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Rostock Niederländer suchen Kontakt zu Rostock Firmen
Mecklenburg Rostock Niederländer suchen Kontakt zu Rostock Firmen
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19:37 25.04.2019
Freuten sich über interessante Gespräche: Stephan Thiel (v. l.), Vizepräsident des Unternehmerverbandes Rostock, Rednerin Jenny Atmanagara aus Baden-Württemberg, Rolf Paukstat, Präsident des Unternehmerverbandes Schwerin, und Redner Robert Herrmann, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest. Quelle: André Horn
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Warnemünde

Niederländische Tage in Rostock und Warnemünde: Ende Mai besucht das Königspaar Willem-Alexander und Königin Máxima die Hansestadt. Einen Monat zuvor sind am Donnerstag Wirtschaftsvertreter aus der niederländischen Gemeinde Deventer zu Gast gewesen beim Unternehmertag im Hotel Neptun. Das Ziel: Geschäfte mit Rostocker Firmen anzukurbeln.

„Wir schauen bei Auslandsbeziehungen immer nach Nordrhein-Westfalen oder in den Süden Deutschlands, aber nicht in den Nordosten. Hier gibt es daher viel zu gewinnen“, sagt Marco Kok, Geschäftsführer des Unternehmernetzwerkes in Deventer. Der Kontakt nach Rostock ist beim Internationalen Hansetag entstanden. Um die Verbindung weiter zu vertiefen, ist Kok gemeinsam mit Exportkoordinatorin Christa Pieffers nach Warnemünde gekommen.

Die Regionen Deventer und Rostock seien sich sehr ähnlich. „Auch bei uns gibt es viele kleine und mittlere Unternehmen in verschiedenen Branchen“, sagt Pieffers. Kok hat ein Buch dabei: „Made in Deventer.“ Hier werden auf Deutsch mehr als 100 Firmen vorgestellt, die an Export-Geschäften interessiert sind. Die vertretenen Branchen reichen von der Agrarberatung über Maschinenbau bis hin zur Waldwirtschaft. Eine erste Kooperation der Holländer mit einem Rostocker Unternehmen ist bereits entstanden: Die Leap Development und GTT Systems aus Deventer lieferte Navigationsequipment an die Warnow.

Außenhandelsrekord kein Grund zur Freude

Christa Pieffers und Marco Kok sind aus der niederländischen Stadt Deventer angereist. Quelle: André Horn

Insgesamt sind am Donnerstag rund 220 Gäste aus heimischer Wirtschaft und Politik zum Unternehmertag nach Warnemünde gekommen. Das große Thema: „Internationales Geschäft“. Zwar hat Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr einen Außenhandelsrekord erzielt: Waren und Güter im Wert von 13,8 Milliarden Euro sind ein- oder ausgeführt worden. Doch für den Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg ist das noch lange kein Grund zum Jubeln. Denn: Gemessen am Gesamtvolumen, sowohl im Export als auch im Import, liegt MV im deutschlandweiten Vergleich mit einem Anteil von nur 0,6 Prozent am Ende des ­Rankings. Das gleiche Bild ergibt sich, wenn Exporte und Importe der Bundesländer pro Kopf der Bevölkerung betrachtet werden.

Die Unternehmerverbände Rostock und Schwerin wollen nun gerade die Situation für regionale Klein- und Mittelstandsunternehmen verbessern. „Wir wollen zeigen, dass nicht nur Unternehmen der Großindustrie, sondern auch unser regionaler Klein- und Mittelstand gute Chancen hat, Handelsbeziehungen oder Kooperationen mit ausländischen Partnern aufzubauen“, sagt Stephan Thiel, Vizepräsident des Rostocker Unternehmerverbandes. „Wir müssen uns aber dessen bewusst sein, dass gerade diese Unternehmen auf ihrem Weg zur Erschließung internationaler Märkte Unterstützung brauchen.“

Bund unterstützt Firmen mit Fördergesellschaft

Hilfe erhalten die Firmen zum Beispiel bei der Germany Trade & Invest, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes. „Mit mehr als 50 Standorten weltweit und einem starken Partnernetzwerk unterstützen wir deutsche Unternehmen bei ihrem Weg ins Ausland“, sagt Robert Herrmann, Geschäftsführer der Gesellschaft. Gute Erfahrungen mit dem Angebot hat bereits die Ing. Siegmund Henning Anlagentechnik (SHA) GmbH aus Ludwigslust gesammelt. Der Anteil des Auslandsgeschäfts liegt hier inzwischen bei mehr als 30 Prozent. „Durch unsere Partner, große Anlagenbauer aus der Schüttgutindustrie, sind wir in der ganzen Welt unterwegs“, sagt SHA-Geschäftsführer Tom Henning. Rund 50 Mitarbeiter zählt sein Unternehmen; Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt. Am Ende ist das Auslandsgeschäft Chef-Sache. „Das geht schon über meinen Tisch“, sagt Henning.

Rednerin Jenny Atmanagara erzählt die Erfolgsgeschichte von Baden-Württemberg International: Hier werden Interessen und Handeln einzelner Unternehmen in sogenannten Clustern gebündelt. Aus Sicht der Unternehmerverbände könnte das auch ein Konzept für MV sein. Der Chef der Staatskanzlei, Reinhard Meyer (SPD), dämpft jedoch die Erwartungen: „Das werden wir so nicht schaffen.“ Zumal die Unternehmensstruktur in Baden-Württemberg eine andere sei.

In MV ist laut Meyer zuletzt vor allem der Import gestiegen. „Das sorgt für mehr Wertschöpfung, besonders am Standort Rostock.“ Doch beim Export müsse das Land stärker werden. „Viele denken, die Binnenkonjunktur läuft ja gut, da brauchen wir kein Auslandsgeschäft“, sagt Meyer. Aber das werde nicht immer so weiter gehen. „Es lohnt sich daher, sich gemeinsam aufzumachen und über den Tellerrand hinauszuschauen.“ Wichtig seien auch die Verbindungen nach Russland. „Wir hatten schon immer gute Kontakte dorthin. Daran werden wir auch festhalten“, betont Meyer.

André Horn

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