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Rostock Verein sucht Kompromisse für die Küste
Mecklenburg Rostock Verein sucht Kompromisse für die Küste
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00:00 16.03.2013
Matthias Mossbauer (v.l.), Nardine Stybel mit Sohn Oswin und Praktikantin Rieke Scholz am Warnemünder Strand. Quelle: Thomas Sternberg
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Warnemünde

Windparks auf hoher See, badende Urlauber am Strand, Biotope in den Dünen, Fischer auf ihren Booten, Containerschiffe, Fähren und Kreuzfahrt-Riesen vor der Hafeneinfahrt, Hotels dicht am Wasser, Wanderer im Küstenwald — von der Küste wollen alle etwas haben. Reibungspunkte liegen da auf der Hand. Und genau an dieser Stelle wird der von der Europäischen Union finanzierte Verein Küsten-Union am Warnemünder Institut für Ostseeforschung aktiv.

„Wir machen auf Konfliktsituationen aufmerksam, die es im Nutzungsraum Küste gibt, in dem wirtschaftliche Interessen, soziale Anliegen wie Leben, Arbeiten, Urlaub und Umweltaspekte nebeneinander existieren“, sagt Nardine Stybel (35), Meeresbiologin und Geschäftsführerin der Küsten-Union. Der Verein mit seinen rund 100 ehrenamtlichen Mitstreitern sammele Informationen, mache sie kostenlos zugänglich und rege Diskussionen an, um so Kompromisse zu ermöglichen, erklärt sie die Vereinsarbeit. „Wir sind kein Umweltverband, der sich allein mit ökologischen Fragen beschäftigt“, betont Nardine Stybel.

Sie nennt ein Beispiel: Im Stettiner Haff lebt die Zebramuschel. Verbessert man deren Lebensraum, ist sie in der Lage, das trübe Haff-Wasser zu klären. Es habe viele positive Aspekte, wenn das Wasser sauberer werde, sagt Stybel. Doch der Zander, der hochwertige Speisefisch, dem die Haff-Fischer nachstellen, liebt nun ausgerechnet das trübe Wasser. „Wenn alle das Problem erkennen, darüber reden, ist das schon ein wichtiger Schritt“, findet sie. Konflikte erkennbar machen und Kompromisse anzuregen, sei das Ziel.

Matthias Mossbauer (32) vom Verein erinnert daran, dass vor der Küste einer Großstadt immer viel Müll anfalle. „Die Abfälle im Meer sind eine Hauptbelastung für das Ökosystem der Küste“, sagt Mossbauer. Und 80 Prozent aller Abfälle kommen nicht von der Berufsschifffahrt, sondern werden von den Stränden und Ufern ins Meer getragen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen und Abhilfe zu schaffen, gibt es am 21. März ab 14 Uhr eine Sammelaktion in Hohe Düne. Es gehe vor allem um den vernünftigen Umgang mit Plastikabfällen, die besonders gefährlich sind, weil sie nicht abbaubar sind und in die Nahrungskette gelangen können, so Mossbauer. Mädchen und Jungen der Ecolea-Schule haben schon zugesagt, andere Interessierte sind willkommen. „Ocean Initiatives“ heißt die Aktion, die weltweit organisiert wird.

Informationen:

www.eucc-d.de.

Verein fördert Austausch an Nord- und Ostsee
Als deutscher Vertreter der internationalen Coastal and Marine Union (EUCC), der größten europäischen Nichtregierungsorganisation im Küstenbereich, fördert die Küsten-Union (auch EUCC-Deutschland) den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung. Die Küsten-Union ist ein Verein, der nachhaltige Entwicklungen der Küsten und Meere mit nationalen und internationalen Projekten unterstützt. Der Verein stellt Datenbanken und Lernmodule bereit, gibt Informationsmaterial und Zeitschriften heraus und engagiert sich in der Bildung.


Die Küsten-Union gibt es seit 2002. Sie hat ihren Sitz in Warnemünde und wendet sich an alle, die beruflich oder privat an der Küste interessiert sind.

Thomas Sternberg

OSTSEE-ZEITUNG

Am Bahnhof 4, 18119 Warnemünde

☎ 5 48 68 75, Fax: 365 205

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OZ

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