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Rostock Universität Rostock wird internationaler
Mecklenburg Rostock Universität Rostock wird internationaler
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20:06 09.09.2019
Immer mehr internationale Studenten machen Abschlüsse an deutschen Hochschulen. Quelle: Anh Tran
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Rostock

Der Anteil ausländischer Studierender in MV ist gestiegen. Das berichtete die aktuelle Ausgabe von „Wissenschaft weltoffen“. Die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst erstellte Publikation berichtet von einem Anstieg von 64 Prozent in den vergangenen fünf Jahren: Waren es 2013 noch 1 924 internationale Studierende, zählten die Statistiken 2018 bereits 3155.

Auch an der Universität Rostock ist dieser Trend bemerkbar: In der Hansestadt stieg die Zahl in den letzten vier Jahren von 822 internationalen Studierenden im Wintersemester 2014 auf 1617 im Wintersemester 2018 – also ein Anstieg von 3,9 Prozent auf 12,1 Prozent der gesamten Studentenschaft. Michael Paulus, Leiter des Rostock International House (RIH), sieht mit dem Anstieg eine Chance, schwindenden Studierendenzahlen entgegenzuwirken. „Gerade strukturschwache Bundesländer, wie MV, sind betroffen. Dem Trend kann man so bis zu einem gewissen Maße entgegentreten.“

Vor allem Naturwissenschaften und Technik beliebt

Die meisten Studierenden kämen aus dem asiatischen Raum, sagt Paulus. Pakistan, Indien und China seien die Vorreiter in Master-Studiengängen. Im Bachelor seien es hingegen vermehrt Menschen aus Syrien, dem Iran und Tunesien. „Das hat sich sicherlich auch durch den Flüchtlingsstrom verändert“, erklärt Paulus.

Dabei seien vor allem die MINT-Bereiche – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – bei den Studenten aus dem Ausland sehr gefragt. Die Abschlüsse in diesen Fächern könnten sie gut in ihren Heimatländern nutzen, erklärt Paulus. „Die Ausbildung hier ist sehr hochwertig und das Ansehen entsprechend hoch.“ Ganz vorne auf der Beliebtheitsskala seien dabei Informatik und Maschinenbau. In den geisteswissenschaftlichen Fächern seien vor allem Studenten aus Gegenden mit einer gemeinsamen sprachlichen Vergangenheit zu finden, beispielsweise aus Polen.

Rostock wird internationaler: „absolut positive Entwicklung“

Eines der größeren Erfolgserlebnisse für Paulus war der Wechsel eines Studenten aus den USA nach Rostock: Der Student, ursprünglich aus Indien, studierte zunächst an der University of New York, bevor er für seinen Master in Electrical Engineering nach Rostock kam. „Noch ein Einzelfall“, bedauert Paulus. „Aber es zeigt eine positive Trendwende: Auch kleine Orte mit guten Ausbildungsangeboten werden durchaus von international Studierenden wahrgenommen.“

In den letzten Jahren habe sich die Gesamtatmosphäre geändert, stellt Paulus fest. Dank verschiedener Kooperationspartner sei nicht nur der Aufbau des Welcome Centers 2017 geglückt, sondern auch Wissenschafts-Initiativen, wie 365 Grad, möglich geworden. „Rostock wird also langsam, aber sicher internationaler und das ist eine absolut positive Entwicklung“, fasst Paulus zusammen.

Sprache als Barriere außerhalb der Universität

Der Trend: Hierbleiben. Viele der Studenten würden sich nach dem Studium einen Job in deutschen Firmen suchen, sagt Paulus. Das liege daran, dass der Arbeitsmarkt internationaler werde und man in vielen Firmen Englisch spräche. „Der deutsche Arbeitsmarkt ist durchaus attraktiv“, meint der RIH-Leiter. Der Bologna-Prozess, mit dem die Hochschulabschlüsse international vergleichbar wurden, vereinfache es außerdem, in anderen Ländern zu studieren.

Allerdings bildet die Sprache außerhalb der Universität häufig eine Barriere: „In vielen Firmen wird zwar ebenfalls Englisch gesprochen, aber wenn man langfristig hierbleiben will, ist die deutsche Sprache sehr wichtig“, betont Paulus. Das müsse man den Leuten verdeutlichen.

Positive Entwicklungen teilweise überschattet

Der Zuwachs an internationalen Studenten bringe auch Herausforderungen, berichtet Paulus. „Zum einen ist der Wohnraum knapp. Zum anderen können Sprachkurse nicht in der Weise angeboten werden können, wie es gebraucht wird.“ Deshalb entwirft das International House gemeinsam mit dem Sprachenzentrum der Universität verschiedene Programme.

Von Anh Tran und Jana Schubert

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