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Rostock Trotz Ausbildungsnot: Firmen lehnen Hauptschüler ab
Mecklenburg Rostock Trotz Ausbildungsnot: Firmen lehnen Hauptschüler ab
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13:44 14.04.2015
Auszubildende und Küchenschef in einem Hotel an der Ostsee. Vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe klagt über fehlende Lehrstellenbewerber.
Auszubildende und Küchenschef in einem Hotel an der Ostsee. Vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe klagt über fehlende Lehrstellenbewerber. Quelle: Jennifer Binder
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Ein einfacher Abschluss reicht nicht mehr: Knapp 62 Prozent der Lehrstellen-Angebote grenzen Schulabgänger mit Hauptschulabschluss aus. Und das, obwohl die Klagen der Wirtschaft über fehlende Bewerber immer lauter werden. Das ist ein Ergebnis einer Studie des  Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), für die mehr als 44 000-Lehrstellen-Angebote der Industrie- und Handelskammern ausgewertet wurden.

Auch Unternehmen aus MV ist der Berufsreife-Abschluss zu wenig. Ein Beispiel von vielen:  Der Sportboothersteller Hanseyacht aus Greifswald sucht 15 angehende Bootsbauer, Tischler und Lagerfachkräfte. Bewerber sollten laut IHK-Inserat mindestens einen „guten Realschulabschluss“ vorweisen. Auf Nachfrage erklärt ein Hanseyacht-Sprecher, man wolle Hauptschüler nicht „kategorisch ausschließen“. Realschüler hätten es aber deutlich leichter in den Prüfungen - vor allem in Mathe.

Helga Rusin, Geschäftsbereichsleiterin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Rostock, wirft den Gewerkschaften vor, selbst zu der Misere beizutragen. In den vergangenen Jahren hätten Inhalte und Schwierigkeitsgrad vieler Ausbildungen stark zugenommen. „Daran haben die Gewerkschaften mitgewirkt“, sagt Rusin. Arbeitnehmervertreter säßen mit in den entsprechenden Gremien.

In MV verließen 2014 rund 1300 jungen Menschen die Schule mit dem Berufsreife-Abschluss. Das war etwa jeder Achte.



Gerald Kleine Wördemann