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Rostock Kindersachen weg: So dreist wird eine junge Mutter in Rostock beklaut
Mecklenburg Rostock Kindersachen weg: So dreist wird eine junge Mutter in Rostock beklaut
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09:02 09.05.2019
Carolin Köhler wollte das Kinderzimmer ausräumen und die Sachen in ein Fahrzeug verladen. Während sie für etwa 15 Minuten pausierte und ihre Tochter stillte, wurden viele private Sachen gestohlen. Quelle: Moritz Naumann
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Rostock

Als Carolin Köhler am Dienstag das Kinderzimmer ausräumt und für den Umzug vorbereitet, erleben sie und ihr sieben Monate altes Baby Rosa eine böse Überraschung: Etwa 15 Minuten bleiben die Sachen aus dem Kinderzimmer unbeobachtet an der Straße Patriotischer Weg – danach fehlen etwa 90 Prozent der Gegenstände.

Säcke mit selbst gestrickter Kinderkleidung, Spiele, Puzzle, Dekoration, Kuscheltiere und Fotos: All das sind Sachen, die Carolin Köhler und ihren Kindern am Mittwoch-Vormittag gestohlen wurden – während ihres Umzuges von Rostock nach Stralsund.

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Ein Moment der Unachtsamkeit

„Mein Partner war gerade mit dem Auto schon Richtung Stralsund unterwegs und da Rosa gerade geschlafen hat, hatte ich Zeit etwas vorzubereiten.“ Also schnappt sich die gelernte Erzieherin Säcke, Kisten und andere Dekorationsgegenstände und stellt sie an den Zaun ihres Vorgartens. „Nach eineinhalb Stunden bekam ich Hunger und blieb oben, um mir etwas zu essen zu machen.“

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Der Vorgarten war durch das Fenster und vom Balkon immer in Sichtweite – bis Rosa, ihre sieben Monate alte Tochter hungrig erwacht. „Ich bin dann kurz in die Wohnung und habe sie maximal 15 Minuten gestillt.“ Als die 29-Jährige dann wieder ans Fenster geht um nach den Kindersachen zu schauen, traut sie ihren Augen nicht. „Es war so viel weg.“ In ihrer Verzweiflung ruft sie die Polizei an und im sozialen Netzwerk Facebook nach Hilfe.

Polizei: „Eigentum verpflichtet“

Wie Polizeisprecherin Dörte Lembke bestätigt, hat die Kriminalpolizei wegen des Verdachts auf Diebstahl Ermittlungen aufgenommen. Sie empfiehlt solche Umzüge nicht alleine durchzuführen. „Grundsätzlich ist es so, dass Eigentum verpflichtet. Bei sowas sollte man seine Sachen immer im Auge behalten oder jemanden zur Hilfe holen.“

Carolin Köhler ist sich bewusst, dass man die Sachen durchaus für Sperrmüll hätte halten können. „Aber auch dann ist es nicht ok, einfach etwas wegzunehmen. Schließlich wäre es dann Eigentum der Stadtversorgung“, sagt die junge Mutter.

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Die Polizei bestätigt, dass das Thema Sperrmüll ein kontroverses ist: „Es gibt oft wilde Diskussionen darüber, wie mit den Sachen umgegangen werden soll.“ Grundsätzlich empfiehlt die Polizei miteinander zu reden, wenn es man sich etwas vom Sperrmüll nehmen möchte. „Man sollte dort einfach einmal klingeln und fragen, ob man sich bedienen darf.“ Dann gäbe es auch keine Komplikationen.

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„Ich will nur meine Sachen zurück“

„Ich will gar nicht sagen, dass das böse Absicht war. Vielleicht hat man das versehentlich für Sperrmüll gehalten. Ich will einfach nur meine Sachen zurück.“ Vor allem die von Köhlers Oma gestrickten Kinderklamotten liegen der Mutter am Herzen. „Unter den fehlenden Gegenständen sind auch aktuelle Ikea-Decken und Dekogegenstände, aber die selbst gestrickte Kleidung kann man nicht mehr ersetzen.“

Carolin Köhler bittet darum, sollte jemand Hinweise zu den entwendeten Sachen haben, sich bei ihr unter der Telefonnummer 0176 61278403 zu melden.

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Moritz Naumann