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Rostock Uni profitiert von Militärprojekt
Mecklenburg Rostock Uni profitiert von Militärprojekt
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06:10 08.07.2014
Hauptgebäude der Universität in Rostock: Der Vorwurf der Grünen, die Uni habe heimlich wehrtechnische Forschungen betrieben, entpuppten sich „als erster peinlicher Sommerloch-Beitrag“. Quelle: Norbert Fellechner
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Rostock

Die Regierungsparteien SPD und CDU haben den Vorwurf der Grünen zurückgewiesen, an der Rostocker Universität würden entgegen deren Prinzipien heimlich wehrtechnische Forschungen betrieben.

Von März 2011 bis Ende 2013 habe es zwischen Universität und Bundeswehr einen Kooperationsvertrag gegeben. Das Projekt im Umfang von rund 330 000 Euro diente dem besseren Auffinden von Seeminen, wie die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Wippermann mitteilte. Darauf sei auch in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hingewiesen worden. Der Vorwurf der Verschleierung und der Versuch der Skandalisierung entpuppten sich somit „als erster peinlicher Sommerloch-Beitrag“.

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Der Grünen-Abgeordnete Johannes Saalfeld hatte sich zuvor beklagt, die Landesregierung habe das Projekt verschwiegen und Aufklärung verlangt. Laut Wippermann liegen die Karten auf dem Tisch. „Die Universität ist mit dem Vorgang offen umgegangen und hat das Forschungsprojekt als mit ihrer Zivilklausel vereinbar bewertet“, erklärte die SPD-Politikerin. Forschungsziel sei es gewesen, die Gefährdung durch versunkene Minen meist aus dem Zweiten Weltkrieg zu verringern. Davon profitiere vor allem die zivile Schifffahrt.

Das Bundesverteidigungsministerium hat seit 2010 deutschen Universitäten für Forschungsaufgaben knapp 30 Millionen Euro gezahlt. Nach Angaben der Bundestagsfraktion der Linken ist das eine Verdoppelung gegenüber dem Zeitraum von 2000 bis 2010.



OZ