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Rostock Traditionelles Kutterpullen geht in die 21. Runde
Mecklenburg Rostock Traditionelles Kutterpullen geht in die 21. Runde
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16:21 17.10.2019
Spaß und der sportliche Wettkampf sind beim Kutterpullen in Warnemünde gleichauf. Quelle: Lea-Marie Kenzler
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Rostock

Was für Außenstehende witzig anzusehen ist, verlangt den Teilnehmern viel Kraft und Ausdauer ab. Bereits zum 21. Mal findet am Samstag das traditionelle Kutterpullen des Bereiches Seefahrt der Hochschule Wismar statt. 21 Mannschaften von unterschiedlichen Seefahrtschulen und auch aus verschiedenen Ländern haben sich bereits angemeldet, um sich auf dem Wasser einen spannenden Wettkampf zu liefern. Darunter Teilnehmer von der Seefahrtschule Elsfleth und aus Schweden. Insgesamt werden 200 Personen erwartet.

Mit Ausdauer, Kraft und Taktgefühl

Wenngleich es bei dem Rennen in erster Linie um Spaß geht, bereiten sich die Teams seit einigen Wochen für den Wettkampf am Wochenende vor. Auf dem Plan stehen neben praktischen Übungen im Kutter auch Kraft- und Ausdauertraining. „Man sollte die Strecke nicht unterschätzen“, mahnt Marc Hoischen vom Fachschaftsrat Seefahrt. Am Ende zähle schließlich nicht, wer den schnellsten Start hingelegt hat, sondern wer als erstes das Ziel erreicht. Und das sei auf einer Distanz von 300 Metern nicht immer einfach.

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„Irgendwann schwindet die Kraft. Dann kommt es darauf an, wie gut die Mitglieder zusammenarbeiten und im Takt rudern“, meint das Mitglied des Fachschaftsrates. Während der Steuermann für den richtigen Kurs und die Motivation der Mannschaft sorgt, geben die vordersten beiden Kameraden den Rhythmus vor. Die restlichen Kutterpuller müssen sich nach ihnen richten. Hier zeige sich, wie gut die Besatzung untereinander harmoniert. „Der Sport fordert und fördert den Teamgeist.“

Internationaler Austausch

Beim traditionellen Kutterpullen in Rostock nehmen jedes Jahr neben Teams des Bereiches Seefahrt als Außenstelle der Hochschule Wismar ebenfalls zahlreiche Gäste anderer Seefahrtshochschulen teil. Geselligkeit und Kommunikation sind dabei wichtiger Bestandteil des Ruderwettbewerbs. Da nicht nur Teams aus Norddeutschland, sondern auch aus Schweden teilnehmen, werde zudem der internationale Austausch gefördert. „Wir freuen uns, dass die Veranstaltung so begehrt ist“, sagt Hoischen.

Vor allem unter den Zuschauern erfreue sich das sportliche Ereignis zunehmender Beliebtheit. Scharenweise verfolgen sie das Geschehen auf dem Wasser und feuern die Teilnehmer an. Für gute Stimmung sorgen dabei nicht zuletzt die bunten Kostüme und die teilweise verrückten Namen der einzelnen Mannschaften. „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, so Hoischen. Neben den „Breitling Pullern“ gehen diesmal unter anderem die Teams „Kutterstrophe“ und „Expullsiv“ an den Start.

Standortwechsel wegen Bauarbeiten

Aufgrund von Bauarbeiten im Ostseebad Warnemünde muss die Veranstaltung des Bereiches Seefahrt der Hochschule Wismar dieses Jahr erstmals verlegt werden. Statt am Passagierkai in Warnemünde wird das Rennen im Stadthafen stattfinden, wie Hoischen bestätigt. Los geht es am Sonnabend um 9 Uhr an der Segelstation. Begleitet werde das Event vom Studentenclub „Sumpf“, der die gesamte Zeit über mit Musik für ausgelassene Stimmung sorgt. Die Siegerehrung soll gegen 22 Uhr im Rostocker Club „Bunker“ erfolgen. „Auf alle Fälle wird es ein ereignisreicher und spannender Tag werden.“

Teamgeist gefragt

Kutterpullen ist eine Wassersportart, bei der ein Team von zehn Leuten und einem Steuermann einen Kutter (ein Beiboot größerer Schiffe) über eine festgelegte Distanz pullt (rudert). Dabei sitzen die Rudernden paarweise nebeneinander in den sogenannten Duchten an den Riemen (Ruder). Der Steuermann sorgt für den Kurs und die Motivation der Mannschaft. Um eine gleichmäßige Ruderbewegung zu gewährleisten, orientieren sich die Ruderer an den zwei direkt vor dem Steuermann sitzenden Schlagmännern. Seefahrtsschulen in ganz Norddeutschland tragen Wettkämpfe im Kutterpullen aus.

Von Susanne Gidzinski