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Rostock Untiefen in der Warnow: Not-Baggerung schon im Herbst
Mecklenburg Rostock Untiefen in der Warnow: Not-Baggerung schon im Herbst
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06:58 17.07.2014
Immer mehr Anläufe, immer mehr Schiffe: Auf der Warnow in Rostock wird es eng.
Immer mehr Anläufe, immer mehr Schiffe: Auf der Warnow in Rostock wird es eng. Quelle: Frank Hormann
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Rostock

Weil die Fahrrinne in der Warnow mehr und mehr versandet, drohen dem Rostocker Überseehafen Einschränkungen: Große Frachter dürfen möglicherweise schon ab dem Frühjahr 2015 nicht mehr die Hansestadt anlaufen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Stralsund (WSA) will das noch verhindern: Für den Herbst sind Millionen-teure Baggerungen am Seekanal in Vorbereitung.

Das soll aber nur der erste Schritt sein. Die Schifffahrtsverwaltung des Bundes und das Land planen gleich zwei Mammut-Projekte in MV – um die Häfen im Land dauerhaft konkurrenzfähig zu machen.

Sowohl die seit Jahren geforderte und rund 100 Millionen Euro teure Vertiefung des Seekanals in Rostock als auch der Ausbau der Wismarer Hafen-Zufahrt sind jetzt offiziell für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden. Nur Stralsund geht geht leer aus.

Wenn der Bund zustimmt, sollen die Arbeiten am Rostocker Seekanal bereits 2017 starten. Die Zufahrt soll auf 16,5 Meter Tiefe ausgebaut werden. „Das wäre das größte Bauvorhaben seit Jahrzehnten in Rostock“, sagt Wolf Laule, Sachgebietsleiter Betrieb, Bau und Unterhaltung in WSA.

Auch in Wismar geht es um zwei Meter mehr Wasser unter dem Kiel: „Wir wollen die Zufahrt auf 11,5 Meter ausbauen lassen – damit wir Wismar als Energie-Hafen entwickeln können“, sagt Steffen Wehner, Sprecher von Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD).

Schon heute sei Wismar einer der wichtigsten Umschlagplätze für Holz an der Ostsee. Das soll so bleiben: „Wir wollen noch mehr Erzeuger von erneuerbaren Energien anlocken“, so Wehner.

Eine Vertiefung der Hafenzufahrt hätte auch Stralsund gebraucht – wenn sich die Pläne für einen neuen Liebherr-Standort auf dem Gelände der ehemaligen P+S-Werften hätten umsetzen lassen. „Wir hatten den Ausbau bereits beim Bund beantragt, haben das Vorhaben aber zurückgezogen“, sagt Minister Pegel.



Andreas Meyer