Tourismus: Silvester in Warnemünde: Campen mit Traumkulisse
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Tourismus: Silvester in Warnemünde: Campen mit Traumkulisse

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05:15 31.12.2019
Matthias Zieger und seine Partnerin Ramona Scholze vor ihrem Wohmobil. Sie campen über Silvester auf dem Stellplatz auf der Mittelmole in Warnemünde.
Matthias Zieger und seine Partnerin Ramona Scholze vor ihrem Wohmobil. Sie campen über Silvester auf dem Stellplatz auf der Mittelmole in Warnemünde. Quelle: Flemming Goldbecher
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Warnemünde

Auf der Mittelmole in Warnemünde reihen sich derzeit etliche Wohnwagen und -mobile aneinander. Ein Schild an der Schranke vor der Auffahrt zum Wohnmobilstellplatz, der von der vom Wiro-Tochterunternehmen Parkhaus Gesellschaft Rostock betrieben wird, weist jeden Camper, der sich eine Parklücke für die Silvesternacht erhofft, darauf hin: hier geht nichts mehr. Dass das Übernachten hier offiziell verboten ist, scheint niemanden zu stören.

„Daran hält sich hier keiner“, sagt Matthias Zieger aus Sachsen. Der 59-Jährige ist Dauergast auf der Mittelmole und kommt zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Ramona Scholze, jedes Jahr nach Warnemünde. „Der Stellplatz ist hier schon lange Kult“, so Zieger.

Stellplatz mit Traumkulisse

Vor zwei Jahren verbrachten die beiden erstmals Silvester in Warnemünde. Normalerweise stehen sie dort im Sommer zum Abschluss ihrer jährlichen Ostseereise, die meist auf Usedom beginnt und sie über die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst bis nach Rostock führt. „Wir sind absolute Ostseefans und vor allem Warnemünde ist uns sehr ans Herz gewachsen“, sagt Zieger, der sich schon in den Sommerurlauben als Kind in die Region und das Meer verliebte.

Campen auf der Mittelmole in Warnemünde

Ein Pärchen aus Sachsen campt über den Jahreswechsel mit dem eigenen Wohnmobil auf dem Stellplatz auf der Mittelmole in Warnemünde.

Dass die beiden ihr Wohnmobil stets auf der Mittelmole abstellen, liege vor allem an der Kulisse. Von ihrem Stellplatz aus sehen sie die Schiffe ein und ausfahren und blicken im Norden auf das offene Meer. „Die Aussicht hier ist herrlich“, meint Zieger.

Den Schiffsverkehr vor seiner „Haustür“ nahm er sogar mal zum Anlass für einen kleinen Scherz. „Ich habe die Schiffshupe der AIDA mit meinem Handy aufgenommen und den Ton nachts mit meiner Musikbox vom Dach des Wohnmobils abgespielt.“

Im Winter ohne Strom und Wasser

In Erwartung eines einfahrenden Kreuzfahrtdampfers seien etliche Camper aus ihren Betten gekrochen, um dann enttäuscht festzustellen, dass sie hinters Licht geführt wurden. Matthias Zieger muss noch immer lachen, wenn er an die Geschichte zurückdenkt. Aber niemand habe ihm seinen Scherz übel genommen. „Der Umgang unter den Campern ist sehr freundlich. Man kommt mit vielen ins Gespräch und lernt sich kennen.“

Und das Leben auf einem Campingplatz ohne Strom und Wasser im kalten Winter? Kein Problem, sagt Zieger. Zumindest, wenn man vorbereitet ist. Das kleine, aber gemütliche Wohnmobil beheizen sie mit Gas, kochen können sie auf einem Dreiflammherd, der Kühlschrank hält das Nötigste frisch. Eine Gasflasche von elf Litern verbrauchen die beiden, um es drinnen warm zu haben. Anders gehe es nicht, sagt Zieger. „Im Sommer an die Ostsee fahren kann jeder. Aber man muss das auch mal im Winter gemacht haben.“

Umzug auf anderen Stellplatz?

Konkrete Pläne für die letzte Nacht des Jahres haben er und seine Lebensgefährtin nicht. Fest steht: Ein eigenes Feuerwerk werde es nicht geben. „Ich habe noch nie eine Rakete in die Luft geschossen“, sagt Zieger. „Ich bin dagegen.“ Feuerwerk gucken wollen sie dennoch. Die Stunden vorm Jahreswechsel werden sie irgendwo an der Promenade Am Alten Strom verbringen, etwas essen gehen und die Stimmung aufsaugen. Auch der ein oder andere Whisky werde fließen, verrät Zieger.

Natürlich darf auch das Turmleuchten in Warnemünde an Neujahr nicht fehlen, bevor sie in ihrem fahrbaren Ferienhaus die Heimreise antreten. Dass sie im kommenden Jahr zurückkehren werden, steht für Zieger außer Frage. Selbst wenn der Stellplatz auf der Mittelmole dann nicht mehr zur Verfügung stehen sollte. Zuletzt hatte Rostocks Oberbürgermeister Claus-Ruhe Madsen (parteilos) ein für 2020 geplantes Bauvorhaben der Wiro auf dem Gelände gestoppt. Wie es damit im kommenden Jahr weitergeht, ist noch unklar. „Zur Not suchen wir uns einen anderen Platz“, so Zieger.

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Von Flemming Goldbecher