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Rostock Untreue mit Medikamenten? Razzia bei Rostocker Chefarzt
Mecklenburg Rostock Untreue mit Medikamenten? Razzia bei Rostocker Chefarzt
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00:00 06.09.2017
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Rostock

Ein Klinikdirektor der Rostocker Universitätsmedizin soll in einen bundesweiten Untreue- Fall verstrickt sein: Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen den Chefarzt und insgesamt fünf weitere Mediziner und Apotheken, weil sie in den vergangenen Jahren bei einer Krankenkasse Medikamente im Wert von fast vier Millionen Euro falsch abgerechnet haben sollen. Gestern durchsuchten insgesamt 130 Polizisten sowie amtliche Apotheken- Aufseher Büros in insgesamt fünf Städten bundesweit.

„Die Beschuldigten haben der Kasse hochpreisige Medikamente in einer Art und Weise in Rechnung gestellt, die das Abrechnungsrecht nicht erlaubt“, so Christoph Lange, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Potsdam. Nach Informationen der OZ soll es um das entzündungshemmende Spezialmedikament Remicade gehen, das unter anderem in der Rheuma-Therapie und bei Morbus Crohn eingesetzt wird. Remicade wird für Patienten individuell angemischt. Laut Lange kostet eine Packung nicht selten um die 1000 Euro. Pro Jahr und Patient kann die Behandlung mit Remicade bis zu 30000

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Euro kosten. Die Mediziner sollen – so die Staatsanwaltschaft – keine „Bereicherungsabsicht“ gehabt haben, sondern bei einzelnen ambulanten Behandlungen Remicade ohne die nötige Genehmigung der Kasse eingesetzt haben. Deshalb werde wegen des Verdachts der Untreue und nicht wegen Betrugs ermittelt. Die Ermittlungen angestoßen hat offenbar die Barmer GEK.

Der Fokus der Ermittler liegt derzeit auf dem städtischen Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam sowie einer Apotheke in Brandenburg, in der die Arznei angemischt worden sein soll. Durchsuchungen fanden aber auch in Hamburg, Hennef (Nordrhein- Westfalen) sowie in Rostock statt. „In der Hansestadt gibt es bislang einen Tatverdächtigen. Wir haben daher Räume der Uni-Klinik durchsuchen lassen“, sagte Karina Schulter, Sprecherin des Landeskriminalamtes Brandenburg, gestern der OZ. Auch Christian Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Uni-Klinik, bestätigte den Besuch der Ermittler: „Die Beamten haben Büros eines Arztes durchsucht, sich seinen Computer genau angeschaut.“ Zudem hätten die Fahnder geprüft, ob es Geschäftsbeziehungen zwischen der Uni-Apotheke und den Beschuldigten gab.

Nach Angaben von Schmidt soll die Universitätsklinik nur am Rande von dem Verfahren betroffen sein: „Der beschuldigte Kollege ist an zwei Kliniken tätig – bei uns und in Potsdam. Deshalb wurden auch seine Rostocker Büros durchsucht.“ Die Fälle von Untreue, die ihm die Ermittler anlasten, sollen allesamt nicht in Rostock spielen. Der Chefarzt sei von der Uni-Klinik nicht suspendiert worden:

„Wir warten jetzt die Ermittlungen ab.“ Der beschuldigte Arzt reagierte gestern nicht auf telefonische und schriftliche Anfragen der OZ.

Andreas Meyer und Ulrich Wangemann

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