen wir weiterhin die Saison zu verlängern. Da ist „Gesundheit am Meer“ das nächste große Thema und für uns eine wichtige Hausaufgabe. Dabei sollten wir uns nicht auf Krankheiten konzentrieren, sondern um die Leute kümmern, die noch gesünder und bewusster leben wollen. Uns muss es gelingen, gerade von Oktober bis April die Leute eher mit den Wanderwegen am Wasser als mit dem Strand zu locken.

OZ: Was halten Sie von Urlauberrekorden?

Martens: Das Problem ist, dass es in Warnemünde schon fast zu viel Tourismus gibt. Von Juli bis August ist gefühlt Land unter. Dabei dürfen wir die Einheimischen nicht aus dem Blick verlieren. Das Thema wird massiv diskutiert. Das muss ganzheitlich betrachtet werden. Die Balance muss bleiben, sonst zerstören wir den Ort. Das neue Werftbecken und eine ganzheitliche Entwicklung der Mittelmole können die Situation schon entschärfen. Ich glaube, dass es hier nicht per se darum geht, mehr Schiffe nach Rostock zu bekommen. Sondern auch darum, die Mengen besser zu verwalten und zu verteilen.

Der Tourismusverein Rostock

1990 haben sich mehrere Unternehmen aus dem Tourismus zusammengeschlossen, um diesen Bereich zu fördern. Sie gründeten den Tourismusverein Rostock, der damals noch „Verkehrsverein“ hieß. Anfang des neuen Jahrtausends sei die Arbeit leicht eingeschlafen.

Etwa 2005 waren die Vereinsmitglieder unzufrieden mit der Arbeit der Tourismuszentrale und es ging der Branche schlecht.

2010 wurde die Rostocker Gesellschaftfür Tourismus und Marketing beschlossen. Danach hat die Bedeutung des Vereins verloren, doch noch immer hat er einen Sitz im Fachrat von Rostock Marketing.

Mittlerweilesind rund 60 Firmen Mitglied in dem Tourismusverein. Sie sehen sich als Vertreter von allen Unternehmen, die vom Tourismus profitieren, auch abseits der Gastronomie und Hotellerie.

Johanna Hegermann

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