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Rostock Jetzt steht es fest: Turmleuchten wird im April nachgeholt
Mecklenburg Rostock Jetzt steht es fest: Turmleuchten wird im April nachgeholt
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14:15 22.01.2019
Am 6. April wird das Turmleuchten in Warnemünde nachgeholt. Nun laufen die Vorbereitungen für „Europas späteste Neujahrsinszenierung“. Quelle: HOLGER MARTENS
Rostock

Jetzt ist es raus: Es gibt einen Ersatztermin für das Warnemünder Turmleuchten. Am 6. April um 20.30 Uhr wird das Spektakel im Ostseebad nachgeholt. „Damit sind wir dann Europas spätestes Neujahrsvergnügen“, sagt der Regisseur der Inszenierung, Torsten Sitte. „Unsere Message von Liebe, Frieden, Freundlichkeit bleibt bestehen. Wir werden genauso Emotionen erzeugen wie am 1. Januar“, erklärt Sitte.

Für die Veranstalter des Turmleuchtens wurde der Neujahrstag 2019 zum Fiasko. Das Sturmtief „Zeetje“ fegte durch die Hansestadt und machte einen Strich durch die Pläne. Die Feuerwerks- und Lasershow wurde abgesagt, die Meile abgebaut und die rund 300 Helfer nach Hause geschickt. „Aber nichts ist uns wichtiger, als dass die Leute sicher nach Hause kommen und dass die Crew gesund bleibt“, sagt der Mann hinter dem Turmleuchten. Den Sturm wolle man nicht weiter thematisieren. „Die Traurigkeit ist weg. Wir wollen uns erinnern, aber nicht zurückblicken. Wir blicken nach vorn.“

Das Lichtspektakel am Leuchtturm in Warnemünde am Neujahrsabend stand unter dem Motto „Ewig“. 90 000 Besucher haben die Show mit Licht- und Lasereffekten und Feuerwerk zu Musik miterlebt. Stargast war Dieter Hertrampf, „Quaster“, von den Puhdys.

Die Vorbereitungen für Inszenierung laufen

Nun fange man mit den Vorbereitungen quasi wieder bei Null an. „Das Zeitlimit ist schon sehr eng. Aber wir sind geübt und optimistisch“, erklärt Torsten Sitte. Das fange bereits bei der Personalplanung an. „Wir können nicht mit den Fingern schnipsen und 300 bis 400 Leute stehen auf der Matte.“ Einige Musiktitel kommen raus, andere hinein. Dann muss alles neu programmiert werden. Das Motto bleibe weiterhin „Momente“. Doch auch anderes müsse überdacht und neu gestaltet werden. „Das Programm wird gerade geändert.“ Torsten Sitte erklärt, warum das Turmleuchten nicht Eins zu Eins wiederholt werden kann. „Am 1. Januar hat man eine andere Andacht und Denkweise als im April.“ Deswegen müsse auch die Ansprache geändert werden. „Das Publikum ist nicht komplett ausgetauscht, aber es kommen ganz andere Leute als an Neujahr“, betont der Regisseur.

Obwohl bisher noch kein Termin bekannt war, habe es schon viele Zusagen für die Wiederholung gegeben. „Die Resonanz, die wir bisher erfahren haben, ist überwältigend.“ Es habe sogar Zuschriften aus Bayern, Österreich und der Schweiz gegeben.

Ersatztermin ist kein Wunschdatum

Lange habe man nach einem Termin gesucht. „Wir haben alles gecheckt. Der 6. April ist der einzige Tag, an dem wir das Turmleuchten zeitnah wiederholen können“, erklärt der Organisator des Events. An dem Tag gebe es keine anderen Großveranstaltungen, keine Fußballspiele.

Ein Wunschtermin ist die Wiederholung für die Beteiligten nicht. „Wir wollten es gern im März veranstalten, also noch vor der Zeitumstellung.“ Doch in dieser Zeit plane die Deutsche Bahn weitere Bauarbeiten auf der S-Bahn-Strecke. „Und die Bahn brauchen wir natürlich als Transportmittel.“

Ostern hatte Sitte bereits Anfang Januar als Ersatztermin abgelehnt. „Dann ist ja der Sonnenuntergang noch einmal eine viertel Stunde später“, sagt der Veranstalter. Für das Turmleuchten ist es wichtig, dass es dunkel ist, dennoch sollte es nicht zu spät stattfinden. „Wir wollen eine Familienveranstaltung bleiben, wir sind hier keine Partypeople“, sagt Sitte. Auch das Schaffen von Sicherheitsbereichen beim Höhenfeuerwerk werde im fortlaufenden Frühjahr schwieriger. „Später legen in dem Bereich zu viele Schiffe an.“

Turmleuchten fällt in Zeit der Renovierungen

Der Musiker Ola von Sander war zunächst sprachlos, als er von dem neuen Datum hörte. „Das ist wirklich schwierig. Ich bin mir noch gar nicht sicher, ob wir da alle spielen können.“ Die Musiker würden ihre Auftritte auf lange Zeit planen, da sei so eine Planänderung ein höherer Organisationsaufwand. Auch den Chören müsse nun Bescheid gegeben werden. Hier sollten bei der diesjährigen Ausgabe des Spektakels rund 60 bis 80 Sänger mit auf der Bühne stehen.

Für von Sander wird es jedenfalls ein spannendes April-Wochenende. Am Sonntag muss er schon in Düsseldorf sein. „Ich habe schon vor einem Jahr zugesagt, bei einem Festival zu spielen, bei dem wir für herzkranke Kinder Geld sammeln. Das ist auch wichtig.“ Doch er sagt deutlich: „Wir bekommen das schon hin und ich freue mich darauf.“

Auch der Leuchtturm-Verein ist als Mitveranstalter mit dem neuen Termin nicht glücklich. „Wir müssen uns den Gegebenheiten beugen“, sagt der Vorsitzende Klaus Möller. Das Problem sei hier nämlich die Saisonvorbereitung des Warnemünder Seezeichens. „Wir wollen den Leuchtturm wieder planmäßig am Ostersonnabend für alle öffnen.“ Damit dies reibungslos möglich sei, werde das Gebäude einen Monat lang auf Vordermann gebracht. Es wird repariert, renoviert und gestrichen. Genau in diesen Zeitraum fällt nun das Turmleuchten. „Wir müssen das jetzt im Vorfeld genau planen, damit wir an dem April-Wochenende möglichst Baufreiheit haben.“ Dennoch freue man sich, dass die schöne Veranstaltung wiederholt werde.

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Johanna Hegermann