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Rostock Spektakuläre Lichtshow: Disney-Künstler lässt Karls Erlebnishof in MV erstrahlen
Mecklenburg Rostock Spektakuläre Lichtshow: Disney-Künstler lässt Karls Erlebnishof in MV erstrahlen
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13:59 11.11.2019
Lichtdesigner Tom BetGeorge (l.) und Robert Hauer bereiten die Illumination im Innenhof von Karls Erlebniswelt vor. Quelle: Ove Arscholl
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Rövershagen

Er hat einen Spleen, Tom BetGeorge aus Kalifornien. Doch den setzt er genial in Szene. Sein Haus im kalifornischen Tracy ist ein gigantisches Lichtermeer, blinkende Kürbisse und Gräber, dazu der Titelsong von Ghost Busters und Metal-Klänge der Band System of a Down. Schrill, hell und laut geht es zu daheim, wenn BetGeorge das Licht anmacht.

Seit 2007 zeigt er die aufwändig produzierten Lichtshows seines Hauses in der Nähe von San Francisco im eigenen YouTube-Kanal. Und genau dort sind auch Mitarbeiter von Karls auf den Lichtkünstler und seine Weihnachts- und Halloween-Extravaganzen aufmerksam geworden.

Glitzernde Show für Karls Winterzauber

Den ersten Kontakt habe es im vergangenen Jahr kurz nach Weihnachten gegeben, erinnert sich der Profi, der ein eigenes Unternehmen Magical Light Shows betreibt und unter anderem Lichtspektakel für Disney-Freizeitparks konzipiert. „Im März bin ich dann das erste Mal nach Rövershagen gekommen“, erzählt der 40-Jährige.

Im Sommer 2019 sind mehrere neue Attraktionen in Karls Erlebnisdörfern eröffnet worden. 18 Millionen Euro hat Unternehmer Robert Dahl in die Standorte des Unternehmens investiert.

Bislang sei er nur „for Fun“ in Deutschland gewesen, auf privatem Trip. Jetzt aber hatte er den ersten Auftrag in der Tasche: eine glitzernde Lichtshow für den Winterzauber bei Karls in Rövershagen und Berlin.

Zurückgekehrt nach Amerika hat BetGeorge die Installation entwickelt und Material bestellt. Je 30000 Leuchten hat für beide Standorte in China produzieren und zu Karls liefern lassen. „Elektronik und Steuerung habe ich aus den USA mitgebracht“, erzählt der Experte. Die Leuchten sind auf lange Lichterketten für Tannenbaum, Schneeflocken, Eiszapfen, Zuckerstangen und andere Elemente verteilt. Jede Leuchte hat noch einmal drei Lichter, die nach der Choreografie des Lichtmeisters in verschiedenen Farben tanzen. Und plötzlich singt die leuchtende Erdbeere wie Elsa aus dem dem Zeichentrickfilm „Die Eiskönigin“: „Lass jetzt los“. Dies ist nur ein Titel der perfekten Illumination, die sich BetGeorge für Karls ausgedacht hat.

In der vergangenen Woche war der Lichtshow-Hersteller wieder in Deutschland und hat an je zwei Tagen in den Erlebnisdörfern in Elstal bei Berlin und Rövershagen den bunten „Winterzauber“ aufgebaut. „Jedes Mal regnet es. Ist das immer so bei euch in Deutschland?“, fragt er lachend, als er mit fleißigen Helfern von Karls die Lichtelemente verbindet.

In Elstal startet die Show ab 16. November, im Innenhof in Rövershagen geht ab 22. November das Licht an. Zweimal täglich, jeweils um 17 und 18 Uhr können sich kleine und große Besucher auf ein phantastisches, 15-minütiges Licht-Musik-Spektakel freuen.

Der Lichtdesigner ist dann schon längst wieder weg. In Denver, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Colorado, wird er in dieser Woche Weihnachtsdeko zum Strahlen bringen. Rund 700 Kunden weltweit zählt seine Firma, die Programme und Installationen kaufen und entwickeln lassen. Dazu gehören Weihnachten im Park in San Jose, Kalifornien, und das International House of Pancakes in New York, USA. Und neuerdings jetzt auch Karls aus dem mecklenburgischen Rövershagen.

„Dies hier ist ein Anfang“, erklärt der Künstler, „eine Grundinstallation, da können wir nächstes Jahr noch mehr Lichter rein machen“, kündigt BetGeorge schon mal an. Karls hat die ganze Show nicht gemietet, sondern gekauft und wird sie vielleicht Karls-typisch in jedem Jahr um Elemente erweitern.

In Kalifornien blinken unterdessen weiter die Kürbisse. Erst zu Halloween habe er sein Haus wieder mit zehntausenden LEDs und Scheinwerfern bestückt und die thematisch passende Musik dazu eingespielt, erzählt BetGeorge und zeigt ein Video. Denn auf YouTube ist die Show natürlich schon zu bewundern.

Hohe Energiekosten? Der Mann schüttelt den Kopf

Aber auch live ist sein Haus ein Pilgerort. 1000 bis 3000 Besucher ständen an manchen Tagen vor seinem Haus und staunten. Hohe Energiekosten? Der Mann schüttelt den Kopf: „Ein, zwei Dollar die Nacht“. Dafür investiert er jedes Jahr 30 000 bis 40 000 Dollar in seine eigene Hausinstallation.

Der Kalifornier ist von Beruf Musiklehrer, leuchtet aber seit 22 Jahren erfolgreich Showbühnen aus und ist mit der Veröffentlichung seiner ganz privaten, einzigartigen Lichtinstallationen ab 2013 so richtig durchgestartet und bekannt geworden. Heute unterrichtet er angehende Licht-Designer bei Disney. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, um Licht und Freude zu bringen.

Im November habe er angesichts der bevorstehenden Weihnachtszeit „das höchste Stress-Level“. In diesem Jahr muss er neun Projekte umsetzen. In Rövershagen habe ihm die gute Atmosphäre, das Zusammenspiel gefallen, und die Erdbeermarmelade. „Ich bin süchtig danach“, sagt der 40-Jährige.

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