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Rostock Tschüss, Silvester-Müll! Rostocks Umweltschützer starten putzmunter ins neue Jahr
Mecklenburg Rostock

Tschüss, Silvester-Müll! Rostocks Umweltschützer starten putzmunter ins neue Jahr

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17:56 23.12.2019
Beim Küstenputztag im September haben rund 500 Rostocker am Warnowufer und am Ostseestrand gut 2700 Kilo Müll eingesammelt. Neujahr wollen sie wegputzen, was Silvester in der Natur gelandet ist. Quelle: Emiliano Leonardi
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Rostock

In der Silvesternacht sind sie der Hingucker am Himmel, am Tag danach vermüllen Raketen und andere Überbleibsel vom Jahreswechsel die Natur. Damit sie weder am Warnowufer noch am Ostseestrand liegen bleiben, schwärmen Rostocks Umweltschützer aus. Ihr Ziel: ein sauberer Start ins neue Jahr.

Nachdem beim Küstenputztag im September bereits 500 Freiwillige rund 2700 Kilo Müll in Warnemünde, am Schnatermann und im Stadthafen gesammelt hatten, soll es zu Beginn des Jahres 2020 in die nächste Runde gehen. Diesmal ruft der Rostocker Meeresmüllstammtisch zum Neujahrs-Küstenputz auf.

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Insbesondere private Feuerwerke seien Quellen für Plastikmüll am Strand und im Stadthafen, heißt es vom Müllstammtisch. Der Abfall sei so kleinteilig, dass herkömmliche Kehrfahrzeuge ihn oft nicht komplett zu fassen kriegen. Deshalb finde man noch Monate nach dem Jahreswechsel Knallerreste.

„Wir müssen leider mit vielen Kleinteilen von zersprengten Feuerwerkskörpern rechnen. Diese sind besonders problematisch, weil sie sich mit der Zeit immer tiefer in den Sand eingraben und so oft dauerhaft am Strand liegen bleiben“, erklärt Mirco Haseler vom Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

Wissenschaftler analysieren Silvester-Müll

Die IOW-Arbeitsgruppe „Küsten- und Meeresmanagement“ beschäftigt sich schon länger mit dem Monitoring des Silvestermülls am Strand und begrüßt die Initiative des Meeresmüllstammtischs. Ein Teil des Mülls soll auch diesmal gesondert eingesammelt und im Nachgang ausgewertet werden. So können anhand der gewonnenen Daten nachhaltige Schutzkonzepte für Rostock und Warnemünde entwickelt werden.

Um möglichst viel von dem, was in der Silvesternacht liegen blieb, einzusammeln, sollen Anfnag 2020 gleich an mehreren Tagen und Orten Putzaktionen stattfinden: Am 1. Januar treffen sich alle Helfer um 10.30 Uhr an der Jugendherberge Warnemünde und um 12.30 Uhr am Strandresort-Restaurant „Blaue Boje“ in Markgrafenheide.

Wer Neujahr noch nicht putzmunter ist, hat zwei Tage später die Chance, mit anzupacken. Am 3. Januar starten die Müllsammler jeweils um 10 Uhr am IOW in Warnemünde und am Fähranleger Gehlsdorf.

Fotowettbewerb für Müllsammler

Was in der Natur keiner sehen will, soll als Bild die Blicke auf sich ziehen. Deshalb wird der Abfall, bevor er in Müllsäcke wandert, abgelichtet: Unter dem Motto „Nach dem Abschuss der Schnappschuss – Silvestermüll an Rostocks Ufern im Fokus“ lobt der Meeresmüllstammtisch einen Fotowettbewerb aus, der die unschönen Facetten der Silvesterfeiern beleuchten soll. Bis zum 10. Januar können Hobbyfotografen ihre Bilder an rostocker_meeresmuell@posteo.de senden. Die besten Fotos sollen in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Putzaktion zum Jahresstart soll langfristig Wirkung zeigen und das Umweltbewusstsein der Rostocker stärken. Die Hoffnung der Initiatoren ist, dass Strandbesucher ihren Müll sowohl Silvester als im restlichen Jahr statt in der Natur direkt in Abfalleimern entsorgen. Bei Feuerwerk ist das jedoch nicht immer möglich. „Viele Raketen und damit auch Plastik und andere umweltschädliche Stoffe landen direkt in der Warnow oder der Ostsee, weil man die Feuerwerkskörper ja auch am Ufer steigen lässt. Da hat man kaum eine Chance, den Müll wieder aus dem Wasser zu bekommen und er landet, wie so oft, leider im Meer“, berichtet Rebecca Kain vom Naturschutzbund Mittleres Mecklenburg.

Damit zumindest das, was Silvester an den Ufern hängen blieb, das Meer nicht verschmutzen kann, starten Rostocks Umweltschützer putzmunter ins neue Jahr.

Saubere Sache

Der Rostocker Meeresmüllstammtisch ist eine offene Runde von Umweltschützern – Organisationen und Privatpersonen – die einen aktiven Beitrag dazu leisten möchten, Stadt, Strände, Warnow und Ostsee müllfrei zu halten.

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