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Rostock Urlauber kritisiert Hundestrände
Mecklenburg Rostock Urlauber kritisiert Hundestrände
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18:12 22.11.2018
Thomas Hentze und Jeanette Jose fahren am liebsten in der Nebensaison nach Warnemünde, weil sie dann mit ihren Hunden ohne große Einschränkungen am Strand spazieren können. Quelle: Johanna Hegermann
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Warnemünde

Wer im Sommer seinen Hund mit in den Urlaub nimmt, der muss Rücksicht auf andere nehmen. Das gilt besonders am Strand. Auch in Rostock gibt es daher besondere Strandabschnitte, wo sich Hund und Mensch pudelwohl fühlen können. So zumindest die Theorie.

„Was uns sehr stört, ist, dass der Hundestrand so weit außerhalb liegt und nur mit dem Auto erreichbar ist. Gepflegt ist er auch nicht und sehr steinig“, beschwert sich Gaby Kappler aus Stolzenau in Niedersachsen. Sie habe schon oft Urlaub in Warnemünde gemacht – mit und ohne Hund. Sie würde sich daher wünschen, wenn sich hier etwas ändert. „Auch diese Urlauber zahlen Ostseegebühr, bezahlen sogar mehr für ihre Unterkunft, weil sie mit Hund anreisen.“ Dieses Jahr sei sie daher schon auf Kühlungsborn ausgewichen und war begeistert. „Wir machen keinen Urlaub mehr in Warnemünde, solange wir einen Hund haben.“

Im Ortsbeirat hat es in diesem Jahr auch schon die Idee gegeben, an der Mittelmole einen weiteren Hundestrand einzurichten. Doch das sei nur auf taube Ohren gestoßen. „Der Ortsbeirat hat monatelang versucht, die Tourismuszentrale zu einer Aussage zu bewegen, wie sie die Idee einschätze. Aber sie haben immer nur auf die Rechtssituation hingewiesen“, sagt der Ortsbeirats-Chef von Warnemünde, Alexander Prechtel (CDU). Diese sehe vor, dass erst entsprechende Anträge gestellt werden müssen. Mittlerweile gebe es doch eine Antwort. „Sie sagt eindeutig, dass sie einen weiteren Hundestrand nicht für erforderlich hält.“ Denn es gebe bereits einen zentralen Hundestrand auf Höhe des Neptun Hotels. Der ist jedoch an besondere Voraussetzungen gebunden. „Bei Anmietung eines Strandkorbes dürfen Sie hier Ihren Hund mitbringen. Die Tiere müssen angeleint sein und dürfen sich maximal zwei Meter vom Strandkorb entfernt aufhalten“, heißt es auf der Informationsseite der Stadt.

Strandabschnitte für Hunde

Hier können Besucherin Rostock und Umgebung mit ihren Hunden auch im Sommer spazieren.

Diedrichshagen: zwischen den Strandzugängen 32, 33 zwischen den Strandzugängen 36, 37

Warnemünde: Strandzugang 14 (östliche und westliche Seite – etwa 20 Meter) Bei Anmietung eines Strandkorbes können Hunde mitgebracht werden. Die Tiere müssen angeleint sein und dürfen sich maximal zwei Meter vom Strandkorb entfernt aufhalten.

Hohe Düne: zwischen den Strandzugängen 10, 11, 12

Graal-Müritz: Müritz-Ost: Strandzugang 8 bis Strandzugang 9 Ortsmitte: Strandzugang 18 bis Strandzugang 19 Graal: Strandzugang 36 bis Strandzugang 38 Ostseecamp: Strandzugang 46 bis Strandzugang 47

Blinden- und Therapiehunde, Begleithunde von Behinderten sowie Diensthunde von Behörden oder Rettungsdiensten sind von den Regelungen ausgenommen.

In der Nebensaison von Oktober bis April können die Hunde an allen Strandabschnitten mitgeführt werden. Am Hauptbadestrand Warnemünde von der Westmole bis zum Strandaufgang 21 (Höhe Best Western Hanse Hotel) sind die Hunde an einer Leine zu führen (siehe HundeVO der HRO, §1 Leinenzwang).

Ob die Situation der Strandabschnitte unzulänglich sei, ist im Ortsbeirat bisher nicht bekannt. „Das heißt aber nicht, dass es keine Defizite gibt“, ergänzt Prechtel. Er sieht in vielen Bereichen ein generelles Problem im Ostseebad. „Offensichtliches Ziel der Tourismuszentrale ist Umsatz um jeden Preis und nicht, Gäste zum Wiederkommen zu bewegen.“

„Die Situation an den Hundestränden ist in Ordnung“, betont hingegen die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde. Die Hundebesitzer würden die Regeln beachten und die zur Verfügung stehenden Hundetoiletten und Beutelspender auch benutzen, die an allen Hundestränden vorhanden sind. „Größerer Unrat am Strand durch Hunde ist nicht auffällig.“

Ganzjährig würden Rostocks Strände kostenfrei Urlaubern, Tagesgästen und Einheimischen zur Verfügung stehen. Da sei es eine Gratwanderung, allen Interessen der Strandbesucher gerecht zu werden. „Wir befürworten diese Vielfältigkeit außerordentlich. Sie kann jedoch nur im Einklang eines gegenseitig rücksichtsvollen Umgangs untereinander sowie der Einhaltung und Beachtung der Regelungen der Strandsatzung gewährleistet werden“, heißt es weiter von der Tourismuszentrale.

Dass Hundebesitzer auch zahlende Gäste sind, habe man jedenfalls fest im Blick. „Urlauber mit Hund haben sich in den letzten Jahren im Tourismus zur neuen wichtigen Zielgruppe entwickelt“, erklärt diese. Konkrete Zahlen zu Übernachtungsgästen mit Hund würden aktuell nicht vorliegen. Ob das Angebot für diese Zielgruppe erweitert wird, sei jedoch von der Bürgerschaft abhängig. Diese müsse darüber zunächst entscheiden, wenn und falls entsprechende Anträge eingereicht würden. Sofern konkrete Bedarfe angezeigt werden, würden diese auf Sinnhaftigkeit geprüft werden, erklärt die Tourismuszentrale. Solange gilt, dass man zumindest von Oktober bis April Hunde an alle Strandabschnitte mitnehmen kann.

Johanna Hegermann

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