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Rostock Fahren in Warnemünde bald E-Scooter über die Promenade?
Mecklenburg Rostock Fahren in Warnemünde bald E-Scooter über die Promenade?
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20:42 01.10.2019
Ein junger Mann ist mit einem E-Scooter unterwegs. Quelle: dpa
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Rostock-Warnemünde

„Schneller, schneller!“ ruft das kleine blonde Mädchen und nimmt Schwung. Mit ihrem rosafarbenen Tretroller leistet sich die Dreijährige ein kurzes Wettrennen mit ihrem wenige Jahre älteren Bruder auf der Promenade in Warnemünde. Ihr kindlicher Übermut und das Vergnügen an ihrem Spielzeug heben die Stimmung der anderen Spaziergänger an diesem verregneten Dienstagvormittag.

Die Promenade in Warnemünde mit Blick auf das Hotel "Neptun". Quelle: Isabella Schwiermann

Betrunkener E-Scooter-Fahrer in Warnemünde

Am vergangenen Freitagabend war ein Mann in Warnemünde mit seinem Elektro-Roller (E-Scooter) unterwegs. Die Polizei hielt ihn an: Er war so stark alkoholisiert, dass er nicht mehr in der Lage war, den Roller zu bedienen und deswegen ein Verkehrsrisiko darstellte.

Die Fahrzeuge sind umstritten. In Berlin und Hamburg werden sie bereits als Fortbewegungsmittel im Straßenverkehr eingesetzt. Die Rostocker konnten die E-Scooter während des Klima-Aktionstags Ende September Probe fahren. Sind E-Scooter nicht auch bald auf der Promenade in Warnemünde denkbar?

Promenade im Sommer überfüllt

Im Sommer tummeln sich auf der Promenade Kreuzfahrttouristen und Strandbesucher. In der Nebensaison ist sie spärlich besucht. Ein paar Urlauber trotzen dem Nieselregen. Auch Händchen haltende Paare unterm Regenschirm und junge Familien mit kleinen Kindern bummeln die Strecke zwischen Leuchtturm und dem Hotel „Neptun“ entlang.

Ein junges Paar spaziert in der Mitte des Weges. Sie sind Urlauber aus Sachsen-Anhalt. Den Trend zu den Elektro-Rollern sehen sie skeptisch. „Wir sind selbst noch nicht gefahren,“ bekennen sie. „Wenn die Fahrer anständig fahren, wären die E-Scooter kein Problem.“

Mindestalter der Fahrer ist 14 Jahre

Verkehrsregeln für E-Scooter

E-Scooter sind Tretroller mit Elektroantrieb. Ihre Fahrer haben sich an die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge zu halten, die seit Juni 2019 gilt.

E-Scooter sind auf Radwegen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, dürfen sie die Fahrbahn benutzen. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind die Elektro-Roller verboten – außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen "E-Scooter frei" erlaubt. Wichtig: Das Zusatzschild "Radfahrer frei" gilt hier nicht für die Fahrer von Elektro-Tretrollern.

Für E-Scooter-Fahrer gelten die selben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Das heißt, wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid: In aller Regel sind das 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg.

Eine Straftat liegt vor, wenn der Fahrer mit 1,1 Promille mit dem E-Scooter unterwegs ist. Von einer Straftat kann aber auch schon ab 0,3 Promille die Rede sein, wenn der Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigt. Wichtig: Für Fahrer unter 21 Jahren und Führerscheinneulinge in der Probezeit gelten 0,0 Promille – sie dürfen also nur nüchtern, ohne Alkoholeinfluss, den Elektro-Roller fahren. (Quelle: ADAC)

Für die Fahrt mit einem E-Scooter benötigt man keinen Führerschein, doch der Fahrer muss mindestens 14 Jahre alt sein. Das Fahrzeug ist nur für eine Person ausgerichtet.Die Mitnahme von anderen kann die eigene Sicherheit gefährden.

Promenade ist zum Flanieren da“

Volker Riethmüller (59) sieht das Fahren von E-Scootern kritisch. Er glaubt nicht an die Kompetenz der Fahrer, ihre Fahreignung einschätzen zu können: „Oft werden die Roller von unvernünftigen Leuten benutzt, die Alkohol getrunken haben.“

Für Urlauber Volker Riethmüller (59) ist die Promenade in Warnemünde zum Flanieren da. Quelle: Isabella Schwiermann

Kein Fahrverbot angezeigt

Bei der Promenade handelt es sich offiziell um einen Gehweg. Verbotsschilder für Fahrräder gibt es allerdings nicht. Im Jahr 2017 hatte man sie abgebaut. Mandy (33) und Stefan (38) Rügenhagen schieben ihre E-Fahrräder ohnehin. Es sind ihre eigenen, die sie aus Sachsen-Anhalt in den Urlaub mitgebracht haben. Vorab hatten sie sich erkundigt, ob die Promenade für E-Fahrräder frei ist.

„Die Promenade soll Fußgängerbereich bleiben,“ meint Mandy Rügenhagen. Für Fahrräder und auch E-Scooter gäbe es Fahrradwege. Selbst auf einem E-Scooter gestanden, sind sie noch nicht. „Wir wissen aber, wie schnell man mit E-Fahrrädern sein kann. Da mal schnell auszuweichen, ist schlecht möglich.“

In Skateparks besser aufgehoben

Eine Urlauberin, die nicht genannt werden möchte, ist über die Masse an E-Scootern, wie sie in deutschen Städten auftauchen, besorgt. Selbst die Skandinavier, die Vorreiter der E-Scooter-Bewegung, sind keine guten Beispiele: „In Norwegen habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie schnell und ohne Rücksicht angefahren kommen.“ In Skateparks oder auf gesonderten Wegen wären die E-Scooter-Fahrer besser aufgehoben. Dass sie verwendet werden, dass „lässt sich nicht aufhalten.“

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Von Isabella Schwiermann

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