Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Verdreckte Spielplätze in Rostock: CDU fordert mehr Kippen-Kontrollen
Mecklenburg Rostock Verdreckte Spielplätze in Rostock: CDU fordert mehr Kippen-Kontrollen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 27.08.2019
Eine Zigarette brennt in der Nähe eines Spielplatzes. Das Rauchen ist auf Rostocker Spielplätzen jedoch untersagt. Quelle: OVE ARSCHOLL
Anzeige
Rostock

240 Spielplätze gibt es in der Hansestadt. Und es werden immer mehr. Denn das Rathaus investiert Millionen in neue Spiel- und Grünanlagen für die jüngsten Bürger. Nur ein Problem bekommt Rostock dabei nicht in den Griff: Viele Spielplätze in der Hansestadt verkommen zu Aschenbechern, sind übersät mit Zigarettenkippen.

So jedenfalls sieht es die CDU. Die Christdemokraten wollen das nicht mehr akzeptieren – und fordern, dass die Stadt auf Spiel- und Sportplätzen endlich das Rauchverbot konsequent durchsetzt. Im Klartext: Auf den Spielplätzen in Rostock soll es stärkere Kippen-Kontrollen geben.

CDU: Kippen sind Gift für Kinder

Bereits am Mittwoch soll sich die Bürgerschaft mit dem Thema „Rauchen“ befassen. „Bei uns haben sich zuletzt Beschwerden von Eltern gehäuft“, sagt Partei- und Fraktionschef Daniel Peters. In den meisten Fällen gehe es gar nicht mal um den schädlichen Rauch, sondern um die Hinterlassenschaften der Raucher: „Zigarettenkippen haben auf Spielplätzen und überall dort, wo sich Kinder aufhalten, nichts zu suchen“, so Peters.

Denn die „Stängel“ seien pures Gift – für die Umwelt, vor allem aber auch für die Kleinsten: „Es wird eine Unmenge an Zeit, Geld und Regelungsvorgängen darauf verwendet, Spielplätze technisch sicher zu gestalten und zu erhalten. Die gesundheitliche und hygienische Gefährdungslage durch den Eintrag von Giftstoffen wie Zigarettenkippen wird dagegen überhaupt nicht berücksichtigt“, sagt auch Dr. Heinrich Prophet, Mitglied der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mediziner.

Stimmen Sie ab:
Sollte die Stadt Rostock das Rauchverbot stärker kontrollieren?

Verbot gibt es bereits

Ein Rauchverbot auf Spielplätzen braucht die Hansestadt aber nicht – denn das gibt es längst. In der so genannten Grünflächensatzung Rostocks ist klar geregelt, wo Zigaretten brennen dürfen und wo nicht. „Wir haben schon vor Jahren untersagt, auf Spiel- und Sportplätzen in der Hansestadt zu rauchen und Alkohol zu trinken“, erklärt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Auch in allen öffentlichen Gebäuden, auf Schulhöfen sowie den Flächen von Kitas und Horten ist das Qualmen tabu. An vielen Spielplätzen würden auch Schilder auf das Verbot hinweisen. Dennoch räumt auch Matthäus Probleme mit Kippen ein. „Zigaretten auf Spielplätze zu werfen – das geht gar nicht.“ Denn die Stummel seien nicht nur unappetitlich, sie seien im wahrsten Sinne des Wortes Sondermüll: „Wir wissen aus Studien, dass sich die Filter so schnell nicht auflösen. Auch nicht im Wasser.“

Verursacher seien in vielen Fällen Jugendliche, die abends die Spielplätze als Treffpunkt nutzen würden – und dann leere Alkoholflaschen und eben auch Zigarettenstummel hinterlassen würden. „Wir haben jeden Tag zwei Leute im Einsatz, die Spielplätze kontrollieren und reinigen“, sagt Matthäus. „Die Kollegen kennen natürlich auch die Anlagen, die besonders von dem Kippen-Problem betroffen sind.“

Ordnungsdienst soll kontrollieren

Die CDU fordert nun, dass die Stadt ihre eigenen Verbote auch überwacht – und bei Verstößen stärker ahndet: Gerade erst hat Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) angekündigt, mehr Personal für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) einstellen zu wollen. 14 neue Stellen sind allein in diesem Jahr bei den Kontrolleuren geschaffen worden. „Die neuen Ordnungshüter sollten aber nicht nur auf Falschparker achten, sondern auch auf den Spielplätzen nach dem Rechten sehen“, sagt CDU-Parteichef Peters. Er will verstärkte Kippen-Kontrollen. Auch in den Abendstunden. „Ein Verbot bringt nichts, wenn es nicht auch überwacht wird.“

Wer beim Rauchen auf Spielplätzen erwischt wird, für den kann es teuer werden: „Das Wegwerfen von Kaugummis, Zigaretten oder sonstigem Müll auf öffentlichem Boden kann mit bis zu 100 000 Euro Strafe belangt werden“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Bei „Ersttätern“ werde es billiger: „Sowohl für das Rauchen als auch das Wegwerfen einer Kippe würden wir ein Verwarngeld in Höhe von 55 Euro erheben.“ Allerdings – und auch das muss die Stadt eingestehen – ist das bisher noch nicht vorkommen. Soll heißen: Bisher wurde noch nicht ein Raucher auf Spielplätzen erwischt und bestraft.

Mehr zum Autor

Von Andreas Meyer

Seit 15 Jahren treten körperlich beeinträchtigte Menschen in Rostock für ihre Rechte ein. Obwohl Vieles bereits erreicht wurde, gibt es immer noch genug zu tun. Ein Einblick in die Aufgaben eines besonderen Gremiums.

27.08.2019

Für viele Besucher des Ostseebades gehört der Snack einfach dazu. Geschätzt wird vor allem die Frische und Authentizität. Das Angebot ist an den Verkaufsständen sehr groß. Was ist der Kassenschlager?

27.08.2019

Am 27. August 1939 startete in Rostock ein Heinkel-Flugzeug zum ersten Düsenflug der Geschichte. Pilot Erich Warsitz steuerte die He 178, für die Hans Joachim Pabst von Ohain den revolutionären neuen Antrieb entwickelt hatte. Die Luftfahrttradition in MV lebt bis heute fort.

26.08.2019