Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Unter Donnern und Grollen: Pfarrscheune feiert Richtfest
Mecklenburg Rostock Unter Donnern und Grollen: Pfarrscheune feiert Richtfest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:54 06.06.2019
Zimmermannsmeister Ronny Fürst hat gerade den Richtspruch gesprochen und begutachtet wie Friedrich Heilmann den symbolischen Nagel in das Dach schlägt. Quelle: Moritz Naumann
Elmenhorst-Lichtenhagen

Regen prasselt auf das neue Dach, Donner hallt durch das Dorf und dennoch sind über einhundert Menschen gekommen, um sich das im Umbau befindliche Pfarrhaus im Herzen von Lichtenhagen-Dorf anzusehen. „Das Gewitter macht uns nichts aus. Wir machen uns das hier heute schön gemütlich“, sagt Anke Kieseler, die Pfarrerin der örtlichen evangelisch lutherischen Kirchengemeinde. Zu feiern gibt es einen weiteren Meilenstein des Umbaus. Denn sowohl das Dach als auch der Rohbau sind nun fertiggestellt.

Seit fünf Jahren ist Friedrich Heilmann Mitglied der Kirchgemeinde. In dieser Zeit hat er es weit gebracht: „Seit 2016 bin ich Mitglied im Kirchengemeinderat.“ Der selbst ernannte „Allrounder“ hat nämlich nach seiner Ankunft direkt mal das Internetportal der Gemeinde umgekrempelt und modernisiert. Pfarrerin Anke Kieseler habe das Engagement des 66-Jährigen schnell erkannt und ihn mit mehr Aufgaben bedacht – so auch mit der Bauleitung für die neue Pfarrscheune.

Abstriche wegen Baukostensteigerung

„Seit dem 9. Juli 2018 arbeiten wir nun an dem Gebäude“, sagt Heilmann. Und seither ist viel passiert. So mussten die zwei Wohnungen im Dachgeschoss komplett rausgerissen und das ehemals als Scheune und Lager genutzte Untergeschoss entkernt werden. Anfangs kalkulierte man mit Baukosten in Höhe von 1,64 Millionen Euro. Doch zwischenzeitlich stieg die Summe auf 2,2 Millionen Euro an. „Wir konnten nichts dafür. Das liegt an der allgemeinen Baukostensteigerung.“

Trotz des vorübergehenden Gewitters feierten über 100 Menschen das Richtfest in der im Umbau befindlichen Pfarrscheune in Lichtenhagen Dorf. Quelle: Moritz Naumann

Um die Pläne für Wohnungen, Gemeinderäume, Heizung, Dacherneuerung und Co. dennoch umzusetzen wurden Abstriche gemacht: „Wir verzichten erst mal auf die Schallschutzdecke, die Wände werden nicht verputzt und die alten Dachträger erhalten. Darüber hinaus übernehmen wir selber die Endreinigung, Aufräumarbeiten und die Entsorgung des Abbruchholzes.“ Durch diese Maßnahmen bleibt eine Gesamtaufwendung von 1,96 Millionen Euro für den Umbau – immer noch etwa 300 000 Euro mehr als angedacht.

Hilfe von den kleinen Gemeindemitgliedern

Um der 123 Jahre alten Pfarrscheune dennoch zu ihrem Ziel zu verhelfen, hat die Gemeinde Hilfe von ihren kleinsten Mitgliedern erhalten. Denn die Grundschule des Ortes hatte einen Spendenlauf organisiert. „94 Kinder sind auf unserem Schulhof einen Parkour gelaufen. Pro Runde, die die Kinder geschafft haben, haben die Eltern einen bis drei Euro gespendet“, sagt die Schulleiterin Ute Adam. Am Ende kam so eine Summe von 5000 Euro zusammen. „Und 2222 Euro gehen an die Scheune.“ Der Rest soll in ein Projekt für ein grünes Klassenzimmer fließen.

Die Idee zu dem Spendenlauf hatte die Vorsitzende des Schulelternrates, Manja Lange. „Wir hatten gerade keine Schulprojekte, die Förderung gebraucht hätten und in Lichtenhagen Dorf gibt es nichts Wichtigeres als die Pfarrscheune. Das ist ein Ort der Begegnung“, sagt Lange. Darüber hinaus empfindet sie es als pädagogisch wertvoll, wenn die Kinder sich für die Gemeinschaft einsetzen. „Wie toll ist es, wenn wir den Kindern später sagen können: ’Schaut, ihr habt es ermöglicht, dass das Haus nun so belebt und schön ist.“

Fertigstellung bis zum Ende des Jahres

Die zwei neuen Wohnungen im Dachgeschoss werden komfortabel ausgestattet. „Die sind barrierefrei und für jene da, die es wirklich gebrauchen können“, sagt Heilmann. Der Schacht für den Fahrstuhl ist bereits fertiggestellt und sämtliche Durchgänge sind verbreitert worden. „Schließlich muss sich auch ein Rollstuhlfahrer komfortabel im Haus bewegen können.“

Mit der Fertigstellung des Rohbaus und der Erneuerung des Teerpappendaches sei man dem neuen Kommunikations- und Begegnungszentrum nun ein ganzes Stück näher gekommen. Und was komm als Nächstes? „Gerade wird die neue CO2-arme Wärmepumpe gebaut, es werden Leitungen und Strom verlegt und die sanitären Einrichtungen installiert“, sagt Heilmann. Der 66-Jährige hofft, dass das Haus dann zum Ende diesen Jahres fertig ist und von den Mitgliedern der Gemeinde mit viel Leben gefüllt wird.

Lesen Sie mehr auf OSTSEE-ZEITUNG.de:

Moritz Naumann

Rostock Ertrunkenes Mädchen in Tessin - Staatsanwalt: Linas Mutter nicht im Freibad

Nach der Vernehmung der Mutter des zehnjährigen Mädchens glauben ihr die Ermittler: Sie war zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls am Montag nicht im Tessiner Freibad „Südsee“.

06.06.2019
Rostock Flotte, Feste, Feuerwerk - Das ist los bei der Hanse Sail 2019

Der Countdown läuft: In rund zwei Monaten steigt in Rostock eines der größten Volksfeste im Norden. Das hat die Sail in diesem Jahr zu bieten.

06.06.2019

Ein Mann wurde in Warnemünde von zwei Unbekannten angegriffen. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Donnerstag. Der Mann kam ins Krankenhaus. Er soll zuvor in eine Auseinandersetzung in einem Lokal verwickelt gewesen sein. Die Polizei prüft einen Zusammenhang.

06.06.2019