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Rostock Marteria lässt Kinderaugen glänzen
Mecklenburg Rostock Marteria lässt Kinderaugen glänzen
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21:37 27.12.2018
Rund 200 Kinder und Jugendliche konnten bei „Marterias verrückter Weihnachtsparty“ gemeinsam mit dem Musiker stundenlang feiern. Mit dabei auch OB-Kandidat Claus Ruhe Madsen als Santa Claus. Quelle: Chris Schwarz
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Rostock

Für rund 200 Kinder aus Rostock wurde Weihnachten in diesem Jahr zu einem ganz außergewöhnlichen Fest. Einen Tag vor Weihnachten lud das Dock Inn in Warnemünde zu einer „total verrückten Weihnachtsfeier“ ein. Gastgeber und Initiator des Abends: niemand anderes als der Rostocker Musiker Marteria (Marten Laciny).

Dass es für diese jungen Rostocker solch ein sorgenfreies Weihnachtsfest gibt, ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Sie kommen aus Betreuungseinrichtungen und sozial schwachen Familien. Es sind auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Handicap. Doch an diesem Tag konnten sie all das hinter sich lassen und einfach nur gemeinsam feiern.

Der Chartstürmer ist begeistert. „Es wird, glaube ich, die schönste Party des Jahres“, sagt er schon zu Beginn der Weihnachtsfeier. Marteria begleitet die Jugendlichen durch die Feier überreicht jedem eine Einladung mit persönlicher Widmung. Es wird getanzt, musiziert, gespielt, Sport gemacht und vor allem gefeiert. Selbst der Musiker lässt sich da schon mal beim Kinderschminken einen kleinen Schneemann auf die Wange malen.

Der Rostocker Musiker veranstaltete gemeinsam mit vielen Rostocker Vereinen am 23. Dezember in Warnemünde eine Weihnachtsparty für rund 200 Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien.

„Das war sehr emotional und für mich ganz besonders, mit den Kids zu quatschen und zu feiern, die sonst nicht so normal Weihnachten feiern wie die meisten anderen ... eine Stadt, eine Liebe“, schreibt der Musiker in den sozialen Netzwerken. „Einen perfekteren 23. Dezember kann es doch gar nicht geben“, erzählt er auch in einem Videobeitrag. „Es hat megaviel Bock gebracht, ist megaschön gewesen, wir feiern voll ab.“

Der Plan dafür wurde recht kurzfristig geschmiedet. „Anfang Dezember haben wir uns entschlossen und dann zwei Wochen in Tag- und Nachtarbeit alles auf die Beine gestellt“, erklärt Christoph Krause vom Dock Inn. Gemeinsam mit zahlreichen Rostocker Vereinen und Künstlern organisierten sie ein aufregendes Programm. „Das Weihnachtsfest sollte total verrückt sein, wie man es als Kind gern mag. Sie konnten hier richtig toben und ausrasten.“ Es gibt Konfetti, Süßigkeitenberge und jede Menge Workshops: einen DJ-Kurs mit „Mau Ler“, Trommeln mit den „Bummms Boys“ oder Körbe werfen mit den Seawolves.

„Gerade diesen Kindern kommt oft zu wenig Zuneigung und Aufmerksamkeit zu. Was die Orgacrew um Marten und Christoph im Dock Inn auf die Beine gestellt haben, war ein schönes Geschenk an diese Kinder. Dabei zu unterstützen ist eine Herzensangelegenheit für die Seawolves“, erklärt auch Jens Hakanowitz, der sportliche Leiter des Vereins. Neben den Rostocker Baskettballern engagierten sich viele andere wie der HC Empor, die Griffins oder die Hiphop-Gruppe Strike. „Ich wäre an dem Tag auch gern noch einmal Kind gewesen. Es war unfassbar voll, laut und es gab so viel zu erleben“, schwärmt Hannes Knüppel von den Beach Fußballern der „Rostocker Robben“. Für seinen Verein sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich an solch einer Aktion zu beteiligen. In der Boulderhalle der Felshelden zeigen sie, wie man einen Fallrückzieher macht. „Die Kids sind mit einem riesengroßen Lächeln wieder gegangen.“

Das lag nicht zuletzt an den zahlreichen gesponserten Geschenken, zu denen Freikarten, Speedboot-Fahrten, Tickets für das Strandfußballcamp oder Tageskarten für die Kletterhalle gehören. „Es wurden wochenlang Geschenke gepackt“, sagt Marteria. Der Paketestapel stieß dabei bis ans Hallendach des Hostels.

Verteilt wurden sie vom Weihnachtsmann. In den Mantel ist der Oberbürgermeister-Kandidat Claus Ruhe Madsen geschlüpft. „Unser neuer Bürgermeister aus Rostock: Santa Claus“, sagt Marteria überschwänglich. Bis zur Wahl ist es jedoch noch etwas hin. Die Rolle als Weihnachtsmann spielt er jedoch mit viel Freude. „Ich habe dabei ein ganz tolles Weihnachtsgefühl bekommen“, sagt Madsen. Er habe schnell zugestimmt, als die Anfrage kam. „Ich finde es richtig, dass alle Kinder die Chance haben, an Weihnachten etwas Tolles zu erleben.“ Für viele sei es nicht selbstverständlich ein schönes Fest. Jeder Einsatz könne diese Situation verbessern. Madsen habe die Veränderung bei den Jugendlichen erlebt. „Viele kamen ganz cool an und sind dann als entspannte Kinder wieder gegangen.“ Durch die Party habe sich die gesamte Körpersprache verändert. Reagierten sie am Anfang noch abweisend auf den Weihnachtsmann schenkten sie ihm zum Abschluss sogar Umarmungen. „Die Aktion zeigt, dass Rostocker füreinander und miteinander etwas bewegen können. Die Teilnehmer werden dieses Weihnachten jedenfalls nicht vergessen.“

Johanna Hegermann