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Rostock Trotz Verkaufsplänen: Im Rostocker Eros Center läuft es weiter
Mecklenburg Rostock Trotz Verkaufsplänen: Im Rostocker Eros Center läuft es weiter
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12:10 25.04.2019
Das Gebäude am Schwarzen Weg in Rostock wird seit 1996 als Bordell genutzt. Es wurde damals mit einem Tag der offenen Tür in Betrieb genommen. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Aus dem Bordell-Gebäude am Bahnhof Rostock-Bramow könnte schon bald eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen werden. Die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) hat ihr Interesse bekundet. Bevor es zu einer Übernahme der Immobilie kommt, läuft das Rotlicht-Geschäft im „Eros Center“ aber uneingeschränkt weiter. Die Stadt hat dem Bordell nun sogar eine unbefristete Betriebs-Erlaubnis erteilt.

Die Genehmigung steht laut Rathaus jedoch in keinem Widerspruch zu den Übernahme-Absichten der GGP. Der Kita-Betreiber lässt gerade bei mehreren Ämtern der Stadtverwaltung prüfen, welche medizinischen, sozialen oder pädagogischen Projekte in dem Gebäude umgesetzt werden könnten. „Wir hoffen auf eine Antwort noch in diesem Jahr und sehen dann weiter“, sagt GGP-Sprecher Wolfgang Richter. Nach OZ-Informationen favorisiert das Unternehmen bisher, in Bramow eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen zu schaffen.

„Eros Center“ gilt als vorbildlich

Dass dem „Eros Center“ nun mitten in diesem Prüf-Prozess eine neue Betriebs-Erlaubnis erteilt worden ist, soll vor allem formale Ursachen haben. Hintergrund ist laut Stadtverwaltung das neue Prostituiertenschutzgesetz. Laut diesem ist das Rathaus nun dafür zuständig, sowohl Genehmigungen für den Betrieb eines Prostitutionsgewerbes auszustellen als auch für die dazugehörigen Kontrollen zu sorgen.

Und das „Eros Center“ in Bramow gilt als sehr vorbildlich, wie Experten der OZ bestätigen. Es hat ein eigenes Zimmer für das Gesundheitsamt und regelmäßige Sprechstunden. Auch ist es eines der ersten Bordelle in Mecklenburg-Vorpommern, die eine neue Betriebs-Erlaubnis beantragt haben.

Das Gesetz verlangt nun ein Betreiber-Konzept mit personellen, hygienischen und räumlichen Details. Nach OZ-Informationen sollen daher in dem Laufhaus aktuell noch 20 statt bisher 40 Zimmer zur Verfügung stehen. Zwischen sechs und zwölf internationale Damen sollen hier täglich ihre Dienste anbieten. Sie haben sich jeweils ein Zimmer in dem Laufhaus gemietet und arbeiten auf eigene Rechnung, wie es heißt. Pro Tag sollen die Damen 100 Euro Miete an den Betreiber bezahlen – plus zehn Euro fürs Essen.

Betreiber ist nicht Besitzer der Immobilie

Nach OZ-Informationen ist der Betreiber des „Eros Centers“ nicht der Besitzer der Immobilie. Ob das Bordell bei einem möglichen Verkauf des Gebäudes nun woanders hinzieht oder der Betrieb eingestellt wird, ist offen.

Das Laufhaus ist bereits 1996 eröffnet worden – mit einem Tag der offenen Tür. Damals gab es Ärger und Tote in Rostocks Rotlicht-Szene. Das Bordell am Schwarzen Weg sollte helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Dem Inhaber aus Nordrhein-Westfalen ist versprochen worden, dass in der Stadt ein Sperrbezirk errichtet wird. Das jedoch ist nicht passiert.

Neben dem Bordell gibt es in Rostock noch zwei Nachtclubs: „LeRefleur“ in Stadtmitte und „Bienenstock“ in Warnemünde. Hinzu kommen 46 sogenannte Modellwohnungen, wie aus einem aktuellen Sachbericht der Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit (Sela) hervorgeht. In diesen Wohnungen stehen demnach insgesamt 60 Arbeitszimmer zur Verfügung.

Nur Hälfte der Sexarbeit in Rostock sichtbar

Wie das städtische Gesundheitsamt mitteilt, arbeiten in Rostock durchschnittlich 48 Prostituierte im sichtbaren Bereich. „Die Anzahl wechselt jedoch wöchentlich, da in diesem Arbeitsbereich eine geografische Rotation üblich ist“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Überwiegend kommen die Prostituierten aus Osteuropa, gefolgt von Thailand und Deutschland. „Nur wenige der Frauen haben einen ständigen Wohnsitz in Deutschland“, so Kunze.

Laut Sela dokumentieren diese Zahlen jedoch schätzungsweise nur knapp die Hälfte der tatsächlichen Sexarbeit in der Hansestadt. Es gebe darüber hinaus viele weitere Menschen, vor allem Deutsche, die ihre Tätigkeit nicht bei den Behörden melden. Hierbei handle es sich jedoch nicht um Zwangsprostitution, sondern um selbst organisierte Sexarbeit, heißt es bei Sela.

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