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Rostock Graal-Müritz und Diedrichshagen: Küste noch immer in Bewegung
Mecklenburg Rostock Graal-Müritz und Diedrichshagen: Küste noch immer in Bewegung
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05:00 02.03.2019
Bürgermeisterin Benita Chelvier (CDU) steht an der Stelle, an der vor den beiden Stürmen noch eine Treppe den Abgang zum Strand ermöglicht hat. Bis zum Saisonbeginn soll sie wieder installiert werden. Quelle: Dana Frohbös
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Diedrichshagen/Graal-Müritz

 Zu Jahresbeginn sorgten gleich zwei heftige Stürme für starke Überschwemmungen und massive Küstenabbrüche. In Warnemünde stieg das Wasser zeitweise auf 1,67 Meter an – das Turmleuchten wurde abgesagt. Während dieses beliebte Fest im April nachgeholt werden kann, haben die Orte an den Küsten noch immer mit den Nachwirkungen zu kämpfen.

Bäume und eine Steintreppe verloren Halt

In Diedrichshagen hat es erst vor zwei Wochen erneut massive Rutschungen am Kliff der Stoltera gegeben. Große Massen Sand waren auf den Strandabschnitt gestürzt. Sogar Bäume und eine Steintreppe verloren den Halt und rutschten mit ab, der Zugang ist bis auf Weiteres gesperrt. 350 Meter Strandabschnitt seien betroffen.

Das Landesumweltamt warnt vor weiteren Nachrutschungen – Risse im Kliff und geneigte Bäume deuten darauf hin. Bis sich die natürliche Hangneigung wieder eingestellt hat, kann es weitere Tage und Wochen dauern. Spaziergänger sollten den Bereich an der Klippe meiden und sich lieber in Wassernähe aufhalten.

Während die akuten Sturmschäden beseitigt sind, macht die Höhe der Düne Probleme. Sie schränkt die Sicht, die die Retter von der DLRG auf die Badegäste haben, enorm ein.

Noch vor knapp zwei Monaten war die Kraft, mit der „Zeetje“ und „Benjamin“ auch in Graal-Müritz gewütet hatten, deutlich zu sehen: Aus der Seebrücke hatten sich Planken gelöst, die Düne war abgebrochen und am Strand hatte sich Unrat und Müll angesammelt. Auch die Treppe, die einen direkten Abgang von der Sebrücke zum Sandstrand ermöglicht hatte, war weggebrochen. Inzwischen ist ein Großteil dieser Schäden längst beseitigt – Unfallgefahr besteht hier nicht mehr.

Seebrücke stark beschädigt

Die Flut drückte viele Bohlen hoch oder katapultierte sie weg. Auch die seitliche Beplankung der Seebrücke war stark zerstört worden. „Über 100 Bohlen mussten repariert oder ersetzt werden“, sagt Bürgermeisterin Benita Chelvier (CDU). Diese Maßnahme habe etwas über 5.000 Euro gekostet. Zudem wurde die harte Abbruchkante der Düne angeglichen. An mehreren Stellen entlang des Strands war sie abgebrochen. Gut fünf Meter hat sie an die Fluten abgegeben – im Bereich der Seebrücke wurden sogar bis zu neun Meter abgetragen.

Die Stürme hatten auch eine Laterne auf der Seebrücke umgerissen. „Die lag nieder und da musste ich natürlich den Strom abstellen lassen“, sagt die Bürgermeisterin. Inzwischen steht die Laterne wieder an Ort und Stelle und beim Müllsammeln haben zahlreiche Freiwillige mit angepackt. Die Treppe ist allerdings noch nicht wieder eingesetzt. Vor Beginn der Saison solle aber auch das noch erledigt werden.

Zu hohe Düne versperrt Rettern die Sicht

Worauf die CDU-Politikerin jetzt aber vor allen Dingen noch hofft, sind umfangreiche Dünenpflegemaßnahmen. „Das große Problem ist die Höhe der Düne“, sagt Benita Chelvier. Dadurch hätten sogar Urlauber bereits Probleme, den Strand zu erreichen. „Der Sand ist inzwischen so weit aufgeweht, dass die DLRG von ihrem Turm kaum noch Sicht auf den Strand hat“, sagt die Ortschefin. Der Turm an der Seebrücke sei dabei noch am geringsten betroffen. „Zwei weitere Türme versinken bereits regelrecht in der Düne.“ Zudem rutsche der feine Sand auf die Promenade und verengt diese. Die Gemeinde ist mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) im Gespräch, Verfahren laufen.

OZ-Report „Unsere Strände nach der Flut“

Wird genug getan, um die Sturmflutschäden vom Januar zu beheben? Werden die Strände in MV zur Saison rechtzeitig wiederhergestellt? Wie sieht es fast zwei Monate nach der Flut an den Küsten des Landes aus? Diese und weitere Fragen beantwortet die OZ im großen Report „Unsere Strände nach der Flut“.

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Dana Frohbös

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